Supply Chain Bestandsmanagement – Nachfrageschwankungen erfolgreich meistern

Ein Gastbeitrag von Jakob Vestergaard 3 min Lesedauer

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Der Bullwhip-Effekt beschreibt die Verstärkung von Nachfrageschwankungen entlang der Lieferkette. Kleine Änderungen in der Kundenachfrage führen zu zunehmend größeren Schwankungen in den Bestellungen und Lagerbeständen der vorgelagerten Lieferstufen. Doch wie bekommen Onlinehändler die Gefahr in den Griff? Ein effektives Bestandsmanagement ist dabei entscheidend.

(Bild: freepik)
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E-Commerce-Unternehmen, die eine breite Palette von Produkten anbieten, kämpfen häufig mit dem Phänomen von signifikanten Schwankungen in der Nachfrage. Nehmen wir das Beispiel eines Küchengerätes, das durch eine breit angelegte Werbeaktion des Herstellers beworben wird. Die Folge: Die Nachfrage nach dem Küchengerät steigt für den E-Commerce-Anbieter unerwartet und dies führt zu einer schnellen Reduzierung der verfügbaren Lagerbestände in seinem Webshop.

Den Kontext von Nachfrageänderungen erkennen

Das E-Commerce-Unternehmen reagiert auf diese erhöhte Nachfrage, indem es deutlich mehr Einheiten des Küchen­gerätes von seinem Lieferanten – dem Distributor – bestellt. Ziel im Bestandsmanagement ist es, nicht nur den sofortigen Bedarf zu decken, sondern auch ausreichend Bestände für zukünftige Bestellungen zu sichern. Der Distributor der Küchenmaschine sieht diese erhöhte Bestellung und Nachfrage im Markt und ordert entsprechend mehr Produkte beim Hersteller. Diese wiederum fährt die Produktion hoch, was dazu führt, dass er seine Produktionskapa­zitäten überlastet und möglicherweise auch mehr Komponenten von seinen Zulieferern bestellt. Die Zulieferer erhöhen ebenfalls ihre Produktionsmengen und Lagerbestände, um mit der gestiegenen Nachfrage Schritt zu halten. So entsteht der Bullenpeitschen-Effekt.

Bestandsmanagement optimieren: Überbestände erkennen und den Peitscheneffekt vermeiden

Nachdem die Verkaufsaktion abgeschlossen ist und die Nachfrage nachlässt, wird das E-Commerce-Unternehmen feststellen, dass es nun übermäßige Lagerbestände hat. Diese Überbestände binden Kapital, das anderweitig im Unternehmen genutzt werden könnte, und führen zu höheren Lagerhaltungskosten. Doch wie lässt sich dieser unerwünschte Effekt erkennen und eliminieren? Der Peitscheneffekt verstärkt sich, weil die Glieder der Lieferkette kein vollständiges Bild davon haben, warum die Käufer die Nachfrage erhöhen. Eine verbesserte Sichtbarkeit über die Kette hinweg – etwa durch Lösungen wie von TrueCommerce – hilft allen Beteiligten, den Kontext von Nachfrageänderungen zu sehen.

Bestandsmanagement: Mehr Transparenz durch VMI

Das Zauberwort heißt VMI (Vendor Managed Inventory). Der Grundgedanke hinter VMI ist, dass der Lieferant besser in der Lage ist, die Produktions- und Lieferprozesse zu optimieren, da er direkten Zugriff auf die Lagerbestandsdaten des Kunden hat. Bei einem VMI-Modell sendet der Kunde regelmäßig Lagerbestands- und Verkaufsdaten an den Lieferanten. Der Lieferant verwendet diese Informationen, um zu bestimmen, wann und in welchen Mengen Produkte nachgeliefert werden müssen, um sicherzustellen, dass der Kunde immer ausreichend Bestände hat, ohne zu viel Lagerbestand zu halten. Dies führt zu einer effizienteren Lieferkette, da Überbestände und Fehlmengen reduziert werden.

Bestandsmanagement optimieren: EDI-Systeme und IoT für effiziente Lagerprozesse nutzen

Dazu notwendig sind EDI-Systeme für den elektronischen Datenaustausch (EDI - Electronic Data Interchange) ein. EDI-Systeme automatisieren Geschäftsprozesse und vereinfachen Aufgaben wie Bestellungen, das Versenden von Versandbenachrichtigungen und die Rechnungsstellung. Sie beschleunigen die Kommunikation, erhöhen die Sichtbarkeit und verbessern die Beziehungen zwischen den Handelspartnern. 

IoT-Sensoren, die mit dem System verbunden sind, können zudem Echtzeitinformationen über Lagerbestände und Produktstandorte liefern. Lieferanten-Enablement-Portale bieten eine einfache Integration mit EDI-Lösungen sowie Web-EDI-Schnittstellen, die eine harmonische Zusammenarbeit zwischen Nutzern dieser Systeme ermöglichen, sowie denen, die sie nicht verwenden.

Jakob Vestergaard
ist Managing Director Europe bei TrueCommerce.

Bildquelle: Jakob Vestergaard

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