Cybersecurity Abzocke im Internet: Die Fake-Shop-Falle

Ein Gastbeitrag von Kevin Bocek 2 min Lesedauer

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Cyberkriminelle werden immer geschickter, Klone von beliebten Shopping-Websites zu erstellen. Dank der explosionsartigen KI-Entwicklung erst recht. Tipps geben Online-Händlern Anhaltspunkte, wie sie falsche Shops selbst suchen und melden können, um die Kunden vor Abzocke im Internet und die eigene Reputation zu schützen.

(Bild:  freepik)
(Bild: freepik)

Nachforschungen von Netcraft, einem Internetdienstleister, ergaben einen Anstieg der gefälschten Einzelhandelsseiten um 135 Prozent im Jahr 2023 im Vergleich zum Oktober 2022. Fake Shoppingportale werden in Cyberkriminellen-Kreisen immer populärer.

Die täuschend echte Websites sollen die Verbraucher locken. Mit den Möglichkeiten der generativen KI wird dieser Prozess noch einmal vereinfacht. Die Methoden der Kriminellen werden raffinierter und professioneller. Online-Händler sind dennoch nicht machtlos, wenn es darum geht, falsche Shops zu erkennen und zu bekämpfen.

Abzocke im Internet ist täuschend echt: Die Gefahr gefälschter Shopping-Portale

Früher waren es schlechte Rechtschreibung und fragwürdiger Satzbau oder falsche Zeichensetzung, anhand dessen betrügerische Websites zu erkennen waren. Heute können Cyberkriminelle dank generativer KI täuschend echte Websites mit ähnlichen Produkten, Schriftarten, Graphiken und in verschiedenen Sprachen erzeugen. Selbst das „grüne Vorhängeschloss“ im Browser, ein Zeichen für Legitimität, wird über digitale Zertifikate aktiviert und erst kürzlich wurden sogar Computerexperten hereingelegt, indem ihre Kommunikation abgefangen wurde. Der Verbraucher ist also selbst darauf angewiesen Gefahren zu erkennen, da der eigene Browser dies oft nicht mehr kann.

Schwierige Erkennung

Sogar erfahrene Schnäppchenjäger und Online-Shopper tun sich schwer dabei, falsche Shopping-Portale zu erkennen. Ein einzelner falscher Buchstabe in der URL kann der Grund sein, warum Verbraucher getäuscht und Opfer von Betrug werden. Das FBI warnt davor, sich allein auf den durch den Browser gegebenen Schutz zu verlassen und hat Unternehmen gewarnt, sich vor gefälschten bösartigen Zertifikaten zu schützen.

Tipps für Online-Händler gegen Abzocke im Internet

Die drei folgenden praxisnahen Tipps bieten Online-Händlern Hilfestellung, um ihre Kunden zu schützen und die eigene Reputation zu wahren:

  • 1. Verwendung von Google Safe Browsing: Verdächtige Websites können mit Google Safe Browsing gesucht und ­gemeldet werden. Der riesige Anti-Phishing-Dienst identifiziert gefährliche Websites und setzt sie dann auf eine schwarze Liste.

  • 2. Certificate Transparency: Die Überwachung von Certificate Transparency über ein Machine Identity Management ermöglicht es Unternehmen, bösartige und gefälschte Zertifikate sowie Websites frühzeitig zu erkennen und so die eigenen Kunden zu schützen.

  • 3. Nutzung von Markenschutzdiensten: Technologische Lösungen, wie Markenschutzdienste, helfen Unternehmen dabei, bösartige Websites zu finden und die unbefugte Verwendung der eigenen Logos oder Marken zu unterbinden.

Fazit

Für Online-Shop-Betreiber ist Wachsamkeit geboten. Falsche Shopping-Portale zerstören die eigene Reputation und stören die Customer Journey. Die gefälschten Shops werden vor allem dann gefährlich, wenn sie auch noch über Google Ads beworben werden, wie am Beispiel des Blackout-kits.at eindringlich auf­gezeigt wurde. Als letzter Tipp: Verdäch­tige ­Domains können auch bei den jeweiligen Domain Registrierungsstellen gemeldet werden. Hier sind die Links zu GoDaddy, Tucows, Name.com, Namecheap und HostGator.

Abzocke im InternetKevin Bocek
VP Ecosystem & Community bei Venafi

Bildquelle: Venafi

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