Frontend hui, Backend pfui: Online-Händler polieren die Frontends ihrer Webshops meist auf Hochglanz, während das Backend verwahrlost. Früher oder später stößt so der Shop auf Wachstumsprobleme.
(Quelle: Shopmacher)
Warum ist jedes Update so teuer? Warum ist mein Webshop so langsam? Muss ich mein Shopsystem jetzt schon umstellen oder läuft es noch die nächsten zwei Jahre? Irgendwann kommen die meisten Online-Händler an den Punkt, wo die Weiterentwicklung ihres Webshops Fragen aufwirft. In der Regel hakt es dabei nicht an der Usability im Frontend. Es ist die Systemlandschaft, die Probleme bereitet. Diese fünf Fallstricke lauern bei einem Health-Check im Backend von Webshops:
1. Backend: Überdimensionierte Plug-Ins führen zur teuren Updates
Viele Online-Händler sind verwundert, dass ihre Agenturen für jedes noch so kleine Update hohe Preise aufwerfen. Die Analyse von Shopmacher zeigt: Schuld sind häufig zu komplexe Plug-ins, über die erwünschte Individualisierungen des Händlers umgesetzt wurden. „Diese Methode wird häufig dann genutzt, wenn in der Set-Up-Phase der Zeitplan eng ist und das Budget aus dem Ufer zu laufen droht“, erklärt André Roitzsch, Geschäftsführer der Agentur Shopmacher. Doch wenn die erste Software-Aktualisierung notwendig ist, müssten Online-Händler die Einsparungen aus der Anfangszeit teuer bezahlen und stünden irgendwann vor einem Shopsystem mit einem Backend, das sich überhaupt nicht mehr aktualisieren lässt.
2. Zu starke Individualisierung macht die Vorteile von Standardsoftware zunichte
Wenn Online-Händler sich die Frage stellen, ob ihre Shop-Software überhaupt noch zukunftsfähig ist, lohnt sich ein Blick in den Quellcode. Nicht selten wurde eine Standardsoftware wie Shopware oder Magento so stark individualisiert, dass von der ursprünglichen Software nicht mehr viel übrig geblieben ist. „Dann hat man auch den Nutzen nicht mehr, den eine Standardsoftware bietet und sollte sich überlegen, ob man nicht besser gleich individuell oder mit einem Baukastensystem entwickelt“, rät André Roitzsch.
3. Überdimensionierte Serverkapazitäten im Backend verschlechtern Performance
Ist ein Onlineshop nicht sauber programmiert, bestrafen ihn die eigenen Ladezeiten – und eine daraus resultierende schlechte Konversionsrate der Kunden. Das Problem lässt sich bis zu einem gewissen Grad dadurch lösen, dass man Serverkapazitäten nachkauft, doch ist dies langfristig die teuerste Art des Trouble Shooting. Um eine nachhaltige Verbesserung bei der Ladezeit zu erzielen, muss den Problemen im Backend auf den Grund gegangen werden. Oft finden sich dabei verbaute Systemarchitekturen, die entschlackt werden müssen. Doch auch andere Faktoren treiben die Ladezeiten nach oben. Für zusätzliche Probleme bei der Performance-Optimierung sorgt die Tatsache, dass die gängigen Tools, mit denen sich die Performance des Webshops messen lässt, teils widersprüchliche Ergebnisse liefern. Hier hilft es, sich auf ein Tool festzulegen wie Commerce-score.io und konsequent dieselbe Teststrategie zu verfolgen.
4. Falsche Priorisierung von Content und Commerce erhöht Komplexität
Unternehmen, die stark auf Content setzen, stehen vor der Frage, ob sie ein Shopsystem wie beispielsweise Shopware nutzen, mit dem sich auch gutes Content-Management betreiben lässt, oder ob sie ein Content-Management-System nutzen und daran Funktionen für den Webshop andocken. In vielen Projekten, in denen das CMS-System das führende System ist, werden im Laufe der Zeit aber so viele Shop-Funktionen integriert, dass man sich die Frage stellen muss, ob die Priorisierung noch sinnvoll erscheint oder man besser möglichst schnell das System wechselt.
5. Mangelhafte Deployment-Strategien machen den Shop unsicher
Viele Onlineshop-Lösungen bleiben beim Deployment-Prozess teils weit unter dem erforderlichen Standard für Enterprise-E-Commerce-Systeme. Das bietet nicht nur Einfallstore für Hacker-Angriffe, sondern auch enorme Risiken bei Änderungen am Webshop Design. „Wenn ich jedes Mal händisch den ganzen Webshop durchtesten muss, damit mir eine Änderung im Frontend nicht den Checkout oder das Payment zerschießt, oder nach einem Live-Gang Roll-Back-Optionen fehlen, die auf Knopfdruck den vorherigen Zustand des Shops wieder herstellen, wird jede Änderung im Shop zur Zitterpartie“, warnt Roitzsch.
Die schleichende technische Verwahrlosung ignorieren oder unterschätzen Händlern lange, ist Geschäftsführer von Shopmacher überzeugt. Manchmal ist den Händlern auch gar nicht bewusst, auf welchem Pulverfass sie sitzen. Doch saubere Prozesse im Backend sind genauso wichtig wie ein überzeugendes Look & Feel im Frontend. Erst im Zusammenspiel lässt sich Onlinehandel so betreiben, dass er Händlern und Kunden gleichermaßen Spaß macht.
(André Roitzsch ist Geschäftsführer der Agentur Shopmacher. (Bild: Shopmacher))
Shopmacher hat sich seit der Gründung 2005 einer der führenden Spezialagenturen für die KPI-getriebene Weiterentwicklung von digitalen Vertriebskanälen in B2B und B2C entwickelt. Mit kontinuierlichen und messbaren Verbesserungen hilft Shopmacher Herstellern und Händlern, den sich schnell verändernden Anforderungen im Onlinehandel gerecht zu werden. Als Teil der Engbers-Gruppe haben die 70 Mitarbeiter am Hauptsitz in Gescher und dem Entwicklerstandort Ho-Chi-Minh-Stadt nicht nur IT-, sondern auch Handelskompetenz in ihrer DNA. (sg)
Stand: 16.12.2025
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