IT-Trends 2026 Beschaffung: Sieben Trends, die das Jahr 2026 bestimmen werden

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 5 min Lesedauer

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KI krempelt Geschäftsprozesse um, auch in der Beschaffung und im Supply Chain Management. Die Algorithmen optimieren ganze Prozesse, lernen kontinuierlich dazu und Agenten treffen eigenständig Entscheidungen. Wie der Einkauf von den neuen Technologien profitieren kann.

Beschaffung im Wandel: Was autonome Agenten und resiliente Lieferketten im Jahr 2026 bewirken.(Bild:  pcess609/ iStock.com)
Beschaffung im Wandel: Was autonome Agenten und resiliente Lieferketten im Jahr 2026 bewirken.
(Bild: pcess609/ iStock.com)

KI krempelt Geschäftsprozesse um, auch in der Beschaffung und im Supply Chain Management. Die Algorithmen optimieren ganze Prozesse, lernen kontinuierlich dazu und Agenten treffen sogar eigenständig Entscheidungen. Jochen Krüger, Vice President Sales DACH bei Jaggaer, erklärt anhand aktueller Studienergebnisse, wie der Einkauf in diesem Jahr von den neuen Technologien profitieren kann.

Volatile Märkte, Kostensteigerungen und schärfere ESG-Vorschriften zwingen Unternehmen, ihre Procurement-Strategien zu überprüfen. Für Verantwortliche aus Beschaffung und Supply Chain bedeutet das: Einsparpotenziale identifizieren, Lieferketten resilienter machen und durch automatisierte Prozesse noch effizienter werden. Die folgenden sieben Trends beleuchten technologische Entwicklungen, die dabei unterstützen:

1. Multiagent-Systeme sind auf dem Vormarsch

Auf GenAI folgte Agentic AI, und die nächste Entwicklungsstufe sind Multiagent-Systeme. Davon ist das Beratungshaus Gartner überzeugt und zählt diese zu seinen „Top Strategic Predictions“. Gene Alavarez, Distinguished VP Analyst bei Gartner, erklärte dazu auf dem diesjährigen IT-Symposium: „Der Einsatz von Multiagentensystemen bietet Unternehmen eine praktische Möglichkeit, komplexe Geschäftsprozesse zu automatisieren, Teams weiterzubilden und neue Wege für die Zusammenarbeit zwischen Menschen und KI-Agenten zu schaffen.“

Jochen Krüger ist Vice President Sales DACH bei Jaggaer.(Bild:  Jaggaer)
Jochen Krüger ist Vice President Sales DACH bei Jaggaer.
(Bild: Jaggaer)

Einzelne KI-Agenten übernehmen bereits heute Aufgaben im Sourcing, Contracting oder Risk Management. Jochen Krüger kommentiert: „Wir erwarten jedoch, dass in naher Zukunft ein Team von interagierenden Software-Agenten in der Lage sein wird, vollständige Zyklen bei der Beschaffung von der Verhandlung bis zur Zahlung völlig autonom abzuwickeln. Sogar reine Agent-zu-Agent-Verhandlungen sind denkbar. Es lohnt sich daher, ganzheitlich zu denken und Technologie-Provider schon heute auf Multiagent-Fähigkeiten abzuklopfen.“

Wie schnell Software-Agenten komplexe Prozesse in der Beschaffung wirklich von A bis Z autonom übernehmen, bleibt abzuwarten. Denn ein Großteil der Unternehmen ist noch nicht einmal bei Agentic AI angekommen: Laut einer Studie von Deloitte beschäftigen sich derzeit 90 Prozent von ihnen gerade erst mit GenAI.

2. Beschaffung: Virtuelle Assistenten werden zu Partnern

Dabei treibt viele Manager die Frage um, wie sie ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auf die zunehmende Nutzung von KI vorbereiten. Denn einer Studie von NTT Data aus April 2025 zufolge, glauben zwei Drittel der Fertigungsunternehmen, dass ihren Mitarbeitenden das nötige Wissen fehlt, um KI-Lösungen effektiv zu nutzen.

Hier kommen intelligente, KI-basierte Assistenten ins Spiel, die Usern aktiv unter die Arme greifen und sie anleiten. Beispielsweise indem der Assistent kontextbezogene Hinweise direkt im Workflow der Beschaffungssoftware gibt oder Fragen zum jeweiligen Prozessschritt in natürlicher Sprache beantwortet. Der Assistent kann auch anbieten, eine Aufgabe direkt zu übernehmen, etwa eine Lieferantenliste gleich selbst nach Status zu filtern.

3. Digitale Prozesse helfen, Krisen zu meistern

Knapp die Hälfte der vom Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) befragten Unternehmen sieht sich stark bis existenzbedrohend von den aktuellen Krisen betroffen. Die gemeinsam mit dem Beratungshaus ERA Group durchgeführte Studie zeigte aber auch: In Krisenzeiten wird Automatisierung zum Schlüssel, Herausforderungen zu meistern. Der Ausbau digitaler Prozesse sei neben Kostenoptimierung und strategischer Diversifizierung einer der drei wichtigsten Hebel zur Krisenbewältigung, so der BME.

Rund 76 Prozent der Unternehmen beabsichtigen daher, in Automatisierung und Digitalisierung zu investieren. Wer Schritt für Schritt Sourcing, Onboarding, Vertragsgestaltung, Einkauf, Rechnungsstellung und Zahlungsabwicklung in einer Source-to-Pay-Plattform integriert, nähert sich dem Ziel vollständig papierloser, standardisierter und datengetriebener Beschaffungsprozesse. Jede Etappe trägt dazu bei, administrativen Aufwand und Fehler zu reduzieren sowie Durchlaufzeiten zu verkürzen. Und das rechnet sich.

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