White-Label-Lösung: So verwandeln Unternehmen ihren Onlineshop in einen Branchen-Marktplatz

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print

White-Label-Lösung: So verwandeln Unternehmen ihren Onlineshop in einen Branchen-Marktplatz

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print
Der eigene Onlineshop ist für viele Unternehmen zu einem wichtigen Vertriebskanal geworden. Um mehr Kunden zu erreichen, kann der Web-Shop zu einem Marktplatz mit Produkten von Drittanbietern erweitert werden. Wie eine White-Label-Lösung dabei unterstützt, erklärt Gastautor Silvio von Krüchten.
White-Label-Lösung Online-Marktplatz

Quelle: Panchenko Vladimir/Shutterstock

Üblicherweise bietet ein Unternehmen die eigenen Produkte im Onlineshop an. Wenn Kunden ein anderes Produkt suchen, müssen sie den Shop verlassen und sich bei anderen Anbietern danach umschauen. Das ist eine verpasste Chance und umso ärgerlicher, weil diese Kunden unter Umständen beim nächsten Mal gleich einen anderen Onlineshop besuchen. Eine Lösung kann darin liegen, den eigenen Onlineshop zum Branchen-Marktplatz zu erweitern und so Produkte von Drittanbietern in den eigenen Web-Shop zu integrieren. Eine White-Label-Lösung für Marktplätze ermöglicht es, den eigenen Shop zum Marktplatz umzubauen.  

White-Label-Lösung: Personalisierung von Ansprache und Angebot

Einen Onlineshop zu betreiben, ist heutzutage beinahe eine Selbstverständlichkeit. Ein erfolgreicher E-Commerce-Auftritt ist allerdings häufig kein Selbstläufer. Kunden und Interessenten müssen immer wieder gezielt angesprochen und zum Besuch motiviert werden. Hierbei gewinnt die konsequente Personalisierung von Ansprache und Angebot zunehmend an Bedeutung. Eine spannende Herausforderung für E-Commerce-Verantwortliche und Marketer, die aber auch Zeit und Aufwand bedeutet. Umso ärgerlicher, wenn die Produkte, die ein Kunde wirklich sucht, im eigenen Sortiment gar nicht vorhanden sind und man gezwungen ist, einen Kunden oder Interessenten (in einen anderen Shop) ziehen zu lassen.

Abhilfe kann eine White-Label-Lösung für Markplätze schaffen. Mit ihr erlauben Unternehmen Drittanbietern, ihre Produkte über den Web-Shop zu verkaufen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Der Marktplatzbetreiber kann seinen Kunden ein breiteres Warensortiment anbieten und sie so an den eigenen Shop binden. Beim Verkauf von Fremdprodukten verdient der Marktplatz-Betreiber via Provision mit und, was vielleicht noch wichtiger ist, behält den Überblick über aktuelle Trends und Marktentwicklungen. Durch Kooperationen und den gemeinsamen Verkauf kann der eigene Vertriebskanal gestärkt, die Marktstellung ausgeweitet und eine Neupositionierung erreicht werden.

Dank der Marktplatz-Systematik muss der Betreiber nicht alle Artikel selbst kaufen, bevorraten und im Lager und der Buchhaltung halten. Der Drittanbieter profitiert vom vorhandenen Traffic und muss keinen eigenen Shop aufbauen und vermarkten. Und die Kunden freuen sich über ein umfassendes Sortiment aus einer Hand.

White-Label-Lösung – der schnellste Weg zum eigenen Marktplatz

Der einfachste und auch schnellste Weg zum eigenen Branchen-Marktplatz ist eine so genannte White-Label-Lösung. Hier wird eine professionelle und leistungsfähige Marktplatz-Plattform an die individuellen Anforderungen angepasst – von der visuellen Gestaltung im eigenen Corporate Design über die Anbindung an das vorhandene Content Management System (CMS) und die Kundendatenbanken bis hin zur Bereitstellung aller für Ihre Kundengruppen relevanter Zahlungsarten. Durch intelligente Analysetools können außerdem Daten über das Einkaufsverhalten generiert und das Angebot stets optimiert werden.

