Von der Paketstation bis zur Paketkastenanlage: Die letzte Meile

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Keiner zuhause tagsüber? Anbieterneutrale Paketkastenanlagen sowie öffentlich zugängliche Paketstationen an verkehrsgünstigen Punkten dienen als Bindeglied zwischen Zusteller und Empfänger sowohl in ländlichen als auch in urbanen Räumen.

Paketzusteller

Keiner zuhause tagsüber? Anbieterneutrale Paketkastenanlagen sowie öffentlich zugängliche Paketstationen an verkehrsgünstigen Punkten dienen als Bindeglied zwischen Zusteller und Empfänger sowohl in ländlichen als auch in urbanen Räumen.

► Ob das neueste Schuhmodell, der frisch gedruckte Bestseller-Roman oder auch die geernteten Äpfel vom Bio-Bauernhof – einmal den Bestell-Button geklickt, möchten viele Kunden gerne schon am nächsten Tag anprobieren, lesen oder genießen. Mit den konstant hohen Logistikdienstleistungen sowie der unbegrenzten Warenverfügbarkeit und -auswahl steigen die Ansprüche der Verbraucher. Doch damit die Flut an Paketen auch in Zukunft zuverlässig zugestellt werden kann, benötigen Händler und KEP-Dienstleister (Kurier-Express-Paket-Dienste) neue und nachhaltige Konzepte.

Veränderungen in den Geschäftsmodellen und Strukturen im KEP-Markt zeigen sich an vielen Stellen. Große Online-Händler führen eigene Lieferprozesse- und Strukturen in Ballungsräumen ein oder setzen diese in Pilotprojekten bereits um. Auch andere Anbieter, die im Vorfeld keine Verbindungen in die KEP-Branche hatten, treten in den Markt ein. Etablierte KEP-Unternehmen entwickeln für die Belieferung in den Innenstädten neue Konzepte und Dienstleistungsangebote. Mikro-Depots, Paketkästen und -stationen, Paketroboter, Paketdrohnen oder auch Lastenfahrräder und auto­nome Fahrzeuge sollen die Waren gebündelt und vor allem effizienter zum Kunden bringen.

Als besonders nachhaltig gelten anbieteroffene und schließsystembasierte Paketkästen am Wohnort sowie das Mikro-Depot-Konzept. Mikro-Depots sind Container, abgestellte Nutzfahrzeuge oder geeignete Immobilien, von denen aus Lastenfahrräder oder fußläufige Transporthilfen bestückt werden. Von hier aus liefern die Zusteller in einem Radius von 500 bis 1.000 Metern die Pakete an die Adressaten aus. Um Kosten zu sparen, können die KEP-Dienste kooperieren und die Mikro-Depots gemeinsam nutzen.

Während bei Mikro-Depots allerdings immer noch das Problem der persönlichen Annahme bestehen bleibt, ermöglichen Paketkästen eine signifikante Steigerung von erfolgreichen Erstzustellungen. Mit Paketkästen für Einfamilienhäuser und Paketkastenanlagen für Mehrfamilienhäuser sowie öffentlich zugänglichen Paketstationen an verkehrsgünstigen Punkten lässt sich das Konzept der Paketkästen als Bindeglied zwischen Zusteller und Empfänger sowohl in ländlichen als auch in urbanen Räumen einfach realisieren.

Anbieterneutrale Infrastruktur als Lösung

Laut einer YouGov-Studie aus dem Jahr 2017 können sich schon heute rund 28 Prozent der Befragten eine Zustelllösung vorstellen, die sie unabhängig vom Anbieter nutzen können. Hierzu zählen vor allem Paketkästen oder Paketstationen mit anbieteroffenen Systemen wie der ParcelLock-Technologie. Komfort ist hier das Stichwort, das besonders private Nutzer in diesem Zusammenhang interessiert. Die Unabhängigkeit von Zustell- und Öffnungszeiten, die erfolgreiche Zustellung der Sendung, auch wenn niemand das Paket persönlich in Empfang nehmen kann, sind für Verbraucher essenziell. Unnötige Wege nach Feierabend, das Hoffen auf einen freundlichen Nachbarn oder die strapazierte Geduld des Arbeitgebers, wenn der Paketdienst mehr als einmal am Tag klingelt – all das soll vermieden werden.

