Online-Apotheken E-Rezept: Forderung nach digitalem Einlöseweg bei Online-Apotheken

Verantwortlicher Redakteur:in: Heiner Sieger 2 min Lesedauer

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Mit der verpflichtenden Einführung des E-Rezepts ab 1. Januar 2024 soll das Gesundheitswesen leistungsfähiger und eine Lösung für digitale Gesundheitsleistungen geschaffen werden. Wie eine aktuelle Umfrage des bevh zeigt, begrüßen Internetnutzer das elektronische Rezept mehrheitlich.

(Quelle:  MQ-Illustrations - Adobe Stock)
(Quelle: MQ-Illustrations - Adobe Stock)

Laut der Umfrage des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel e.V. (bevh) wollen 38,7 Prozent der befragten Bundesbürger ab 1. Januar das E-Rezept nutzen. 30 Prozent beabsichtigen dies sogar „eindeutig“. Weniger als jede vierte Online-Käufer (24 Prozent) möchte demgegenüber vergleichbar eindeutig das E-Rezept über einen Papierausdruck mit Rezeptschlüssel verwenden. 29 Prozent sind sich unentschlossen. Gerade bei Online-Apotheken können E-Rezepte aber bislang nur umständlich eingelöst werden.

„Durchgehende digitale Prozesse tragen zu einer qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung bei. Insbesondere in ländlichen Gebieten und für Patienten mit eingeschränkter Mobilität hat das E-Rezept, in Kombination mit Telemedizin, das Potential, die Versorgung entscheidend zu verbessern. Das Bundesgesundheitsministerium muss die Chance nutzen, endlich nutzerfreundliche und rein digitale Einlösewege für das E-Rezept umzusetzen, um die Potentiale dieser Anwendung voll auszuschöpfen“, erklärt Daniela Bleimaier, Leiterin Public Affairs Deutschland und des Arbeitskreises Digital Health im bevh. Die gematik GmbH hat mit ihrem Beschluss zur Weiterentwicklung der mobilen Nutzung der elektronischen Gesundheitskarte dafür den technischen Rahmen geschaffen.

E-Rezept: Online-Vertrieb wird benachteiligt

Die digitale Einlösung des E-Rezepts setzt bislang ein kompliziertes Verfahren über eine mit NFC-Chip ausgestattete Gesundheitskarte und dazugehöriger PIN ausschließlich in der E- Rezept-App der mehrheitlich im Bundesbesitz befindlichen Gematik voraus. „Der bislang verbreitetste Einlöseweg der physischen Vorlage der Gesundheitskarte beim Apotheker diskriminiert den Vertriebsweg des Onlinehandels. Und verzerrt damit grundlos den Wettbewerb. Das BMG ist hier in der Pflicht, die Apothekenwahlfreiheit der Versicherten wiederherzustellen“, ist Bleimaier überzeugt.

Nicht einmal zehn Prozent der Online-Käuferinnen und -käufer im Alter bis 39 Jahre wollen künftig noch den Papierausdruck für ein E-Rezept nutzen. Unter den 40- bis 49-Jährigen präferiert mehr als jeder zweite Verbraucher die rein digitale Lösung. Auch bei den über 50 Jahre alten Befragten möchte schon mehr als jeder Dritte seine Rezepte digital erhalten und einlösen.

Zur Methodik der Umfrage: Das Meinungsforschungsunternehmen Civey hat im Auftrag des bevh 1.024 Personen zwischen em 29.11. und 02.12.2023 befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für Personen, die im Internet einkaufen. Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. ist die Branchenvereinigung der Online- und Versandhändler. Neben den Versendern sind dem bevh auch Dienstleister angeschlossen. Nach Fusionen mit dem Bundesverband Lebensmittel-Onlinehandel sowie dem Bundesverband der Deutschen Versandbuchhändler repräsentiert der bevh rund 90 Prozent des Umsatzes der Branche im Endkundengeschäft. Der bevh vertritt die Brancheninteressen aller Mitglieder gegenüber dem Gesetzgeber sowie Institutionen aus Politik und Wirtschaft. 

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