Win-Win-Szenario Digitale Barrierefreiheit im E-Commerce: In 4 Schritten zur erfolgreichen Umsetzung

Ein Gastbeitrag von Markus Stiller 2 min Lesedauer

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Zum 28. Juni 2025 müssen Onlinehändler die Vorgaben des BFSG erfüllen: Die Zugänglichkeit von Webshops für Menschen mit Einschränkungen muss sichergestellt sein. Digitale Barrierefreiheit ist komplex, stellt aber gleichzeitig eine Chance für Anbieter dar, ihre Zielgruppe zu erweitern.

(Bild: pixabay/lukasbieri)
(Bild: pixabay/lukasbieri)

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz, kurz BFSG, reguliert, dass Onlinehändler ihre Services für alle Nutzer gleich leicht zugänglich anbieten müssen – und zwar ab Mitte 2025. Das ist auch dringend nötig, denn deutsche Webshops sind zum großen Teil bislang nicht barrierefrei (75 Prozent) – wie eine Untersuchung von Aktion Mensch gemeinsam mit Google, der Stiftung Pfennigparade und BITV-Consult von 2023 zeigt.

Mit "Digitale Barrierefreiheit" ist die Zugänglichkeit von Webshops für Menschen mit Einschränkungen gemeint, also Menschen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen, aber auch ältere Mitmenschen. Für sie ist es u.a. wichtig, dass Farben und Darstellungen der Website nicht unscharf und nicht zu kontrastarm sind, es klare und gut sichtbare Beschriftungen und Untertitel gibt und vereinfachte Eingabemöglichkeiten bestehen. So ermöglicht etwa die Implementierung von Alt-Attributen bei Bildern eine optimierte Nutzung mittels Screenreadern. Werden derlei Funktionen nicht rechtzeitig eingerichtet, drohen ab dem Stichtag Bußgelder bis zu 100.000 Euro.

Digitale Barrierefreiheit: Potenzial und Aufwand

Eine Umsetzung der BFSG-Vorgaben ist aber nicht nur verpflichtend, sie bedeutet auch eine Gelegenheit, die eigenen Inhalte und Dienstleistungen einer größeren Gruppe an Usern zur Verfügung zu stellen. Die Verbesserung der Usability führt zudem zur Stärkung der Brand, zur Festigung der Kundenbindung sowie zur Steigerung der Conversion Rate und damit des Umsatzes. Zusätzlich trägt eine robuste Umsetzung der Richtlinien zu einer höheren Qualität der jeweiligen Website bei, was sich positiv auf das SEO-Ranking auswirkt. Die digitale Barrierefreiheit stellt folglich ein Win-Win-Szenario für alle Beteiligten dar.

Herausforderungen der Barrierefreiheit

Auch wenn die Implementierung barrierefreier Features auf Webshops viele Vor­teile mit sich bringt, so ist sie doch kein einfaches Unterfangen. Denn sie erfordert, dass ein Webshop über mehrere Sinnesorgane wahrgenommen werden kann, auffindbar ist, verständlich angezeigt wird und verschiedene Anforderungen an Schriftgröße, Kontrast und Bedienbarkeit erfüllt.

Digitale Barrierefreiheit: Wie gelingt sie?

Wie also können Onlinehändler ein solches Projekt erfolgreich und rechtzeitig umsetzen? Die folgenden vier Schritte ebnen den Weg zur digitalen Barrierefreiheit:

  • 1) Bestimmung des Status quo: Sowohl der Webauftritt als auch Plugins und Konfiguratoren müssen auf den Prüfstand durch Einsatz analytischer Tools und manueller Prüfungen gestellt werden.

  • 2) Analyse der Performance: Schon kleine Anpassungen können positive Auswirkungen auf die Gesamtper­formance und somit auf die schnelle Zugänglichkeit der Inhalte des Web­shops haben.

  • 3) Konzeption und Umsetzung: Konzep­tion, wie die BFSG-Vorgaben im Shop sinnvoll umgesetzt werden können, ohne dass die Leistung negativ beeinträchtigt wird, und technische Umsetzung der konzipierten Anforderungen.

  • 4) Qualitätskontrolle: Erneute Prüfung der Umsetzung gegebenenfalls unter Einbeziehung von Endnutzern.

Auch wenn die Einrichtung der digitalen Barrierefreiheit ein komplexer Prozess ist und einiges an Ressourcen erfordert, ist sie nicht nur gesetzlich vorgegeben, sondern birgt auch ein enormes Potenzial für den E-Commerce.

Marcus Stiller
ist Senior UX Architect E-Commerce bei best it.

Bildquelle: Marcus Stiller

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