Versandrouten nach China – der Weg deutscher Produkte zum chinesischen Endkunden

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Versandrouten nach China – der Weg deutscher Produkte zum chinesischen Endkunden

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Grenzüberschreitende Logistik nach China ist ein sehr komplexes Thema und kann für internationale Einzelhändler und Produkthersteller durchaus eine Herausforderung sein. Ein Einblick in Versandmöglichkeiten aus dem Ausland nach China.

chinesische Flagge

Grenzüberschreitende Logistik nach China ist ein sehr komplexes Thema und kann für internationale Einzelhändler und Produkthersteller durchaus eine Herausforderung sein. Welche Produkte müssen wie versendet werden? Gibt es Regularien für Flüssigkeiten? Welche Produkte dürfen nicht per Post versendet werden? Sehr viele Fragen, die ich nicht alle auf einmal beantworten möchte. Vielmehr möchte ich einen ersten Einblick in Versandmöglichkeiten aus dem Ausland nach China geben.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um Produkte über die chinesische Grenze zum Endkunden ins Reich der Mitte zu versenden. Grundsätzlich lassen sich die verschiedenen Logistikrouten jedoch auf zwei Methoden herunter brechen:

  • Direktversand: Warenlager und Abfertigung liegen außerhalb Chinas – normalerweise im Ursprungsland – und jede Bestellung wird vor Ort bearbeitet und einem internationalen Kurier übergeben.
  • Freie Handelszone (FTZ) in China: Warenlager in einer freien Handelszone – von dort werden die Produkte direkt an den Kunden in China versendet.

 Im Folgenden liegt der Fokus auf dem sogenannten Universal Postal Union Shipping (UPU), das von Anbietern wie DHL aus Deutschland, Royal Mail aus UK oder Post NL aus den Niederlanden umgesetzt wird. Es ist die meistgenutzte Versandart internationaler Händler nach China.

Was ist UPU und wie funktioniert es?

UPU steht für Universal Postal Union Shipping und wird von „staatlichen“ Postdiensten wie Royal Mail in Großbritannien, DHL in Deutschland, Post NL in den Niederlanden angeboten. Diese Postdienste sind mit der chinesischen Post (EMS) verbunden, die sich um die letzte Meilenlieferung vor Ort in China kümmert. Die EMS-Dienste, die von globalen Einzelhändlern verwendet werden, um Aufträge an die chinesischen Endkunden zu liefern, basieren auf den UPU-Vereinbarungen zwischen den wichtigsten nationalen Stellen in verschiedenen Ländern. Diese Vereinbarung ist weltweit anerkannt und ein verbesserter EMS-Service über die konventionelle Post.

Der UPU-EMS-Service ist von Natur aus eine Dienstleistung, die von einer Privatperson zu einer anderen Privatperson genutzt wird. So kann ich in Deutschland ein Produkt kaufen und per EMS-Service direkt zu meiner Kollegin nach China senden. Der Versand erfolgt im Rahmen der UPU-EMS-Vereinbarung zwischen Deutschland und China.

Aber diese Versandvariante wurde in den vergangenen acht bis zehn Jahren nicht nur von Privatpersonen genutzt, sondern verstärkt von Warenhäusern oder Online-Shops auf der ganzen Welt. Da immer mehr chinesische Touristen ins Ausland reisen und dort auch vermehrt Produkte vor Ort einkaufen, bieten die stationären Geschäfte UPU-Versand als zusätzliches Serviceangebot für ihre chinesischen Kunden an. Kaufen chinesische Touristen beispielsweise in einem deutschen Kaufhaus ein, so können sie ihre Einkäufe direkt nach Hause senden lassen und müssen sich auf ihrer weiteren Reise nicht damit abmühen. Der UPU-Service wird vor allem zur Verbesserung der Customer Experience eingesetzt. Allerdings variiert die Paketpolitik von UPU zwischen Ländern, Kategorien und Dienstleistungsunternehmen, und sie hängen ab von Paketgewicht, Besteuerung, Versandzeit und vielen anderen Faktoren.