Lieferung wird zum Wettbewerbsfaktor

Eine nachhaltige Stadtlogistik wird mit dem Blick in die Zukunft nur mit Hilfe von neuen Geschäftsmodellen und Technologien möglich sein. Ein übergreifender Standard für Hersteller und Paketdienste spielt hierbei eine wesentliche Rolle. Aber auch der Handel muss sich neue Wege und Dienstleistungen zur Befriedigung steigender Kundenansprüche überlegen. Denn die Verknüpfung von stationärem Handel und dem Online-Business schreitet stetig voran. Die Entwicklung zum „hybriden Händler“ mit Multi-Channel-Strategien macht es möglich, auf eigene Lagerbestände oder die des Lieferanten zuzugreifen und direkt einen Lieferprozess zum Kunden auszulösen. Gerade im Bereich der taggleichen Lieferung, also „Same Day Delivery“, in der Lebensmittel-Branche müssen sich die KEP-Branche und der Handel mit entsprechender Kapazität und entsprechendem Angebot auf die Verbraucheranforderungen einstellen.

Hier können anbieteroffene Pa­ketstationen Abhilfe schaffen und das aufkommende Volumen bündeln. Der Paket­empfänger hat auch nach Ladenschluss oder am Wochenende die Möglichkeit, seine Ware in Empfang zu nehmen. An verkehrsgünstigen Punkten ­gelegen oder direkt neben Supermarkt-Filialen können sowohl Kunden als auch Unternehmen dank der kurzen Lieferwege und einer integrierten Kühlfunktion auf eine schnelle, sichere und unkomplizierte Lieferung setzen.

Denn viele E-Commerce-Kunden verknüpfen einen online gekauften Artikel eben auch mit seiner Logistik. Wie schnell ein Artikel versandfertig ist, ob eine Zustellung reibungslos verläuft oder eine Retoure schnell und einfach abgewickelt ist, können künftige Kaufentscheidungen beeinflussen. Neben der Liefergeschwindigkeit ist es für Verbraucher zunehmend wichtiger, in den Sendungsverlauf eingreifen zu können und die Sendungen nach ihren Wünschen zu steuern.

Was die Zukunft bringt

Auf dem Weg zur letzten Meile gibt es ständig neue Optionen, um die Wünsche einer immer anspruchsvoller werdenden Kundschaft zu bedienen. Drohnen, Paketroboter, Zustellung in Kofferräumen, Lastenfahrräder – all das sind spannende Möglichkeiten, deren Akzeptanz und Erfolgswahrscheinlichkeit bisher noch erprobt wird. Im rasant wachsenden Paketmarkt und Online-Handel gelten KEP-Dienstleistungen als Katalysator in der Branche. Für eine erfolgreiche Erstzustellung, die weiterhin als besonders effektiv und nachhaltig gilt, sind übergreifende Standards und anbieteroffene Varianten bedeutende Lösungsansätze.

Auch der stationäre Handel muss sich auf wachsende Kundenbedürfnisse einstellen. Denn Verbraucher erwarten einen Top-Service weit über die Ladentheke und die Öffnungszeiten hinaus. Die Bündelungen von Paketsendungen, einfache Retouren und die 24-Stunden-Erreichbarkeit sind die ausschlaggebenden Argumente für Stationen mit ParcelLock-Technologie. Und wenn der Erstzustell-Versuch aufgrund eines Paketkasten-Modells erfolgreich abgeschlossen werden kann, entlastet dies nicht nur die Umwelt, sondern auch die Geduld des Verbrauchers. ║

Gunnar Anger

Über den Autor: Gunnar Anger ist Geschäftsführer der ParcelLock GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen der Paketdienste DPD, GLS und Hermes.
www.parcellock.de

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