Rückkehr zu Wachstum Der E-Commerce wächst: Auch in Krisenzeiten wird online geshoppt

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

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Der E-Commerce in Deutschland ist weiter auf Wachstumskurs: Der Brutto-Umsatz stieg vergangenes Jahr auf 83,1 Milliarden Euro – ein Plus von 3,2 Prozent. Für 2026 wird ein Wachstum von 3,8 Prozent erwartet. 

(Bild:  © Irina Sharnina/stock.adobe.com)
(Bild: © Irina Sharnina/stock.adobe.com)

Der E-Commerce ist ein seltener Lichtblick in der deutschen Wirtschaft – so könnte man das E-Commerce-Jahr 2025 in Deutschland zusammenfassen. Laut dem Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH) stieg der Brutto-Umsatz im Onlinehandel vergangenes Jahr erstmals seit 2021 wieder in allen Quartalen und erreichte 83,1 Milliarden Euro. Zum Vergleich: 2024 waren es noch rund 80, 6 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 3,2 Prozent. 

Im Verlauf des Jahres 2026 erwarten der BEVH und das EHI Retail Institute in einer gemeinsamen Prognose, dass die E-Commerce-Branche trotz schwieriger Rahmenbedingungen weiter überdurchschnittlich wächst und ein nominales Umsatzwachstum von 3,8 Prozent. 

Quartalsumsätze im E-Commerce in Deutschland: Nach den ziemlich schwierigen Jahren 2022 und 2023 geht es seit Mitte 2024 wieder aufwärts.(Bild:  BEVH)
Quartalsumsätze im E-Commerce in Deutschland: Nach den ziemlich schwierigen Jahren 2022 und 2023 geht es seit Mitte 2024 wieder aufwärts.
(Bild: BEVH)

Stabiler Onlinehandel – trotz schwacher Konsumstimmung

Auch wenn die Kauflaune der Deutschen aktuell eher schwach ist, blieb der Anteil der Viel-Käufer im Onlinehandel stabil: Jeder dritte Kunde (34,2 Prozent) bestellte durchschnittlich zweimal wöchentlich oder öfter Waren online. Der durchschnittliche Bestellwert stieg sogar von 144,12 Euro (2024) auf 146,19 Euro. Die Kundenzufriedenheit im E-Commerce bleibt mit 96,2 Prozent auf unverändert hohem Niveau (2024: 96,0 Prozent).

Der Anteil der Kunden, die weniger im E-Commerce ausgeben wollen, ist mit 24,6 Prozent der niedrigste seit vier Jahren.

Die größten Gewinner: Medikamente, Lebensmittel und Tierbedarf

Zu den größten Gewinnern im E-Commerce zählten vergangenes Jahr die Bereiche Medikamente (plus 6,0 Prozent) und Lebensmittel (plus 5,5 Prozent), gefolgt von Tierbedarf (plus 5,0 Prozent). Deutlich besser als im Vorjahr entwickelten sich die Umsätze im besonders wichtigen Modehandel (plus 3,5 Prozent). Gleiches gilt für die Kategorien Haushaltswaren & -geräte (plus 4,8 Prozent) sowie Möbel, Lampen & Dekoration (plus 3,3 Prozent).

Geringer als der Gesamtmarkt wuchs der Handel mit Elektronik und Telekommunikation (plus 1,4 Prozent), der im Vorjahr jedoch noch ein deutliches Minus verzeichnete.

Ein Drittel des Wachstums entfällt auf asiatische Plattformen

Wenn man die einzelnen Versendertypen vergleicht, dann wuchsen die Umsätze auf Online-Marktplätzen am stärksten (plus 4,9 Prozent). Über sie werden mittlerweile 56 Prozent des gesamten Onlinehandels abgewickelt. Das entspricht  46,2 Milliarden Euro.

Der fade Beigeschmack für viele Onlinehändler aus Europa und Deutschland: Plattformen chinesischer Herkunft wie Shein, Temu und AliExpress haben wegen extremer Niedrigpreise zwar nur einen geringen Umsatzanteil, wuchsen mit 27,2 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro aber deutlich schneller als das gesamte Anbietersegment der Marktplätze. Bereits jede 15. Onlinebestellung wird bei einer der großen Plattformen aus Asien gemacht. Von den 2,6 Milliarden Euro Wachstum des gesamten E-Commerce mit Waren machte das Wachstum der Plattformen chinesischer Herkunft ganze 30 Prozent aus.  

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