e-commerce Magazin Podcast Mut zur Digitalisierung: Aktuelle Herausforderungen im Straßengüterverkehr

Von Heiner Sieger 3 min Lesedauer

Gunnar Gburek, Head of Business Affairs beim Freight Tech Unternehmen Timocom, beleuchtet im Podcast die Herausforderungen und Lösungsansätze im europäischen Straßengüterverkehr für das Jahr 2025.

(Bild:  Ondra / Adobe Stock)
(Bild: Ondra / Adobe Stock)

Resilienz, Effizienz und Nachhaltigkeit – die Unternehmen stehen im europäischen Straßengüterverkehr vor zahlreichen Hürden und Herausforderungen bei der Digitalisierung und der gleichzeitigen Vernetzung ihrer Supply Chain. Lösungen sind für folgende Probleme erforderlich:

  • Lieferkettenunterbrechungen durch Krisen und wirtschaftliche Schwäche

  • Druck zur Nachhaltigkeit und umweltfreundlichen Transportlösungen

  • Regulierungen wie die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und das Lieferketten-Sorgfaltspflicht-Gesetz (LKGS)

  • Hohe Kundenanforderungen bei gleichzeitigem Kostendruck

Gunnar Gburek hat dazu im Podcast des e-commerce Magazins ein klares Verständnis: „Die Digitalisierung wird die Probleme nicht allesamt lösen. Aber ohne Digitalisierung wird es eben auch nichts. Daher fordern wir unsere Unternehmen dazu auf, einfach mehr Mut zu zeigen und Prozesse zu digitalisieren, vor allem den Transportprozess von der Anbahnung bis zur Abwicklung digital zu gestalten, um Fehler zu vermeiden, die zum Beispiel durch Medienbrüche entstehen.“

Hier geht es zum Podcast mit Gunnar Gburek

Lösungsansätze durch Digitalisierung

Die Digitalisierung spielt demnach eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung eines großen Teils dieser Herausforderungen. Gburek empfiehlt folgende Vorgehensweise:

  • Digitalisierung des gesamten Transportprozesses von der Anbahnung bis zur Ablieferung

  • Erhöhung der Transparenz zur effizienteren Nutzung vorhandener Kapazitäten

  • Einsatz von digitalen Abliefernachweisen und Telematiksystemen

Der Logistik-Experte ist überzeugt: Transparenz ist absolut notwendig, um den Transportmarkt zu digitalisieren. Zum Beispiel ist über den digitalen Abliefernachweis ich Echtzeit zu sehen, ob die Ware beim Kunden angekommen ist. Aber auch das Personal kann effektiver eingesetzt und ein eventueller Schäden schneller gemanagt werden.

Die Rolle der Künstlichen Intelligenz (KI)

Im Zuge der Digitalisierung finden Tools wie KI und Machine Learning zunehmend Anwendung in verschiedenen Bereichen:

  • Tourenplanung und Sendungsverfolgung

  • Automatisierte Dateneingabe und Dokumentenverarbeitung

  • Vorhersage von Transportströmen und Kapazitätsbedarfen

  • Kundenkommunikation durch Chatbots

Gburek merkt zum Einsatz digitaler Tools an: „Entscheidend ist die Akzeptanz bei den Unternehmen. Die Mitarbeiter und auch die Unternehmen selber müssen akzeptieren, dass diese Technik nichts Böses, sondern eher etwas Vorteilhaftes ist.“

Empfehlungen für Unternehmen

Abschließend gibt Gburek gezielte Ratschläge, auch um den Anforderungen des LKGS gerecht zu werden:

  • Mut zur Digitalisierung von Prozessen, besonders in Krisenzeiten

  • Fokussierung auf das Thema Transport als Kernkompetenz

  • Zusammenarbeit mit vertrauenswürdigen Partnern (zum Beispiel durch geschlossene Frachtbörsen

  • Austausch mit anderen Unternehmen zur Optimierung von Transportströmen

  • Berücksichtigung neuer Anforderungen wie alternative Antriebe in der Logistikplanung

E-Commerce- und Handelsunternehmen müssen sich nach der Überzeugung von Gunnar Gburek noch mehr mit dem Transport als Rückgrat ihres Geschäfts auseinandersetzen. Das Thema Transport als Kernkompetenz zu sehen und in den Fokus zu nehmen, sei für eine erfolgreiche Zukunft des Geschäfts extrem wichtig. „Weil man nur dann seine Dienstleister verstehen kann und auch vielleicht keine falschen Erwartungen hat, etwa wenn es darum geht, wie Prozesse heute ablaufen und vor allen Dingen, wie sie sich auch verändern.

Gburek betont die grundsätzliche Notwendigkeit eines ganzheitlichen Ansatzes, bei dem Auftraggeber und Auftragnehmer eng zusammenarbeiten, um die Herausforderungen im Straßengüterverkehr gemeinsam zu bewältigen und gleichzeitig Effizienz, Nachhaltigkeit und Compliance zu gewährleisten.

Der Gesprächspartner

Gunnar Gburek ist seit 2016 Company Spokesman und Head of Business Affairs beim Deutschen FreightTech Unternehmen Timocom. Seit mehr als 15 Jahren ist er zudem Leiter eines Expertenkreises aus mehr als 100 Einkäufern aus KMU und Großunternehmen unterschiedlicher Branchen.

c-commerce Magazin Podcast – Mut zur Digitalisierung: Aktuelle Herausforderungen im Straßengüterverkehr
(Bild: Timocom)

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