Wettbewerb aus Ching E-Commerce-Riese Temu – was Onlinehändler jetzt beachten müssen

Ein Gastbeitrag von Micha Augstein 2 min Lesedauer

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Ein neuer Player ist auf dem E-Commerce-Markt. Aber diesmal müssen sich Händler die Bühne nicht mit einem weiteren kleinen Fisch teilen, sondern mit einem richtigen Riesen: Temu. Was Händler jetzt beachten müssen, um trotz der China-Konkurrenz erfolgreich zu sein.

(Bild: julien leiv – stock.adobe.com)
(Bild: julien leiv – stock.adobe.com)

Temus Markteintritt ist einzigartig. Selten schoss ein Online-Händler so schnell direkt in die obere Liga. Innerhalb eines Jahres konnte das chinesische Unternehmen derart an Relevanz auf dem deutschen Markt gewinnen, dass jeder vierte Deutsche mittlerweile dort eingekauft hat. Doch warum kann der Online-Marktplatz bei deutschen Kunden so punkten? Neben vergleichbaren kurzen Lieferzeiten und einer riesigen Produktauswahl punktet Temu mit Qualität – zumindest auf dem Papier.

Herausforderungen für den lokalen Markt

Die Preise, die der Marktplatz Temu anbietet, sind für andere, vor allem kleinere Händler, nicht umsetzbar. Zu versuchen, die Verkaufspreise des Online-Riesen zu unterbieten, ist eine vergebliche Mühe. Hinzu kommt, dass kleine Händler meist gar nicht in der Lage sind, so viele Produkte anzubieten. Weil Temu an jedem Trend-Zyklus teilnimmt, wird die Produktauswahl jede Woche größer. Der Trend-Kreislauf hat sich in den vergangenen Jahren verkürzt. 

Üblicherweise umfasste dieser früher zwei Phasen pro Jahr. Somit stellten Händler im sechsmonatigen Abstand eine neue Produktpalette vor. Mittlerweile verzeichnet beispielsweise die Modeindustrie bis zu 18 neue Kollektionen pro Jahr. Eine Trendphase dauert also nicht einmal mehr drei Wochen an. Diese Phasen bestimmen maßgeblich das Tempo der Industrie, sodass neue Produkte in einer enormen Geschwindigkeit produziert und verkauft werden. Doch inmitten dieser Herausforderungen stellt sich die Frage: Wie können Händler in dieser neuen Handelslandschaft überleben?

Wo sich der deutsche Händler gegenüber Temu behaupten kann

Online-Händler müssen auf eigene Stärken setzen, um sich im viel umkämpften Markt zu behaupten. Deutsche Kunden vertrauen deutschen Unternehmen immer noch am meisten. Diese Vertrauensbasis ist wertvoll und sollte genutzt werden. Außerdem ergibt es nur wenig Sinn, seine Produktlinie ins Unendliche zu vergrößern, um mit Temu zu wetteifern.

Temu: Erfolg durch Vielfalt und attraktive Preise - Herausforderungen für deutsche Händler

Ratsam ist hier eine Spezialisierung auf die eigene Nische. Mit guter Produktqualität kann man seinen Platz im E-Commerce-Markt verteidigen. Wirft man einen Blick auf die Temu-Rezensionen, scheint das eben doch die Schwachstelle zu sein. Und auch auf Bearbeitungs- und Lieferzeit der Bestellungen ist zu achten. Zwar sind Kunden meist bereit, einen höheren Preis für bessere Qualität zu zahlen, doch diese Bestellungen sollten dann auch in einem zeitlich passenden Rahmen geliefert werden. Dank kostengünstiger und umfangreicher Ange­bote konnte sich Temu ­erfolgreich in die Riege von Branchen­größen wie Amazon, Ebay und Otto einreihen. Der Erfolg des Unternehmens basiert auf der Bereitstellung einer breiten Palette an angesagten Produkten zu attraktiven Preisen, was besonders in Zeiten erhöhter Preissen­sibilität der Verbraucher entscheidend ist. Dies stellt deutsche Händler vor Herausforderungen.

Strategien für deutsche Online-Händler: Stärken und Vertrauen

Es gibt jedoch Strategien, die deutsche Online-Händler annehmen können, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dazu gehören, auf die eigenen Stärken zu setzen und das Kundenvertrauen zu pflegen sowie die Verbesserung der Produktqualität. Auf diese Weise können sie sich gegenüber dem Marktplatz behaupten.

Micha Augstein
 ist Gründer und Geschäftsführer von Parcel.One.

Bildquelle: Micha Augstein

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