27.10.2021 – Kategorie: Handel

Warenbestände und Regallücken: Wie es die Kundenerfahrung in Geschäften beeinflusst

Deutsche Kunden erfahren beim Einkauf im stationären Handel nach wie vor fehlende Warenbestände und Regallücken. Wie eine aktuelle Marktstudie von Pricer 2021 zeigt, könnten Einzelhändler damit die Loyalität deutscher Kunden und so auch künftige Umsätze verlieren.

Gemäß der Studie von Pricer, Anbieter digitaler Preisetiketten (ESL), würden 36 Prozent der deutschen Kunden ihren gesamten Warenkorb zurücklassen und das Geschäft verlassen, ohne etwas zu kaufen, wenn der gewünschte Artikel nicht vorrätig oder im Regal nicht verfügbar ist. Zugleich geben 49 Prozent der Befragten an, dass sie seltener bei einer Marke oder einem Einzelhändler einkaufen, bei dem die Warenbestände häufig nicht vollständig aufgefüllt werden.

Dies unterstreicht die langfristigen Auswirkungen von schlechter Warenverfügbarkeit und Regallücken auf die Loyalität und den Kundenwert bezogen auf dessen Lebenszeit (Customer Lifetime Value). 60 Prozent der Verbraucher gaben an, dass sie eher bei einem Einzelhändler einkaufen würden, dessen Regale immer gut gefüllt sind. Einzelhändler könnten dadurch Gefahr laufen, zukünftige Umsätze und die Loyalität ihrer Kunden zu verlieren.

Warenbestände: Onlinehandel beeinflusst Einkaufsverhalten

Die Rolle des Ladengeschäftes sowie des Warenregals als sein Schaufenster zur Welt hat sich angesichts der Verbrauchernachfrage verändert. Sie ist zunehmend schwerer zu steuern, geschweige denn vorherzusagen, denn historische Daten sind für Prognosen kein genauer Indikator mehr – insbesondere seit der Pandemie. Fakt ist, dass der Onlinehandel weltweit dramatisch zugenommen hat. Vielmehr beeinflusst er auch die Art und Weise, wie Verbraucher im stationären Einzelhandel einkaufen. Insbesondere dann, wenn ihr Einkaufsbummel möglicherweise bereits online begonnen hat.

Die globalen Versorgungsketten sind durch die Pandemie und die anhaltenden Schwierigkeiten beim Import weiterhin gestört. Im Zuge der Lieferprobleme in Asien kommt es immer wieder zu Engpässen bei Produkten, für die Hersteller bestimmte Rohstoffe benötigen. Insbesondere Holz, Glas und Edelstahl finden nur schwer ihren Weg nach Europa. Auch die Güterverkehrsbranche rechnet mit Störungen im Fracht- und Lieferverkehr aufgrund eines Mangels an LKW-Fahrern. Und das nicht nur im Vereinigten Königreich, sondern auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Darüber hinaus führen auch Lieferantenverhandlungen, Insolvenzen von Anbietern und Softwareprobleme zu Regallücken in einigen Supermarktketten.

Warenbestände Pricer
Durch digitale Funktionen an der Regalkante können Händler die Nachschub- und Bestandsverwaltung optimieren. (Bild: Emma-Shevtzoff/ Pricer)

Verknappung der Warenbestände erreicht jetzt auch Verbraucher

Von diesen Lieferengpässen waren bisher vor allem rohstoffnahe Branchen betroffen. Doch nun erreicht die Verknappung, verursacht unter anderem durch eine weltweite Chipknappheit, auch den Endverbraucher in Discountern, Drogerien, Baumärkten oder Elektrofachmärkten. Laut Pricer sorgen diese Regallücken und fehlenden Warenbestände nicht nur für ein schlechtes Kundenerlebnis vor dem Regal. Sie gefährden auf lange Sicht auch den künftigen Warenabsatz.

Einsatz digitaler Funktionen an der Regalkante

Duncan Potter, CMO bei Pricer AB, erklärt zu den Studienergebnissen: „Die wachsende Anzahl und Art der Besuche in den Ladengeschäften bedeutet, dass die Warenkörbe der Verbraucher weniger vorhersehbar sind. Dies erfordert einen flexibleren Ansatz für das Sortiment, die Aufteilung, den Nachschub und die Kommissionierungsstrategien. Deshalb muss das Regal in der Lage sein, schnell und kontinuierlich auf Ereignisse zu reagieren, die von Kunden, dem Personal, den Händlern und Lieferanten sowie dem Marktumfeld ausgelöst werden. Der Einsatz digitaler Funktionen direkt an der Regalkante kann die betriebliche Effizienz steigern und die Nachschub- und Bestandsverwaltung optimieren. Regallücken lassen sich dadurch reduzieren und die positive Kundenerfahrung bleibt durchgehend im Verkaufsraum erhalten.“

Warenbestände Pricer
Pricer bietet eine Vielzahl von digitalen Regallösungen. (Bild: Pricer AB)

Zur Methodik der Studie: Für die „Pricer Marktstudie 2021“ hat die Marktforschungsgesellschaft Savanta 2.003 deutsche Konsumenten im Auftrag von Pricer AB im März 2021 befragt. Pricer AB ist Anbieter von digitalen Regallösungen, die sowohl die Leistung der Geschäfte als auch das Einkaufserlebnis verbessern. Die Plattform ist schnell, robust, vernetzbar und skalierbar. (sg)

Lesen Sie auch: Wieso Händler die Ship-from-Store-Funktion in ihr Omnichannel-Konzept integrieren sollten


Teilen Sie die Meldung „Warenbestände und Regallücken: Wie es die Kundenerfahrung in Geschäften beeinflusst“ mit Ihren Kontakten:


Scroll to Top