Der Alltag ist dieser Tage besonders grau, das Lockdown-Ende scheint weit entfernt und so gibt es gleich mehrere Gründe für den Hype der neuen Social-Audio-App Clubhouse. Diese wird sofort heiß diskutiert: Einladungslink, Verfügbarkeit iOS-only, und ist das eigentlich nicht nur telefonieren?
(Quelle: New Communication GmbH & Co. KG)
Purpose-driven Marketing beschreibt die Bemühungen eines Unternehmens, etwas Sinnstiftendes zu leisten. Eine zweckorientierte Marke wie Clubhouse fokussiert nicht nur auf das Firmenergebnis, sondern richtet sich eben auf einen bestimmten Zweck beziehungsweise eine bestimmte Mission oder Vision aus.
Ein Zitat, dass in Zusammenhang mit Clubhouse und in Clubhouse-Rooms fällt ist: „Sprechen dort nicht Personen aus einer Bubble in einer Bubble über die neue Bubble?“ Darin steckt viel Wahrheit, aber wie kommt es dazu? Personen mit einer Affinität für die Themen Online-Kommunikation, Social-Media und Networking verfolgen mit Clubhouse und seinen Funktionen genau diese Themen – nach pandemiebedingter Flaute – besonders gespannt.
Aktives Kreieren statt passivem Konsumieren
Beschäftigt man sich zusätzlich jobbedingt durchgängig mit den neuesten Online-und Marketing-Trends und sucht Inspiration für neue Contentformate in den jeweiligen Nischen, dann teilen bekannte Persönlichkeiten diese mit viel Euphorie auch in ihrer Community. Hier gibt es Online-Marketing-VorreiterInnen, die über LinkedIn sehr gut vernetzt sind, aber eben auch reichweitenstarke Instagram-InfluencerInnen, die mit ihren Stories eine Audience im vier, fünf bis sechsstelligen Bereich in kürzester Zeit erreichen. Im Prinzip sind wir alle auf der Suche nach neuen Trends und Themen.
Die Early Adopters und Experten der etablierten Plattformen wie Facebook, Instagram, LinkedIn sind in den jeweiligen Bubbles aktuell nur mit sehr viel Fleiß, Durchhaltevermögen und Kreativität einzuholen. (Ausnahmen von sonstigen viralen Hits bestätigen hier die Regeln.) Da ist doch eine neue App wie Clubhouse der perfekte Anlass, um diese neue digitale Möglichkeit zu nutzen, wenn längerfristig kein passives Konsumieren, sondern ein aktives Kreieren das Ziel ist.
Early Adopters sind das Duo des Doppelgänger-Podcasts in Kombination mit Ann-Kathrin Schmitz, die für einen Schneeball-Effekt von Anmeldungen gesorgt und den Hype richtig befeuert haben. Eine Telegram-Gruppe der Doppelgänger und das Verlinken in Schmitz‘ Instagram-Story haben eineVielzahl von Anmeldungen ermöglicht, so sind auch wir auf die neue App aufmerksam geworden und konnten uns einen Invite sichern.
Was kann Clubhouse –was ist das Killerfeature?
Das markante Clubhouse Feature digitale Unterhaltung mit Audio-only zu führen, ist natürlich im Kern wie telefonieren. Aber bisher hatte man leider nie die Telefonnummer seines Lieblingsmoderators, noch die der gefragtesten Expertin im Influencer-Marketing. Und genau das ermöglicht Clubhouse. Natürlich gibt es andere Plattformen, mit Hilfe derer persönliche Nachrichten geschrieben werden können. Rückmeldungen fallen auf Facebook oder Instagram meistens eher kurz aus, was der hohen Anzahl an eingehenden Nachrichten verständlich ist. Bei Clubhouse sieht dieser intime Moment mit spannenden Leuten, die ihre Sichtweise und Expertise teilen komplett anders aus.
Bekannte Persönlichkeiten sprechen in einem Raum über ein Thema und als Zuhörer kann man per Handzeichen eine Interaktions-Anfrage stellen. Natürlich hat man nicht immer das Glück auf das Podest in die Speaker-Runde zu kommen, aber die Möglichkeit besteht dennoch. Das Killerfeature ist daher auf jeden Fall gegeben –ist jedoch abhängig von spannenden Speakern. Bekannt ist das auch von den nicht digitalen Veranstaltungen, Talks und Panels, die pandemiebedingt aktuell einfach nicht stattfinden können.
