Zahlungsmoral im 2. Quartal 2010 besser als vor der Krise

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82,3 Prozent der deutschen Unternehmen zahlten im 2. Quartal 2010 ihre Rechnungen vereinbarungsgemäß. Durchschnittlicher Zahlungsverzug bei 9,4 Tagen.

Die Zahlungsmoral deutscher Unternehmen verbesserte sich auch im 2. Quartal 2010 deutlich. Laut einer Studie des Wirtschaftsinformationsdienstes D&B Deutschland erreichte die Zahlungsmoral mit 82,3 Prozent vereinbarungsgemäß zahlender Firmen einen höheren Wert als vor der Krise. Damit stieg der Anteil der pünktlich zahlenden Unternehmen im Vergleich zum 1. Quartal um 1,6 Prozentpunkte und im Vergleich zum Vorjahresquartal um 3,9 Prozentpunkte. „Die Konjunktur in Deutschland zieht an und das spüren wir auch beim Zahlungsverhalten“, erläutert Thomas Dold, Geschäftsführer von D&B Deutschland. „Der Trend ist positiv und die Liquidität der Unternehmen scheint derzeit gesichert, auch wenn aktuell nur der Export die Konjunktur treibt“, so Dold weiter.

Im Hinblick auf das pünktliche Bezahlen ihrer Rechnungen haben deutsche Unternehmen die Krise hinter sich gelassen. Die Maßnahmen zur Sicherung ihrer Liquidität waren somit erfolgreich. Die anziehende Konjunktur verbessert ebenfalls ihre Zahlungsmoral. Auch auf Fremdkapital können Unternehmen weiterhin zurückgreifen. Eine Kreditklemme kann D&B nach Analyse der Zahlungsmoral derzeit nicht bestätigen. Unternehmen mit einem tragfähigen Geschäftsmodell und soliden Bilanzen kamen bisher und kommen auch in Zukunft an Kredite.

Im 2. Quartal 2010 zahlten 78,7 Prozent der Autozulieferer ihre Rechnungen pünktlich. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg um 5,2 Prozentpunkte. Hier wirkt sich die gestiegene Nachfrage aus Asien und den USA positiv auf die Auftragssituation der Zulieferer aus. Doch trotz der konjunkturellen Belebung steht die Branche weiterhin vor ernsten Problemen.

Einer D&B Analyse zufolge ist weiterhin jeder 5. Automobilzulieferer insolvenzgefährdet. Ein Grund hierfür ist die traditionell dünne Kapitaldecke der Branche. Die Entwicklung der Zahlungsmoral in den kommenden Monaten wird Hinweise darauf geben, ob die Unternehmen ausreichend Kapital besitzen, um einerseits die Produktion vorzufinanzieren und um andererseits Forschung und Entwicklung voranzutreiben. Denn die Branche braucht Innovationen, um die erwarteten Produktivitätssteigerungen auch realisieren zu können.

Die Zahlungsmoral deutscher Unternehmen hat sich in allen Bundesländern positiv entwickelt. Die Bundesländer profitieren damit gleichermaßen vom wirtschaftlichen Aufschwung. Überraschungen in der Rangfolge gibt es jedoch keine. Bayern und Baden-Württemberg, aber auch Sachsen verteidigen unangefochten ihre Positionen an der Spitze. Berlin und Hamburg sind weiterhin die Schlusslichter.

Ausblick: Aufschwung nachhaltig stabilisieren

Die Konjunktur in Deutschland zieht an, das zeigt sich auch an der sehr guten Zahlungsmoral deutscher Unternehmen. D&B hat deshalb die Wachstumsprognose nach oben korrigiert und erwartet nun für 2010 ein Wachstum von 1,3 Prozent und für 2011 von 1,5 Prozent. Dieser Aufschwung wird sich auch positiv auf die Entwicklung der Zahlungsmoral auswirken.

Doch die Konjunktur ist anfällig. Das hat die Schuldenkrise Griechenlands eindrücklich gezeigt. Die Länder der Eurozone müssen langfristig ihre hohe Staatsverschuldung in den Griff bekommen, ohne dabei aber mit Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen den Aufschwung abzuwürgen. Das gilt auch für Deutschland. Darüber hinaus muss es Wirtschaft und Regierung gelingen, die Nachfrage im Inland zu stärken, denn nur mit dem Export allein, kann Deutschland den Aufschwung nicht nachhaltig stützen.

Die komplette Studie zum Download:

http://www.dnbgermany.de/media/10-07-28-PI-Zahlungsmoral-Q2-2010.pdf

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