80 Prozent der Verbraucher bevorzugen komprimierte Customer Journeys. Favorisiert werden dabei Plattformen, die alle Bedürfnisse – von der Inspiration bis zum Kauf – binnen kürzester Zeit an ein und demselben Ort erfüllen. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für Händler oder Markenshops?
(Quelle: Dilok Klaisataporn/shutterstock)
Compressed Commerce in der Praxis: Online-Einkäufe müssen möglichst schnell vonstattengehen. Dies ergab eine Studie, die von der Unternehmensberatung Wundermann Thompson veröffentlicht wurde.
Compressed Commerce beschreibt dabei Einkaufserlebnisse, die in möglichst verdichteter Form und ohne große Zeitverzögerung an einem Ort stattfinden. Online-Marktplätze – allen voran Amazon – erfüllen diesen Anspruch. Verbraucher können sich dort inspirieren lassen, gleichzeitig aber auch nach Produkten suchen und sie direkt kaufen. Aus diesem Grund zählen Marktplätze weltweit zu den beliebtesten Shopping-Plattformen. 45 Prozent der Verbraucher greifen bei der Produktrecherche direkt auf Amazon zurück, während 42 Prozent den Marktplatz als Inspirationsquelle nutzen.
Das wirkt sich auf den Umsatz aus. Als umsatzstärkster Verkaufskanal belegt Amazon mit circa 20 Prozent Marktanteil den Spitzenplatz bei den weltweiten Verbraucherausgaben.
Mit agilen Tech-Architekturen zu Compressed Commerce
Wie können Händler und Marken im Vergleich zu Marktplätzen also wettbewerbsfähig bleiben? Gefordert sind Technologien, Systeme und Lösungen, die verschiedenste Einkaufsbedürfnisse in komprimierter Form an einem Ort erfüllen und die Option bieten, sich so schnell wie möglich für einen Kauf zu entscheiden. Wie sehen diese Technologien aus und welche Anforderungen haben sie zu erfüllen, um den Ansprüchen des Compressed Commerce zu genügen? Unter diesen Voraussetzungen bieten agile Technologie-Architekturen maßgeschneiderte Customer- und Product Experiences, die auch eine beschleunigte Customer Journey ermöglichen. Ihr Vorteil: Sie arbeiten extrem flexibel und zeichnen sich durch eine hohe Performance aus.
Wie Händler und Marken digitale Marktanteile zurückerobern
Wollen Händler und Marken ihren Marktanteil zurückgewinnen, müssen sie die Zahl jener Verbraucher erhöhen, die ihre Sites zur Inspiration und Suche nutzen. Das erfordert einen starken Fokus auf nutzerfreundliche Erlebnisse. Der Produktsuche bzw. gut platzierten, relevanten und omnichannel-fähigen Produktinformationen kommt hier eine entscheidende Bedeutung zu. Sie unterstützen Verbraucher wesentlich dabei, positive Kaufentscheidungen so schnell wie möglich zu treffen und stellen eine elementare Voraussetzung dar, um nahtlose Produkt- und Einkaufserlebnisse zu erzeugen.
Headless PIM als stabiles Fundament für Compressed Commerce
Vor diesem Hintergrund legt gerade das Produktinformationsmanagement (PIM) ein stabiles Fundament. Aber ein PIM muss mehr sein als nur ein Produktkatalog. Wie kann dies gelingen? Eben durch agile Headless-Architekturen, die auch Amazon und andere Marktplätze bereits erfolgreich einsetzen.
Headless-Architekturen trennen Front-End-Anwendungen – zum Beispiel Websites bzw. Shops – von der Back-End-Technologieplattform. Diese Entkopplung ist charakteristisch für agile Technologie-Architekturen. Dabei greifen sie auf Microservices und APIs zurück, um etwa PIM-Systeme innerhalb des Back-Ends problemlos zu integrieren und sie von dort aus beliebig zu skalieren. Auf diese Weise lassen sich aus einer Back-End-Technologie, beispielsweise einem PIM, beliebig viele Verkaufskanäle im Front-End bedienen. Das schont Ressourcen und gewährleistet außerdem eine bessere Front-End-Performance, also auch einen schnelleren Go-live von Produkten bzw. der dazugehörigen Produktinformationen. Voraussetzung dafür: ein vollständiger Produktkatalog. Er bildet die Basis einer konsistenten und kontextbasierten Product Experience.
In einer solchen Architektur lassen sich binnen kürzester Zeit neue Absatzkanäle und Funktionen hinzufügen, bestehende Ressourcen skalieren und ein schnelleres Online-Erlebnis umsetzen, um schließlich bessere Konversionsraten zu erzielen. Auch deshalb, weil das „Headless PIM“ personalisierte Interaktionen sowohl in B2C- als auch in B2B-Anwendungsfällen möglich macht. Und das kommt den Erwartungen, die Kunden in Gestalt des Compressed Commerce an Shopping-Plattformen stellen, sehr nahe. Wenn die Rezeptur für Headless und PIM so offen auf dem Tisch liegt, stellt sich die Frage, warum Händler und Marken diese Architektur nicht nutzen, um gegenüber Marktplätzen wieder Boden gut zu machen. Was viele daran hindert, ist die große Masse an unstrukturierte Produktinformationen. Marktforscher von Ventana Research fanden heraus, dass heute lediglich knapp ein Viertel der Unternehmen ihren existierenden Produktinformationen vertrauen. Erst nach und nach kommen sie darauf, dass das Fehlen einer modernen PIM-Architektur sie von einer Beschleunigung der Customer Journey abhält und ihre Geschäftsergebnisse negativ beeinträchtigt.
Stand: 16.12.2025
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Fazit
Um Händler und Marken wieder in die Erfolgsspur zurückzubringen, ist eine Strategie erforderlich, die auf Headless-Architekturen basiert. Dabei rückt die Optimierung der Datenqualität in den Vordergrund. Das bestätigen auch die Ergebnisse eigens durchgeführter Umfragen. Zwei Drittel der Unternehmen sehen in der Verbesserung der Produktdatenqualität die wichtigste Triebfeder für positive Veränderungen. Ein technisch ausgereiftes PIM unterstützt bei der Bereitstellung einer dezidierten Datenumgebung. Es bildet eine wesentliche Säule für modernen E-Commerce, der Omnichannel-Produkterlebnisse mit strukturierten Produktinformationen unterstützt, sodass umfangreiche Verbrauchererwartungen in kürzester Zeit erfüllt werden. Damit wird es Händlern und Marken möglich, verloren gegangene Marktanteile zurückzugewinnen.
(Bild: Akeneo)
Der Autor Tobias Schlotter ist VP Channel bei Akeneo.