Neue Möglichkeiten für Unternehmen
Die beiden Clubhouse-Gründer Paul Davison und Rohan Seth machen es vor und nutzen ihre Plattform, wie es ihnen bald andere Unternehmen gleichtun könnten. Sonntagabends spricht das Clubhouse-Team über den aktuellen Stand der App-Programmierung, geplante Features und was die User erwartet. Ein sonst intern abgehaltenes Meeting auf Management-Level wird hier also transparent mit der Community geteilt und das Publikum kann direkt Fragen stellen.
Auch wenn bisherige Social-Media-Plattformen bereits vermeintlich einen Einblick hinter die Kulisse von Unternehmen geben, so ist der Content meist genaustens geplant und mit den jeweiligen Werten verbandelt. Clubhouse schafft durch das Sprechen der einzelnen Personen einen unvergleichbar individuellen Einblick, denn Geschäftsführer, Gründer und Marketingverantwortliche teilen Informationen aus erster Hand.
Die erste Woche auf Clubhouse hat Einblicke in die (Arbeits-)Welt von bekannten Persönlichkeiten ermöglicht und das fühlt sich wie eine Telefonkonferenz mit den besten Freunden an. OMR-Gründer Philipp Westermeyer spricht dabei auch von der „Klassenfahrt der ganzen Branche“ (Meedia, Ausgabe 04/21). Unternehmen sind somit gut beraten die kommunikative Skills der eigenen die MitarbeiterInnen zu fördern. Personen mit der Fähigkeit zu moderieren und Themen in Form von Mini-Pitches innerhalb von zwei bis drei Minuten zu reflektieren/präsentieren, kommen in Clubhouse besonders gut an und sorgen für ein spannendes Unterhaltungsformat.
Stand: 16.12.2025
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Clubhouse als Jobbörse
Aktuell befinden sich viele Personen aus den Bereichen Marketing, Vertrieb und Start-Up auf der Plattform. Aber auch Recruiter können so neue Talente finden. So stellten beispielsweise einige HR-Verantwortliche in einem Raum Jobangebote vor, zu denen potenzielle Bewerber Fragen stellen konnten. Hier bietet Clubhouse also einen Ersatz für die persönlichen Gespräche auf Jobmessen.
Clubhouse bietet allen Personen, die gerne Netzwerken, die Möglichkeit sich zu verbinden. Besonders spannend ist aber, dass vor allem Menschen ins Gespräch kommen, die auf einer vergleichbaren Veranstaltung eventuell nicht aufeinandergetroffen wären. Wertvoll ist hier auch immer ein „Follow-up“: Es werden E-Mail-Adressen, LinkedIn-oder Instagram-Profile ausgetauscht, sodass nach dem Clubhouse-Gespräch weiter kommuniziert werden kann. Unternehmen, die hohe Maßstäbe an ihr Datenschutzniveau haben, sollten Clubhouse vorerst noch nicht in ihr Kommunikationsportfolio aufnehmen.
Perfekte Lösung für soziale Kontakte
Wir kennen die Geschichten um die Features von Snapchat Stories und dem TikTok-Videoformat. Facebook hat diese Features für Instagram eiskalt kopiert und konnte durch die entsprechend höhere Durchdringung in der Bevölkerung weiterhin relevant bleiben. Clubhouse ist noch am Anfang und aktuell erst in einer Beta-Version verfügbar. Mit dem ausstehenden Release für Android (rund 75 Prozent Marktanteil weltweit, iOS knapp 25 Prozent) steht der große Run auf die App noch aus.
In den unterschiedlichsten Clubhouse Räumen wird bereits jetzt zu Beginn oft über das Weiterbestehen der App gesprochen. Jedoch ist die neue Clubhouse-App zu diesem Zeitpunkt der Pandemie, des Lockdowns, eine perfekte Lösung, um den Menschen soziale Kontakte zu ermöglichen, die anderweitig einfach nicht vorhanden sind. Ob Clubhouse auch danach relevant bleibt und welche Contentformate die Kreativen dieser Branche entwickeln, wird sich längerfristig noch zeigen.
Fünf Tipps für Clubhouse
Vernetzen Sie sich mit Persönlichkeiten, um Räume zu sehen.
Stellen Sie die rhetorische Ausbildung von MitarbeiterInnen in den Fokus.
Nutzen Sie die Chancen und seien Sie mit Ihrem Unternehmen mit Clubhouse-Formaten in Ihrer Branche der Vorreiter.
Begeistern Sie vorhandene Corporate-Influencer für die Nutzung von Clubhouse.
Setzen Sie sich jetzt mit Clubhouse auseinander und seien Sie Early Adopter.
Über die Autoren: Lisa Nitzschke und Patrick Kostorz sind tätig bei der Marketing- und Kommunikationsarchitektur New Communication GmbH.