Imperva hat für 2020 mit 25,6 Prozent den höchsten Bad Bot-Traffic seit dem ersten „Bad Bot Report“ im Jahr 2014 verzeichnet. Zugleich ging der Internetverkehr von Menschen um 5,7 Prozent zurück. Über 40 Prozent aller Web-Traffic-Anfragen kamen 2020 von einem Bot, was auf den weit verbreiteten Einfluss von Bots im Internet hinweist.
(Quelle: Yurchanka Siarhei/shutterstock)
Laut dem neuen Imperva Bad Bot Report wurde 41 Prozent des Internetverkehrs 2020 nicht von Menschen generiert.
Der Bad-Bot-Traffic stieg um 6,2 Prozent und macht nun mehr als ein Viertel aller Website-Anfragen aus.
Als mobile Browser getarnte Bots stiegen 2020 auf 28 Prozent, im Jahr 2019 lag der Anteil noch bei 13 Prozent.
Advanced Persistent Bots machten im vergangenen Jahr mit 57 Prozent den Großteil beim Bad Bot-Traffic aus. Diese Art von Bots ist besonders hartnäckig, schwer aufspürbar und ahmt menschliches Verhalten nach – und ist meist verantwortlich für Angriffe auf Website, mobile Apps und APIs. Das stellt insbesondere solche Unternehmen vor große Herausforderungen, die ihre Ausfallzeiten verringern, Bandbreitenverbrauch reduzieren oder die User Experience verbessern möchten. Die Bots richten großen Schaden an, insbesondere durch Preis- und Content-Scraping, Kontoerstellung und -übernahme, Betrug, Denial-of-Service und Denial-of-Inventory.
Telekommunikations- und Internet-Service-Provider (ISPs) verzeichneten im Jahr 2020 mit 45,7 Prozent den größten Anteil am gesamten Bot-Traffic. Dabei konnten die meisten Bots auf Kontoübernahmen oder Preisabfragen zurückgeführt werden. Der größte Anteil an hochentwickeltem Bot-Traffic (59,7 Prozent) entfiel jedoch auf die Reisebranche. Mit dem Ziel von Kontoübernahmen, Daten-Scraping von Handelsregistereinträgen und Wählerregistrierungen wurden auch Websites von Behörden vermehrt angegriffen.
Bot-Traffic – die wichtigsten Angriffsziele im Überblick
Bots zielen auf Terminbuchungsseiten für Covid-19-Impfstoff ab: Imperva beobachtete von September 2020 bis Februar 2021 einen Anstieg des Bad Bot-Traffics auf Websites im Gesundheitswesen um 372 Prozent. Als die Impfstoffe für immer mehr Altersklassen in den USA verfügbar wurden, erhöhten sich die Bot-Aktivitäten mit einer Rate von 25.000 Anfragen pro Stunde. Für Gesundheitssysteme, Apotheken und Einzelhändler könnten Bots die Lieferkette stören, indem sie das Netzwerk im erhöhten Maße beanspruchen und es berechtigten Nutzern erschweren, auf das Terminplanungs-Tool zuzugreifen.
Scalper-Bots nutzen Warenknappheit während der Pandemie aus: Während des gesamten Jahres 2020 wurden Scalper-Bots eingesetzt, um limitierte Waren vom Markt zu kaufen. Dabei wurden große Bestände an Gesichtsmasken, Desinfektionsmitteln, Reinigungsmitteln und Heimtrainern von Bots aufgekauft.
Mobile Browser wie Safari und Chrome waren Hauptangriffsziele für Bots: Der Anteil von bösartigen Bots bei mobilen Browsern stieg im vergangenen Jahr auf 28,1 Prozent, gegenüber 12,9 Prozent aus dem Vorjahr. Der kontinuierliche Anstieg der Angriffe im Jahr 2020 bestätigt den Trend bei mobilen ISPs, der sich im vierten Jahr in Folge fortsetzt. Die von Bots entwickelten Methoden, um menschliches Verhalten zu imitieren, werden dabei von Jahr zu Jahr besser.
Bots sind an betrügerischen Kontoübernahmen beteiligt: Unternehmen mit einem Login-Bereich auf ihrer Website sind ständigen Angriffen durch Credential Stuffing und Credential Cracking ausgesetzt. Im Jahr 2020 stammten 34 Prozent aller Login-Versuche von Bad Bots. Dies ist besonders besorgniserregend für Branchen wie Computing & IT, Tourismus, Einzelhandel, Finanzdienstleistungen, Unterhaltung, Telekommunikation & ISPs und das Gesundheitswesen.
Grinch Bots machen Millionen mit Spielekonsolen: Zwischen September und Oktober 2020 stieg der Bot-Traffic im Einzelhandel um 788 Prozent an. Scalper Bots plagten den Gaming-Markt rund um die Weihnachtseinkaufssaison. Das Timing ist kein Zufall und stimmte perfekt mit den Vorbestellungsdaten für neue Spielkonsolen überein. Viele Gamer waren frustriert, da es praktisch unmöglich wurde, Spielekonsolen, GPU- oder CPU-Geräte online zu kaufen, während Bots die Bestände aufkauften und die Waren mit Gewinnen in Millionenhöhe weiterverkauften.
Auch gute Bots können schaden: Der Anteil des guten Bot-Traffic erreichte 2020 rund 15 Prozent, gegenüber 13 Prozent im Jahr 2019. Wenn eine Website mit Bot-Traffic überflutet ist, verlangsamt dies die Web-Performance und erschwert normalen Nutzern den Zugriff auf die benötigten Informationen oder Dienste. Gute Bots können auch Webanalyseberichte verzerren und einige Seiten beliebter erscheinen lassen, als sie tatsächlich sind, was zu schlechteren Ergebnissen für Werbetreibende führt.
Stand: 16.12.2025
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Die meisten Bad-Bots-Attacken kommen aus den USA: Die USA sind das führende Land was gehosteten Bad Bots betrifft und zugleich Hauptangriffsziel aller Bad Bot Angriffe. Im siebten Jahr in Folge waren die USA mit 37 Prozent das am häufigsten attackierte Land, gefolgt von China (8,3 Prozent) und Großbritannien (7 Prozent).
Angriffsstrategien von Bots werden immer fortschrittlicher
„Wie wir in den letzten acht Jahren beobachtet haben, treiben Bad Bots weiterhin ihr Unwesen im Internet, während die Angriffscharakteristiken immer fortschrittlicher und nuancierter werden. Im vergangenen Jahr während der Pandemie konnten Bad Bots sich noch weiterentwickeln, indem sie neue Märkte ins Visier genommen haben. Die Auswirkungen sind nun oft auch für den normalen Verbraucher spürbar“, erklärt Edward Roberts, Director of Strategy, Application Security bei Imperva.
„Die Attacken auf die Gaming-Industrie durch die Grinch Bots Ende 2020 sind ein Beispiel dafür, was passiert, wenn Bots unkontrolliert agieren können und Warenbestände aufkaufen. Bösartige Bots müssen im Jahr 2021 ein Hauptfokus für Unternehmen und Sicherheitsexperten sein, da das Problem weiter zunehmen wird. Unternehmen müssen proaktive Maßnahmen ergreifen, um ihre Websites, Anwendungen und APIs vor diesen Bedrohungen zu schützen, da Bots zunehmend in betrügerische Aktivitäten verwickelt sind, die zu Reputations- und finanziellen Schäden führen können“, so Roberts weiter.
(Die Multi-Cloud-Plattform Sonar von Imperva schützt Edge, Apps und Datenbanken. (Bild: Imperva))
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