Eigene Reichweiten mit Marktplatz monetarisieren

Geeignet ist so eine White-Label-Lösung für alle Unternehmen mit einer gewissen Reichweite und eigenem Zielpublikum, auch solche, die bisher nichts mit E-Commerce zu tun hatten. Sie können mit einer Marktplatzlösung für ihre Zielgruppe einen Mehrwert bieten, daraus ein neues Einnahmemodell aufbauen und ihre Reichweite monetarisieren. Händler und Produkte bringen eine Marktplatzlösung mit – Betreiber können darüber ohne technischen Aufwand ein breites Angebot anbieten und verdienen über die Provisionen mit – und das ohne geschäftliches Risiko. Das Spektrum der Möglichkeiten, von der Handselektion des Angebots bis zu einer großen Breite, die alle Produkte einer Datenbank involviert, ist skalierbar.

Vermittler wie Zahlungsanbieter können einen Marktplatz nutzen, um über die dort getätigten Verkäufe und Transaktionen die eigenen Dienstleistungen anzukurbeln. Sie kann zudem hilfreich sein, um die eigene Sales-Struktur zu beschleunigen. Auch für Unternehmen, die feststellen, dass sich bestehende Geschäftsmodelle mittel- bis langfristig nicht mehr lohnen werden und alternative Einnahmequellen etablieren wollen, eröffnet eine Marktplatzlösung interessante Perspektiven. Mit einem solchen Tool lassen sich die Umsätze diversifizieren.

Grundsätzliche Anforderungen an eine White-Label-Lösung

Eine White-Label-Lösung muss schnell und einfach zu integrieren sein, egal ob die Unternehmens-Website in WordPress, Typo3 oder einem anderen CMS basiert. Sie sollte mit unterschiedlichen Betriebssystemen kompatibel sein. Das klappt am besten, wenn sie technisch-agnostisch aufgebaut ist. Die vollständige Anpassbarkeit an Markenbild und CI des Betreibers ist eine Grundvoraussetzung, schließlich soll nicht erkennbar sein, dass das System von einem Dienstleister stammt.

Konsequente Responsivity, das heißt die Optimierung für alle gängigen Browser, Devices und Auflösungen, ist heutzutage ebenso selbstverständlich wie die intuitive benutzerfreundliche Bedienung und geringe Ladezeiten. Alle relevanten Zahlungsmethoden sollten angeboten werden, damit Nutzer bequem kaufen und ihre gewohnte Zahlungsart nutzen können. Dazu kommen eine gute Skalierbarkeit bei Traffic und Transaktionen sowie die Möglichkeit der Internationalisierung.

Idealerweise ist bereits eine möglichst große Anzahl von Verkäufern und Produkten an die Lösung angebunden, sodass die Kunden aus einem breiten Sortiment auswählen können. Hier ist gutes Datenmaterial wichtig: Je breiter das Zielpublikum, desto einfacher ist es, ein passendes Angebot aufzusetzen. Der Betreiber bestimmt dabei, ob er die Produkte im Self-Service selbst auswählen oder diese durch einen Algorithmus auf Basis von KI vorschlagen lässt.

Eine gute White-Label-Lösung muss den Anforderungen des Betreibers, der Verkäufer und der Kunden optimal entsprechen. Um das zu erreichen, empfiehlt es sich, frühzeitig einen kompetenten und erfahrenen Implementierungspartner ins Boot zu holen. So unterstützt zum Beispiel die i-ways sales solutions GmbH in Berlin ihre Kunden schon in der Konzeptionsphase dabei, die unterschiedlichen Anforderungen präzise zu definieren und eine sinnvolle Priorisierung vorzunehmen. Auf dieser Basis wird dann die passende Lösung ausgewählt und sorgfältig implementiert.

Gängige Fehlerquellen bei der Implementierung

Ein häufiger Fehler bei der Implementierung einer White-Label-Lösung liegt darin, die Systeme der Marktteilnehmer nicht sauber anzubinden. Der Bestellprozess über einen Marktplatz erfordert eine reibungslose Kommunikation und Datenübertragung in verschiedene Richtungen: Produktinformationen des Verkäufers, wie Name, Preis, Eigenschaften oder Menge, werden auf dem Marktplatz zur Verfügung gestellt, wo der Kunde seine Wahl trifft und kauft. Order- und Zahlungsinformationen gehen zurück an den Verkäufer. Informationen über Versand und Pakettracking werden wieder über den Marktplatz an den Kunden weitergeleitet. Im Falle einer Retoure erfolgt die Information erneut vom Verkäufer an den Käufer.

Die vollständige digitale Abbildung alle dieser Prozesse wird nicht immer konsequent umgesetzt. Daraus können große Probleme entstehen, sobald der Marktplatz skaliert: Medienbrüche zwischen den Prozessschritten sind mit einem hohen manuellen Aufwand verbunden, der in der Regel unterschätzt wird. Einfach loslegen und später nachbessern ist im Falle einer Marktplatzlösung deshalb nicht sinnvoll. Denn enttäuschte Kunden oder unzufriedene Verkäufer lassen sich unter Umständen nur schwierig zurückholen.

