gesponsertKassensysteme Das Kassendilemma: Warum Kassen bleiben und Warteschlangen gehen

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Kassensysteme sind überall, im Supermarkt, im Café oder auf dem Flohmarkt. Sie sind meistens groß, schwer und schwarz, es gibt sie aber auch in handlich und weiß. Fast eine Million Kassen sind allein in Deutschland in Deutschland. Aber braucht man Kassen überhaupt?

(Bild:  Unzer)
(Bild: Unzer)

Wenn ich an Kassensysteme denke, kommt mir unweigerlich das Bild einer großen Registrierkasse im Supermarkt in den Sinn. Ich sehe ungeduldige Menschen in einer Schlange vor meinem inneren Auge vor mir, höre genervte Mütter und Väter, die ihren Kindern erklären, dass sie jetzt kein Überraschungsei kaufen, untermalt vom beständigen Piepen des Scanners, der pausenlos Produkte registriert.

Glücksgefühle werden bei den meisten Deutschen in so einer Wartesituation wohl eher nicht aufkommen. Aus diesem Grund experimentieren zahlreiche Händler mit Selbstbedienungskassen, Self-Scan und anderen Konzepten. In Berlin und in Köln haben 2022 Rewe-Supermärkte aufgemacht, bei dem man einfach seine Produkte aussucht, einpackt und das Geschäft verlässt („Pick and Go“) – die Zahlung erfolgt digital.

Pick and Go: Neue Kassensysteme bei Rewe

Klingt auf den ersten Blick charmant. Nie wieder Schlange stehen. Doch damit Pick and Go funktioniert, braucht es Technik. Sehr viel Technik. Dagegen wirken die Registrierkassen geradezu lächerlich. Mehrere Hundert Kameras an der Decke beobachten jede Bewegung der Kunden im Laden. Mit Hilfe eines Scanners am Eingang melden sich die Kunden an – vorab müssen sie sich die App Pick&Go von Rewe auf ihr Smartphone geladen, ein Konto erstellt und eine Zahlungsart hinterlegt haben. Kinder und Jugendliche sind außen vor, nur Personen über 18 Jahre können „autonom einkaufen“.

Auch das Angebot ist begrenzt – nur auf unverpackte Ware wie Obst und Gemüse. Den Grund kennt jeder, der schon mal verzweifelt versucht hat, ein Stück Ingwer an einer Selbstbedienungskasse abzuwiegen und zu bezahlen und am Ende doch beim Verkaufspersonal landet. So richtig durchgesetzt haben sich die Selbstbedienungskassen bislang nicht. Erste Shops bauen Sie sogar wieder auf – zu groß ist der Aufwand, den Sie betreiben, um die Systeme fehleranfällig zu machen. Gewiss, in Zeiten künstlicher Intelligenz werden auch die Systeme besser. In der Retail Garage in Berlin in der Nähe des Potsdamer Platzes können Interessierte eine Kasse bewundern, die nicht nur Obst und Gemüse direkt erkennt, sondern auch wohlwollend das Alter der Kunden schätzt, damit diese (geschmeichelt, weil die Kasse sie jünger gemacht hat) Ohne Freigabe durch einen Verkäufer, der Alkohol kaufen kann.

Trend geht zu weniger Sortiment und mehr Erlebnis

Doch es gibt noch einen weiteren Aspekt: ​​Der Mensch mag Menschen. Maximal den meisten Menschen geht das so. Als ich mir kürzlich in einem Dean & David-Imbiss etwas zu essen kaufte, bestand meine einzige Kommunikation mit dem Touchscreen am Eingang. Ein Mitarbeiter hinter der Theke händigte mir wortlos mein Curry aus, dass ich vorab bezahlt hatte. Ein Mann, der mir das Geschäft betrat, sah nur den Automaten und ging sofort wieder.

Wer stationär einkauft, erwartet ein Erlebnis. Das bestätigt auf traurige Weise die Pleiten der Vielsortiments-Kaufhäuser. In Regalen stöbern reicht nicht mehr – der Trend geht zu weniger Sortiment, dafür mehr Erlebnis und Service. Im Berliner Gesundbrunnen-Center gibt es sogar ein Geschäft für Walk-in-Botox-Behandlungen ohne Termin oder Vitamin-Infusionen, sogenannte Drip-Bars. Dazu können jede und jeder eine eigene Rubrik haben, doch es zeigt, wofür sich Kunden interessieren: Sie suchen nach Erlebnissen oder persönlichem Service, nicht nur nach Produkten.

Kassensysteme haben sich zu Allzweckwerkzeugen entwickelt

Ebenso wie sich die Kundenerwartungen verändern, verändern sich auch die Kassen. Moderne Kassensysteme verwahren schon lange nicht mehr nur den Umsatz aus dem operativen Geschäft. Sie haben sich zu vielseitigen Allzweckwerkzeugen entwickelt, die den Geschäftsalltag erleichtern und optimieren. Dazu gehören unter anderem die Anbindung an Warenwirtschaftssysteme, die Verwaltung von Mitarbeiterberechtigungen und Schichtplänen, Kundenmanagement-Tools für Treueprogramme und Rabattaktionen oder umfassende Statistiken und Reports zur Umsatzentwicklung.

Der Trend geht dabei klar zum mobilen Kassen. Diese vereinen die Vorteile moderner Kassensysteme mit der Flexibilität eines Handheld-Geräts wie Smartphones oder Tablets. Vor allem ermöglichen mobile Kassen den Verkauf auf der Fläche direkt beim Kunden und damit besseren Service und geringere Wartezeiten. Womit wir noch einmal auf die Ausgangsfrage stoßen würden: „Brauchen wir Kassen?“ Oder breiter zusammengefasst: Wohin geht die Reise am Point-of-Sale?

Kassensysteme verändern sich durch neue Technologien

Ich glaube fest daran, dass sich Kassensysteme grundlegend ändern werden. Bei Kartenzahlungen werden herkömmliche Terminals zunehmend von neueren Technologien wie integrierten NFC- oder QR-Code-Bezahlmöglichkeiten abgelöst. Geräte wie die smarte Minikasse PosGo von Unzer bieten weit mehr als nur die Basisfunktionen, einschließlich zusätzlicher Dienstleistungen. Auch traditionelle Kassen erleben einen Wandel, manche werden durch Selbstbedienungskassen ersetzt, die dank Technologien wie Gewichtssensoren oder Bilderkennung selbstständig kassieren. Dieser Umbruch setzt jedoch voraus, dass Händler und Kunden gleichermaßen Vertrauen in die neuen Techniken gewinnen.

Die Neuerungen bedeuten allerdings nicht das Aus für Verkaufspersonal. Im Gegenteil: Automatisierung befreit die Mitarbeiter von Routineaufgaben und ermöglicht es ihnen, sich stärker auf die Verbesserung des Kundenservice zu konzentrieren – etwa durch individuellere Beratung oder die Förderung des Verkaufs, indem sie für ein einladendes und gut organisiertes Ladenambiente sorgen. Für ein Shoppingerlebnis, das nicht durch Warteschlangen an einer Kasse geprägt ist.

Oliver Mickler
ist als Senior Vice President bei Unzer dafür verantwortlich, die Unified-Commerce-Strategie des Unternehmens umzusetzen und voranzubringen. Vor seinem Eintritt bei Unzer gründete und leitete er das Start-up Tillhub, welches inzwischen ein Teil der Unzer-Gruppe ist und ein cloudbasiertes Kassensystem für kleine und mittlere Unternehmen jeder Branche anbietet.

Bildquelle: Unzer

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