Generative Engine Optimization Die Zukunft der Suche: Willkommen in der Answer Era

Von Heiner Sieger 3 min Lesedauer

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Suchen war gestern, Antworten sind heute: Ein neues Whitepaper des BVDW ordnet den KI-getriebenen Umbruch der Informationsökonomie ein – von klickbasierten Suchlogiken zu kontextuellen Antwortsystemen. Sichtbarkeit heißt künftig: maschinenlesbar sein und mit Generative Engine Optimization neben SEO denken.

(Bild:  © InfiniteFlow/stock.adobe.com)
(Bild: © InfiniteFlow/stock.adobe.com)

Darum geht’s

Kaufwissen in Antworten bringen: Produkt- und Service-Daten entsprechend der Generative Engine Optimization fit machen.

Sichtbarkeit neu messen: Hierbei unterstützen Citation Rate, Answer Share, Freshness.

Risiken managen: Hierzu gehören Attribution, Datenhoheit und Halluzinationen.

Die Digitale Wirtschaft steht vor einer tektonischen Verschiebung: Statt Suchergebnisseiten dominieren zunehmend dialogbasierte KI-Systeme, die konkrete, kontextualisierte Antworten liefern. Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) hat diesen Wandel in einem neuen Whitepaper untersucht und prägt dafür einen neuen Begriff: die Answer Era. Ihr Kernversprechen – weniger Klickpfade, mehr direkte Antworten – verändert Traffic-Ströme, Geschäftsmodelle und die Spielregeln der Online-Sichtbarkeit.

Von der Suche zur Antwort: Was sich wirklich ändert

  • Nutzerverhalten: Menschen interagieren mit Chat- und Assistenzsystemen, um Aufgaben zu lösen und Entscheidungen zu treffen – nicht mehr primär, um Websites zu besuchen. 
  • Sichtbarkeit: Klassische Interfaces und visuelles Design verlieren an Gewicht. Entscheidend werden maschinelle Lesbarkeit, strukturierte Daten, saubere Taxonomien und inhaltliche Relevanz für KI-Systeme.
  • Wettbewerbsfeld: Wer von generativen Engines zitiert und als Quelle priorisiert wird, gewinnt Reichweite und Vertrauen – auch ohne klassischen SERP-Traffic.
Sichtbarkeit entsteht künftig dort, wo Maschinen verstehen – nicht nur dort, wo Menschen klicken.

Neuer Doppelantrieb für Sichtbarkeit: Generative Engine Optimization und SEO

Die Gegenüberstellung von SEO und GEO verdeutlicht die Unterschiede in Logik, Zielsetzung und Erfolgsmessung der beiden Ansätze.(Bild:  BVDW e.V.)
Die Gegenüberstellung von SEO und GEO verdeutlicht die Unterschiede in Logik, Zielsetzung und Erfolgsmessung der beiden Ansätze.
(Bild: BVDW e.V.)

SEO bleibt wichtig, weil herkömmliche Suche und Plattform-Discovery weiterhin bestehen. Aber: Der BVDW definiert Generative Engine Optimization (GEO) als methodischen Ansatz, Inhalte so aufzubereiten, dass generative KI- und Assistenzsysteme sie erfassen, semantisch verstehen und als präferierte Quelle priorisieren. Ziel ist die direkte Integration in synthetisierte Antworten oder autonome Prozesse. So ergänzen sich Generative Engine Optimization und SEO:

  • SEO optimiert für Indexierung, Ranking und Klicks auf Suchergebnisseiten. 
  • GEO optimiert für Extrahierbarkeit, semantische Konsistenz und Zitationswahrscheinlichkeit in Antworten.
  • Gemeinsam sorgen beide für Full-Funnel-Sichtbarkeit: SEO für den Klick, GEO für die Antwort.

