Chinesische Billig-Marktplätze Deutsche Händler fordern ein Verbot von Temu, Shein & Co.

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Chinesische Billig-Plattformen wie Temu werden immer beliebter. Mehr als drei Viertel der deutschen Händler fordern einen Verbot von Billig-Händler aus dem Reich der Mitte.

(Bild:  © Ascannio/stock.adobe.com)
(Bild: © Ascannio/stock.adobe.com)

Ob Kleidung als Dauerschnäppchen oder Elektronikartikel für wenige Euro: Chinesische Billig-Plattformen wie Temu oder Shein machen dem E-Commerce aus Deutschland zunehmend das Leben schwer. Zum Beispiel bei Modeschmuck lag der Anteil der großen asiatischen Plattformen (Temu, Shein und AliExpress) an allen Online-Bestellungen im zweiten Quartal dieses Jahres bereits bei mehr als 28 Prozent. Da verwundert es nicht, dass mehr als drei Viertel der deutschen Händler (78 Prozent) ein Verbot chinesischer Billig-Marktplätze fordern.

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Befragung des Digitalverbands Bitkom unter deutschen Händlern.

Deutsche Händler: Die Politik sollte handeln

Aus Sicht von je neun von zehn Händlern würden die chinesischen Preiswert-Plattformen häufig gegen das hier geltende Recht verstoßen (92 Prozent) und ihre Produkte enthielten oft potenziell gefährliche Inhaltsstoffe (88 Prozent).

Die Händler sehen vor allem die Europäische Union in der Pflicht: 85 Prozent sind der Meinung, die EU müsse den europäischen Binnenmarkt vor außereuropäischen Online-Marktplätzen schützen. Neun von zehn Händler (87 Prozent) sind der Ansicht, dass die Regulierung für den Import von Produkten über entsprechende Online-Marktplätze grundsätzlich verschärft werden sollte.

Ein erster Schritt in diese Richtung wäre den Händlern zufolge eine Abschaffung der Zollfreigrenze von 150 Euro, die derzeit für die Einfuhr außereuropäischer Produkte gilt – drei Viertel halten diese Maßnahme für sinnvoll. Von selbst wird sich das Problem in den Augen der Händler nicht lösen: Nur jeder Fünfte glaubt, dass es sich bei den Billig-Marktplätzen um einen Hype handelt und sie bald wieder verschwinden (19 Prozent). 

„Billig-Händler verschärfen den Wettbewerb und werden von vielen etablierten Handelsunternehmen als Bedrohung wahrgenommen“, resümiert Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Die deutschen und europäischen Behörden müssten ihm zufolge daher dafür sorgen, dass dieser Wettbewerb unter fairen Bedingungen stattfindet, Schlupflöcher bei beispielsweise Zöllen geschlossen werden und der Verbraucher- und Umweltschutz gewahrt wird.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung