Zukunft der europäischen Fintech-Branche – PSD2-Manifest

PPRO und eine Koalition aus aktuell 65 weiteren in den EU-Mitgliedstaaten sowie auf globaler Ebene im Finanzsektor tätige Unternehmen und Verbände, hat ein PSD2-Manifest verfasst und unterzeichnet. Ziel des Dokuments ist es, die Europäische Kommission dazu zu veranlassen, Änderungen an dem aktuellen Entwurf der Regulatory Technical Standards (RTS) unter der zweiten Zahlungsdiensterichtlinie (Payment Services Directive 2, PSD2) vorzunehmen.

 

 

Wenn die RTS so, wie sie aktuell von der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) vorgesehen sind, verabschiedet werden, haben sie potentiell negative Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle vieler im Fintech-Umfeld agierenden Firmen, da sie das rückgängig machten, was Fintech-Unternehmen in den vergangenen Jahren erreicht haben.

Die letzten und wichtigsten Verhandlungsetappen rund um die RTS stehen an. Die Koalition aus aktuell 66 Unternehmen ist fest davon überzeugt, dass die vorgesehenen Standards, insbesondere diejenigen, die die Kommunikation zwischen Fintechs und Banken im Namen der Kunden betreffen, einen negativen Effekt hätten – ganz im Gegensatz zu dem, wofür die PSD2 ursprünglich vorgesehen war.

Die vorgesehenen Standards hätten einen nachteiligen Einfluss auf den Wettbewerb, gefährdeten die Kontrolle der Verbraucher über ihre persönlichen Finanzdaten und hätten besonders negative Auswirkungen auf die zukünftige Innovation in Europa. Darüber hinaus sind sie nicht nur mit der PSD2 unvereinbar, sondern würden Fintechs zudem zwingen, sich in eine technologische Abhängigkeit von Banken zu begeben, da sie diese in die Position des Torwächters für den Fintech-Sektor versetzen würden.

Das Manifest umreißt gemeinsame Sorgen sowie Vorschläge, wie die Standards sowohl den Wettbewerb, als auch die Innovation und Verbraucherauswahl verbessern könnten.

„Wir, die Unterzeichner des Manifestes, glauben, dass die regulatorischen technischen Standards der EBA den in der PSD2 festgelegten Prinzipien widersprechen“, so Ralf Ohlhausen,  Business Development Director der PPRO Group. „Sie verzerren sie vielmehr, indem sie bewährte, sichere Technologien wie den Direct Access über die existierende – und sorgfältig gepflegte – kundenseitige Online-Banking-Oberfläche der Bank verbieten. Daher fordern wir die politischen Entscheidungsträger dringend dazu auf, die RTS dem PSD2-Text so anzupassen, dass bestimmte Technologien, wie Direct Access, nicht mehr ausgeschlossen werden, sondern Technologieneutralität und Verbraucherauswahl im Zahlungswesen bewahrt werden. Wir engagieren uns in dieser branchenweit wichtigen Angelegenheit, um die Zukunft der europäischen Fintech-Industrie zu sichern“, so Ohlhausen weiter. „Das geschieht zum Wohl aller europäischen Verbraucher, im Sinne eines beständigen Wachstums, zugunsten von Innovation im E-Commerce, und um die europäische Führungsrolle im Fintech-Umfeld nachhaltig zu gewährleisten.“

Die Koalition ist offen für alle Interessenten. Das Manifest und weitere Informationen sind online einsehbar.

(jm)

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