Checkliste: GEO-ready In 90 Tagen

Inventur: Content- und Daten-Audit inklusive Schema-Abdeckung und Entitäten-Mapping
Struktur: JSON-LD für Kernseiten und FAQ/HowToArticle-Schemas ergänzen
Authority: Autorenprofile, Referenzen, Datums- und Quellenangaben schärfen
Technik: saubere Canonicals, Sitemaps, Robots, stabile IDs und schnelle Auslieferung
Schnittstellen: Developer-Doks und Read-APIs für prioritäre Datensätze
Messung: neue KPIs definieren und Logging aufsetzen

Die zentralen Hebel für Generative Engine Optimization

  • Strukturierte Daten priorisieren: Schema.org, JSON-LD, Produkt- und Service-Schemas, Autor- und Organisationsentitäten, Lizenz- und Nutzungsrechte. 
  • Wissensgraphen pflegen: Entitäten sauber modellieren, Beziehungen explizit machen, Identifier (z. B. Wikidata, GND) nutzen.
  • Maschinenlesbares Publishing: klare Headings, stabile Permalinks, kanonische Versionen, API-Zugänge, robots/HTTP-Header, Caching und Latenz optimieren.
  • Quellenvertrauen stärken: Autorität, Aktualität, Evidenzketten, transparente Quellenangaben, geprüfte Zahlen, E-E-A-T-Signale.
  • Antwortformate bereitstellen: prägnante Abstracts, FAQs, Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Tabellen und Checklisten in klarer Auszeichnung.
  • Nutzungsrechte regeln: Content-Lizenzen und Machine-Reading-Policies sichtbar machen, um rechtssichere Integration in Antworten zu fördern.

Ökonomie der Antworten: Neue Chancen, neue Fragen

„Wir stehen am Beginn einer neuen technologischen Ära – mit starken Chancen für innovative Geschäftsmodelle, datengetriebene Services und KI-native Markenstrategien“, sagt Carsten Rasner, Geschäftsführender Vorstand im BVDW. Gleichzeitig rücken Attribution, Datenhoheit und Regulierung in den Fokus:

  • Attribution: Wer wird wann und wie in KI-Antworten genannt? Welche Modelle vergüten Quelle und Kontext? 
  • Datenhoheit: Wie sichern Unternehmen die Kontrolle über Content, Modelle und Nutzungsrechte?
  • Regulierung: Transparenz-, Urheber- und Wettbewerbsfragen nehmen spürbar an Bedeutung zu.

Neue KPI-Ideen für die Answer Era

Citation Rate: Anteil der Inhalte, die in KI-Antworten namentlich zitiert werden
Answer Share: Sichtbarkeitsanteil in Antworten zu priorisierten Themen oder Entitäten
Structured Coverage: Prozentsatz der Seiten mit korrekter Schema-Auszeichnung
Entity Consistency: Übereinstimmung von Namen/IDs über Kanäle und Wissensgraphen
Freshness Score: Zeit bis zur Aktualisierung in Antwortsystemen nach Content-Update

Generative Engine Optimization – Folgen für den Markt

Die Umsetzung von Generative Engine Optimization hat erhebliche Konsequenzen für die Marktteilnehmer:

  • Marken und Händler: Produkt- und Servicedaten konsequent strukturieren, außerdem Kaufentscheidungswissen in GEO-tauglichen Formaten bereitstellen. 
  • Publisher und B2B-Verlage: Autoritäts-Assets, Datentiefe und Nischenkompetenz ausspielen, außerdem Zitationsfähigkeit, API-First und Lizenzierung professionalisieren.
  • Plattformen und Tech-Anbieter: Schnittstellen, Metadatenstandards und Logging integrieren sowie Consent-Layer für LLM-Consumption ausbauen.

Heiner SiegerHeiner Sieger
ist Chefredakteur der Fachpublikationen Digital Business Magazin und e-commerce magazin.
Der Beitrag wurde mit Unterstützung von KI-Assistenten erstellt.

Bildquelle: Heiner Sieger

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