08.12.2023 – Kategorie: eCommerce

Weihnachtsgeschäft: Onlinehandel profitiert kaum von der Peak Season

Quelle: Stanisic Vladimir - Adobe Stock

Die deutschen Verbraucher geben dieses Jahr zu Weihnachten erneut weniger im Internet aus als im Vorjahr. Daran ändern auch starke Verkäufe in der „Black Week“ wenig. Demnach lagen die Gesamtumsätze mit Bestellungen von Anfang Oktober bis Ende November (nicht preisbereinigt) über alle Branchen 7,7 Prozent niedriger.

Die Konsumbereitschaft zum Fest damit nicht so schlecht aus, wie mit Blick auf den bisherigen Jahresverlauf zu erwarten war. Das von Januar bis zum Cyber-Weekend aufgelaufene Umsatzminus liegt jedoch bei 12,5 Prozent. Damit deutet sich für das Weihnachtsgeschäft und das Gesamtjahr eine noch schlechtere Umsatzentwicklung ab als im schwierigen Jahr zuvor. Martin Groß-Albenhausen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer beim Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e. V. (bevh), kommentiert die Lage: „Einerseits ist die Konsumlaune im Weihnachtsgeschäft des Onlinehandels zurückgekehrt. Andererseits haben die Verbraucher sich noch im Oktober zurückgehalten und dann bei stark rabattierten Produkten zugegriffen. Selbst hohe Bestellzahlen führen dann unterm Strich immer noch nicht zu realem Wachstum.“

E-Commerce-Branche
Martin Große-Albenhausen ist stellvertretender Hauptgeschäftsführer des bevh, (Bild: bevh)

Weihnachtsgeschäft 2023: Mode und Unterhaltungsartikel gefragter

In sämtlichen Warensegmenten wird vor Weihnachten weniger online bestellt als im Vorjahr, allerdings zeigen sich im Branchenvergleich deutliche Unterschiede. In den Clustern Bekleidung (inklusive Schuhhändler) und Unterhaltung (inklusive Elektronikartikel) fiel das Umsatzminus mit minus 4,1 beziehungsweise 8,0 Prozent zu den Vorquartalen „nur“ einstellig aus. Keine zusätzlichen Konsumimpulse brachte das Weihnachtsgeschäft unter anderem im Onlinehandel mit Lebensmitteln (minus 11,3 Prozent), Medikamenten (minus 4,8 Prozent) und Möbeln (minus 7,1 Prozent). Die Umsätze in diesen Branchen konnten nicht aus dem negativen Umsatztrend des laufenden Jahres ausbrechen.

Marktplätze koppeln sich von Umsatzentwicklung ab

 Auf der Suche nach Geschenkideen und Preisnachlässen zur Black Week wurden die Menschen auffällig oft auf Marktplätzen fündig. Deren Umsätze erreichten von Anfang Oktober bis zum Cyber Monday mit – 1,7 Prozent fast das Volumen des Vorjahreszeitraums (der darüber hinaus einen Umsatztag mehr umfasste). Weniger negativ zeigt sich die Geschäftslage auch bei Herstellerversendern (Direct-to-Consumer) und Mulitchannel-Händlern, die zum Jahresende „nur“ auf ein Minus von minus 4,1 Prozent und minus 12,0 Prozent kommen. Überhaupt keinen positiven Effekt hatte die Black Week hingegen für Onlinehändler mit eigenem Shop (Pureplayer, Versandapotheken, Shoppingclubs), die mit minus 16,4 Prozent ähnlich schlecht abschneiden wie in den drei Quartalen davor.

Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) ist die Branchenvereinigung der der Online- und Versandhändler. Neben den Versendern sind dem bevh auch namhafte Dienstleister angeschlossen. Nach Fusionen mit dem Bundesverband Lebensmittel-Onlinehandel und dem Bundesverband der Deutschen Versandbuchhändler repräsentiert der bevh rund 90 Prozent des Umsatzes der Branche im Endkundengeschäft. Der bevh vertritt die Brancheninteressen aller Mitglieder gegenüber dem Gesetzgeber sowie Institutionen aus Politik und Wirtschaft.(sg)

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