ECommerce Masterminds Podcast

Mehr Carrier, weniger Stress: Zustell-Exzellenz im E-Commerce

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Letzte Meile, Multi-Carrier-Strategie und Nachhaltigkeit

Die Last Mile ist oft die Achillesferse. Was sind die effektivsten Hebel für Qualität und Pünktlichkeit?

Dirk Haschke: Die Last Mile beginnt im Lager. Schnelles Picken, korrektes Packen und klare Priorisierung sind entscheidend, damit kritische Sendungen zuerst das Lager verlassen. Da Händler auf Carrier‑Performance nur begrenzt Einfluss haben, ist eine Multi‑Carrier-Strategie essenziell: Engpässe kompensieren, grüne Optionen anbieten, Alternativen nutzen. Und: Kommunikation nimmt Unsicherheit. Die klare Ansage „nicht heute, aber morgen“ ist besser als jede Funkstille gegenüber dem Kunden.

Wie setzt man eine Multi‑Carrier‑Strategie so auf, dass sie im Stressfall wirklich trägt

Dirk Haschke: Mit einem Regelwerk und Automatismen, die tagesaktuell greifen: Auswahl nach PLZ, Gewicht, Servicelevel, Cut‑off-Zeit, Kapazitäten oder Carrier‑KPIs. Wichtig ist auch die Kundensicht: Viele möchten den Carrier wie eine Zahlungsart wählen – weil der Paketshop im Haus liegt oder die Retoure damit bequemer ist. Hier besteht Nachholbedarf. Händler sollten Auswahl bieten, ohne den Checkout zu überfrachten.

Wo lohnt Automatisierung heute am meisten – auch mit Blick auf den Personalmangel?

Dirk Haschke: In wiederkehrenden Lagerprozessen: Wareneingang, Nachschub, Kommissionierung, Verpackung. Systeme wie AutoStore erhöhen die Pickleistung auf kleiner Fläche und senken Fehlerquoten. Software‑Automatisierung zahlt ebenso ein: Auftragspriorisierung, Regelwerke, Etikettierung, Zollpapiere, Ausnahmenhandling. Gesparte Sekunden pro Auftrag entscheiden in Peaks über die Gesamtleistung.

Retouren schnellen nach Weihnachten hoch. Welche Best Practices verhindern Chaos im Januar?

Dirk Haschke: Erstens: Erwartungsmanagement. Automatisierte Eingangsbestätigungen beruhigen Kunden sofort. Zweitens: Kapazitäten auf Basis artikel- und kategoriespezifischer Retourenquoten planen. Drittens: Zustandsdokumentation mit Fotos im Retoureingang, um Kulanz sauber zu steuern. Viertens: Gründe analysieren und Erkenntnisse in Sortiment, Content und Prozesse zurückspielen. Ziel ist, Ware schnell wieder verkaufsfähig zu machen oder alternative Absatzkanäle zu nutzen.

Wie viel Transparenz erwarten Kunden in der Hochsaison – und was ist realistisch?

Dirk Haschke: Eindeutig mehr als früher. Kunden bestellen spät, wollen aber präzise Lieferzusagen und Updates bis zur Haustür. Realistisch sind ein klares Lieferversprechen, taggleiche Bearbeitung, proaktive Statusmeldungen, ehrliche Verzögerungsinfos und einfache Self‑Service‑Optionen. Je mehr Unsicherheit Händler entfernen, desto höher die Kundenzufriedenheit.

Nachhaltigkeit wird zunehmend reguliert. Wie lässt sie sich auch wirtschaftlich integrieren?

Dirk Haschke: Mit smartem Packaging wie passgenauen Kartons und weniger Füllmaterial, konsolidierten Sendungen, grünen Zustelloptionen und datenbasierten Routen- und Carrier‑Entscheidungen. Kunden wünschen Nachhaltigkeit, wollen aber selten mehr bezahlen. Effizienz und Ökologie schließen sich nicht aus, wenn Verpackung, Wege und Fehlversuche reduziert werden.

Ihr Schluss‑Tipp für die aktuelle Peak-Saison – und darüber hinaus?

Dirk Haschke: Exzellente Logistik macht aus Käufern Wiederkäufer und entlastet den Kundenservice. Wer Bestände sauber steuert, Lieferversprechen hält, flexibel zustellt und proaktiv kommuniziert, gewinnt Kundenzufriedenheit und Marge. Jede Peak‑Season ist die Generalprobe für das restliche Jahr – Robustheit schlägt Show.

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