Zahlungsmoral im 2. Quartal 2009 gesunken

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print

Der durchschnittliche Zahlungsverzug lag im 2. Quartal bei 9,7 Tagen, Unternehmen bewahren trotz Finanz- und Wirtschaftskrise ihre Liquidität und der Maschinenbau zeigt sich mit leicht verbesserter Zahlungsmoral.

Im 2. Quartal 2009 hat die Wirtschaftkrise deutliche Spuren bei der Zahlungsmoral deutscher Unternehmen hinterlassen, belegt eine Studie des Wirtschaftsinformationsdienstes D&B Deutschland. Nur noch 78,4 Prozent der Unternehmen in Deutschland zahlten ihre Rechnungen innerhalb des vereinbarten Zahlungsziels. Das entspricht einem Rückgang von 1,13 Prozentpunkten gegenüber dem ersten Quartal 2009.

“Mit diesen Zahlen und ihrer Entwicklung präsentiert sich jedoch die deutsche Wirtschaft in Zeiten der Wirtschaftskrise bei der Zahlungsmoral durchaus stabil”, konstatiert Thomas Dold, Geschäftsführer bei D&B Deutschland. “Derzeit mehren sich die Zeichen für eine Erholung der Zahlungsmoral. Es bleibt weiterhin abzuwarten, wie sehr sich die restriktive Vergabepolitik der Banken bei Krediten auf die Liquidität der Unternehmen und deren Cashflow auswirken wird.”

Die durchschnittliche Verzugszeit bei Unternehmen, die nicht vereinbarungsgemäß; zahlten, lag bei 9,7 Tagen. Damit mussten Gläubiger im 2. Quartal dieses Jahres länger auf ihr Geld warten im Vergleich zum vorangegangenen (9,1 Tage). Auch wenn Kreditversicherer ihre Limite kürzen oder Banken die Vergabe von Krediten an zusätzliche und umfangreichere Sicherheiten und Auflagen knüpfen, verfügten deutsche Firmen im 2. Quartal 2009 weiterhin über ausreichend liquide Mittel, um ihre Rechnungen zu begleichen.

Die im Rahmen des D&B DunTrade Programms ausgewerteten 600 Millionen deutschen Rechnungen bescheinigen dem Groß;teil der Unternehmen in Deutschland weiterhin eine gute Zahlungsmoral.

Im Hinblick auf einzelne Branchen war der Maschinenbau die einzige Sparte, die im Vergleich zum vorherigen Quartal aktuell eine bessere Zahlungsmoral aufweisen konnte (0,17 Prozent plus). Der derzeitige Auftragseinbruch im Maschinenbau hat sich bislang nicht negativ auf die Zahlungsmoral ausgewirkt. Abgesehen vom Maschinenbau gab es bei den anderen untersuchten Branchen zum Teil herbe Einbuß;en bei der Zahlungsmoral. Auch die Top-3-Branchen mit der besten Zahlungsmoral waren davon betroffen.

Während die Pharmaunternehmen (92,79 Prozent) mit kleineren Verlusten weiterhin die beste Zahlungsmoral verzeichnen konnten, gab es Verluste bei den Banken mit dem drittstärksten Minus im Branchenvergleich (-2,11 Prozent im Vergleich zu Q1/2009). Dennoch zeigen die Finanzinstitute die zweitbeste Zahlungsmoral. Der Maschinenbau (82,49 Prozent) verdrängte den Groß;- und Einzelhandel (81,54 Prozent) von Platz 3.

Am stärksten sank die Zahlungsmoral im Bereich Transport und Logistik (-6,1 Prozent), zurückzuführen auf den Rückgang des Welthandels. Die meisten ernsthaften Beanstandungen bei der Zahlungsmoral verzeichnete D&B bei Unternehmen aus dem Baugewerbe sowie bei Verlagen und Druckereien.

Auch im Vergleich der Bundesländer ist das Zahlungsverhalten der Unternehmen vom ersten zum zweiten Quartal 2009 gesunken. In keinem Bundesland konnte der Schnitt der Unternehmen mit pünktlicheren Zahlungen aufwarten. Berlin ist weiterhin mit Abstand (71,88 Prozent) das Schlusslicht aller Bundesländer. Die Top-3-Bundesländer bleiben unverändert: Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen. Am schnellsten an ihr Geld kommen Gläubiger bei Unternehmen aus Bremen.

Die Zahlungsmoral deutscher Unternehmen zeigt sich trotz der ständigen Schlagzeilen und Nachrichten über Rezession, Wirtschaftskrise, Insolvenzen und Arbeitslosigkeit erstaunlich robust – anders als beispielsweise Unternehmen in der Schweiz. Dort zahlen die Firmen ihre Rechnungen mittlerweile 21,9 Tage nach Ziel (Q1/2008: 14,8 Tage).

Dennoch wird es Deutschland als Exportweltmeister vor allem in den Branchen mit einer sehr hohen weltweiten Verflechtung, wie beispielsweise Maschinenbau, Chemie oder Automobilhersteller, in den kommenden Monaten weiterhin schwer haben. Auß;erdem ist laut D&B Prognose in Deutschland mit einem Anstieg an Insolvenzen von zirka 17 Prozent zu rechnen. Diesen geht unter anderem die fortwährende Liquiditätskrise von zahlreichen Firmen voraus, begründet im unzuverlässigen Zahlungsverhalten der Kunden. Damit steigt die Gefahr von Forderungsausfällen.

Viele Volkswirte deuten die aktuell positive Entwicklung mehrerer Wirtschaftsindikatoren, wie den Anstieg der Auftragseingänge, positiv und erwarten für das zweite Halbjahr eine leichte Besserung der wirtschaftlichen Entwicklung. Das wird sich absehbar auch in einer schon begonnen positiven Entwicklung der Zahlungsmoral ablesen lassen. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie und ob politische Weichenstellungen und Konjunkturprogramme an dieser Stelle helfen können, trotz strengerer Prüfungen der Kreditwürdigkeit auf Seiten der Banken Unternehmen ausreichend mit notwendigem Kapital zu versorgen.

Info: www.dnbgermany.de/duntrade/downloads.html

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on xing
XING
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
E-Mail
Share on print
Drucken
Werbung

Entdecken Sie weitere Magazine

Schön, dass Sie sich auch für weitere Fachmagazine unseres Verlages interessieren.

Unsere Fachtitel beleuchten viele Aspekte der Digitalen Transformation entlang der Wertschöpfungskette und sprechen damit unterschiedliche Leserzielgruppen an.