Was sind die Zollvorgaben für UPU-Sendungen?

Jedes Paket, dass unter der Kategorie „Persönlicher Artikel“ (im so genannten „CN23“ Deklarationsformular + persönliche Kundeninformation) versendet wird, wird von UPU-EMS-Anbietern, also zum Beispiel DHL, Post NL usw., beim chinesischen Zoll deklariert.

Das Paket sollte dabei den chinesischen Zollvorschriften wie folgt entsprechen (Auszüge):
 

  • Freier Zoll, wenn der zu zahlende Zollsatz weniger als 50 RMB beträgt (etwa 6,50 Euro)
  • 15 Prozent Zollgebühren auf Lebensmittel, Küchengeschirr, Nahrungsergänzungsmittel
  • 30 Prozent auf Körperpflege, elektrische Geräte, Haushaltsgeräte
  • 60 Prozent auf Luxusartikel, Kosmetik, Weine, Alkohol

Was sind die Beschränkungen?

Die Kategorien, die in die beiliegende Liste (Siehe PDF Prohibited Items EMS) fallen, dürfen NICHT via UPU-EMS-Versand nach China versandt werden.

Der deklarierte Wert eines persönlichen Paketes darf nicht mehr als 2.000 RMB (ca. 261 Euro des aktuellen Wechselkurses) sein, auch wenn das Paket mehrere Produkte enthält, sonst kann der chinesische Zoll es ablehnen.

Die deklarierten Gegenstände können nur für den persönlichen Gebrauch verwendet und dürfen NICHT für irgendwelche Wiederverkaufszwecke bestellt werden. Jedes Paket verlangt die persönlichen Daten eines Kunden, einschließlich des Anmelde-ID-Name, der Versandadresse usw.

Wenn nur ein Produkt im Paket enthalten ist, gibt es kein Limit (etwa eine Chanel-Tasche im Wert von 3000 Euro), da es immer noch als für den persönlichen Gebrauch bestimmt gedacht angesehen werden kann.

Wenn ein Paket ein Produkt in mehrfacher Ausführung enthält und der Deklarationsgesamtwert unter 2.000 RMB (etwa 261 Euro) liegt, dürfen maximal 6 Stück enthalten sein (vorgeschlagene „Faustregel“ basierend auf EMS-Erfahrungen)

Was passiert, wenn gegen diese Bestimmungen verstoßen wird?

Der chinesische Zoll überprüft Pakete, die im Rahmen des UPU-EMS-Services versendet werden, nach dem Zufallsprinzip und auf der Grundlage der oben genannten Vorschriften und Praktiken. Wenn ein Kundenpaket inspiziert wird, und dieses nicht den Regulierungen oben entspricht, kann der Zollbeamte entscheiden, ob er dem Empfänger ein Ticket mit dem entsprechenden Steuerbetrag ausstellt oder aber das Paket ablehnt und zurücksendet.

Grundsätzlich würde ich jedem raten, der Pakete nach China versenden möchte, vorab die Regulierungen für die jeweiligen Produkte zu prüfen. Für den Versand via UPU-EMS-Service bieten die oben genannten Punkte eine gute Grundlage.

Über die Autorin: Elena Gatti leitet seit November 2016 als Deputy Managing Director die Aktivitäten der Azoya Group in der DACH Region. Nach Abschluss ihres Bachelorstudiums in Telecommunication Engineering an der Universität von Parma, Italien, absolvierte Elena Gatti ein Masterstudium in Computer Science & Communication Engineering an der Universität Duisburg. Ihre berufliche Karriere begann sie als Projektmanagerin am Department of Multimedia & Software Engineering an ihrer Alma Mater. Danach war sie fünf Jahre im Hause Accenture im Bereich Finance & Performance Management als Consultat tätig bevor sie, ebenfalls als Beraterin, bei der Macromedia GmbH arbeitete. Seit November 2016 leitet sie die Azoya Group in der DACH-Region.

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