Standardisierte Produktdaten bereitstellen

Wichtig ist es außerdem, normierte und standardisierte Produktdaten und ihre Qualität sicherzustellen. Auf diese Weise macht man es nicht nur dem Verkäufer leicht, sein Produkt auf der Plattform anzubieten und kann so die Angebotsseite skalieren. Auch für die Kunden sind die Produkte einfacher zu vergleichen. Angebot und Nachfrage finden in einem standardisiertem Produktkatalog zusammen. Hier empfiehlt es sich, im Markt vorhandene Produktdatenkataloge zu nutzen, die für diverse Branchen verfügbar sind.

Auch das passende Sortiment sollte im Fokus liegen: Je spitzer die Zielgruppe, umso kniffliger wird es, die richtigen Anbieter und Produkte auszuwählen. Ein weiterer Fehler kann darin bestehen, die Nachfrageseite nicht ausreichend skalierbar anzulegen. Im Vorfeld sollte der Betreiber also wissen, wer seine Käufergruppe ist, welche Gewohnheiten sie hat und welche Restriktionen es gibt. Daran orientieren sich unter anderem die relevanten Zahlungsmethoden – mobile Payment für Millenials und Rechnung und Lastschrift für ältere Marktteilnehmer – oder die Wahl eines geeigneten Logistikers: Wird Sperrgut transportiert oder muss eine Samstagszustellung gewährleistet sein?

Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage

Es darf auch nicht zu einem Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage kommen, da sonst die Gefahr besteht, dass der Marktplatz zusammenbricht. Er funktioniert dann am besten, wenn sich beide Seiten wechselseitig anstoßen: Das Angebot sorgt für Nachfrage, daraus resultiert ein Mehr an Angebot, das wiederum die Nachfrage erhöht. Ein Marktplatz kann mehr Auswahl und einen besseren Service für die eigenen Zielgruppen bieten und ermöglicht es, wertvolle Daten über ihr Nutzungs- und Konsumverhalten zu generieren.

Unternehmen können sich an neue Geschäftsmodelle herantasten, ohne zu große kaufmännische Risiken eingehen zu müssen. Entscheidend für den Erfolg ist eine sorgfältige Konzeption und die Wahl des richtigen Implementierungspartners. Unter diesen Voraussetzungen kann ein White-Label-Lösung ein guter Weg sein, um den eigenen Onlineshop zu erweitern oder den Einstieg in den E-Commerce ohne aufwändige eigene Technik zu starten.

Lesen Sie auch: P2B-Verordnung – mehr Transparenz zwischen Plattformen und Händlern

i-ways sales solutions GmbH
Silvio von Krüchten ist Geschäftsführer der i-ways sales solutions GmbH.

Über die Autoren: Cora Rosenkranz ist IT-Journalistin für Wordfinder;
Silvio von Krüchten ist Geschäftsführer der i-ways sales solutions GmbH.

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on xing
XING
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
E-Mail
Share on print
Drucken

Ihre Meinung zum Artikel

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Andere Leser haben sich auch für die folgenden Artikel interessiert

58 Prozent der deutschen Bürger vertrauen der öffentlichen Verwaltung und sind überzeugt, dass ihre Daten auf Servern der Behörden gut geschützt sind. Wie dem „Digital Government Barometer“ von Sopra Steria zu entnehmen ist, hat jeder Dritte leichte Zweifel, dass Behörden die nötigen Sicherheitsmaßnahmen ergreifen.

Redaktionsbrief

Tragen Sie sich zu unserem Redaktionsbrief ein, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Wir wollen immer besser werden!

Deshalb fragen wir SIE, was Sie wollen!

Nehmen Sie an unserer Umfrage teil, und helfen Sie uns noch besser zu werden!

zur Umfrage

Aktuelle Ausgabe

Topthema: Fashion commerce

Wann jetzt handeln gefragt ist

Mehr erfahren

Tragen Sie sich jetzt kostenlos und unverbindlich ein, um keinen Artikel mehr zu verpassen!

    * Jederzeit kündbar

    Entdecken Sie weitere Magazine

    Schön, dass Sie sich auch für weitere Fachmagazine unseres Verlages interessieren.

    Unsere Fachtitel beleuchten viele Aspekte der Digitalen Transformation entlang der Wertschöpfungskette und sprechen damit unterschiedliche Leserzielgruppen an.