ECommerce Masterminds Podcast

Von Search zu Scale: So knacken D2C-Brands mit YouTube den nächsten Umsatzsprung

< zurück

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Brand-Effekte, Demand Gen & Creative-Vorgehen

Wie unterscheidest Du Brand-Effekte von zusätzlichem Umsatz praktisch?

Lukas Maria Beilmann: Erstens: Brand-Search isolieren und separat bewerten. Zweitens: Kanalspezifische Budget-Schocks (hoch/runter) und deren Einfluss auf CM3 und Neukunden sauber tracken. Drittens: First-Party-Daten ernst nehmen – Post-Purchase-Surveys und Kundenlisten geben eindeutige Hinweise. Viertens: Tool-Attribution als Hypothese behandeln, nicht als Wahrheit. Entscheidend bleibt, ob Maßnahmen den profitablen Umsatz nachhaltig erhöhen.

Kannst Du mal ein konkretes Beispiel teilen – Ausgangslage, Vorgehen, Ergebnis?

Lukas Maria Beilmann: Gern: Nehmen wir Sternglas. Das Unternehmen verkauft hochwertige Alltagsuhren im Bereich 200–300 Euro AOV. Über Search & Shopping war der Hebel begrenzt, weil viele mit konkreter Markenpräferenz suchen. Also haben wir YouTube ergänzt: Creator-Auswahl, Studio-Shootings, Skripte mit klaren Hooks und unterschiedlichen Kommunikationswinkeln. Ergebnis nach einem Jahr: +61 Prozent Umsatz im Google-Ads-Account, +20 Prozent ROAS im Account und – sichtbar in Umfragen und Bewertungszitaten – starkes Marken-Momentum durch YouTube. In der BWA: rund +40 Prozent Profit in zwölf Monaten, obwohl wir „nur“ YouTube als Kanal neu hinzugefügt haben.

GLOSSAR

D2C (Direct-to-Consumer): Direktvertrieb vom Hersteller an Endkunden ohne Zwischenhändler.

Demand Capture vs. Demand Creation: Nachfrage abholen (Search/Shopping) vs. Nachfrage erzeugen (YouTube, Demand Gen).

Google Data Manager: Zentrale Google-Funktion für Datenanbindung und -qualität (u. a. Conversions, Feeds, First-Party-Signale).

First-Party-Data/Server-Side-Tracking (Gateway): Eigene Kundendaten und serverseitiges Tracking zur robusten Messung und Segmentierung.

COGS/Deckungsbeiträge: Herstellungskosten (COGS) und Beiträge nach Abzug variabler/kampagnenbezogener Kosten.

Schauen wir uns noch konkret YouTube & Demand Gen an: Welche Placements und Formate nutzt Du  – und vor allem: Wie wählst Du sie aus?

Lukas Maria Beilmann: Demand Gen bündelt YouTube (Instream, In-Feed, Shorts), Discover (inkl. Google News), Gmail und Display. Der Startpunkt ist der Asset-Fundus des Unternehmens: Haben Sie Video? Dann priorisieren wir Instream/Shorts. Haben Sie starke Stills? Dann Discover/Gmail. Wir testen modular in getrennten Kampagnen, lesen Signale (Klicks, View-through-Conversions, Post-Purchase-Nennungen), schließen schwache Placements aus und intensivieren starke. Ziel: schneller Fit pro Kanal, dann Ausweitung.

Was zeichnet besonders performante YouTube-Ads aus – insbesondere in den ersten Sekunden?

Lukas Maria Beilmann: Die ersten fünf bis zehn Sekunden entscheiden. Metrisch schauen wir auf Engagement-Rate (Watchtime >10 Sek.) und View-Rate (View ab 30 Sek. bei Instream). Hohe Engagement-Rates senken CPMs spürbar. Unser Aufbau: In den ersten zehn Sekunden klare Relevanz und Nutzenversprechen; bis 30 Sekunden Story-Proof (Problem/Outcome), dann Produkt, Offer und CTA. Wichtig: Watchtime-Staffelung bewusst skripten – und für Shorts/Feed variieren.

Welches Creative-Vorgehen hat sich bei den Kampagnen am besten bewährt?

Lukas Maria Beilmann: Wir arbeiten modular. Basis ist der Motivkompass: Welche Motive treiben die Zielgruppe (z. B. Sicherheit, Effizienz, Status, Harmonie)? Daraus entstehen Skript-Module: Dream Outcome (Wunschergebnis), Benefits, Objection Handling (z. B. Preis, Passform, Rückgabe), Trust (Influencer, Reviews, Social Proof), CTA/Offer. Diese Bausteine kombinieren wir zu vielen Varianten, testen Hooks, Reihenfolgen und Längen. Learning: Neu outperformed optimiert – neue Konzepte liefern häufiger Wachstumssprünge als endlose Mikro-Iterationen eines einzigen Spots.

Danke für die vielen Details. Kannst Du abschließend noch mal zusammenfassen: Warum ist Google für D2C-Brands mehr als Search & Shopping?

Lukas Maria Beilmann: Weil Sie mit YouTube und Demand Gen inkrementelle Reichweite aufbauen, statt um bestehende Nachfrage zu konkurrieren. Richtig aufgesetzt wird Google zur zweiten starken Neukundensäule neben Meta – mit mehr Touchpoints, höherer Markenwirkung und planbaren Deckungsbeiträgen. Der Weg: saubere Unit Economics, vollständige Daten im Account, ein Reifegrad-basiertes Setup und systematisches Creative-Testing. So entsteht nachhaltiges, profitables Wachstum – und deutlich mehr unternehmerische Freiheit.Hier fände ich noch ein "nur" super

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung