ECommerce Masterminds Podcast

Weniger Klicks, mehr Nähe: Die neuen Regeln für die Gift Season mit Black Friday

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Künstliche Intelligenz, Unified Commerce und Purpose Driven Shopping

Ok, aber da bleiben ja noch reichlich weitere potenzielle Einsatzfelder. An welchen Stellen bietet der Einsatz von KI für Händler konkreten Nutzen?

Linda Hoffmann: KI kann enorm viel Zeit sparen und Effizienz schaffen – aber sie soll Händlerinnen und Händlern helfen, menschlicher zu verkaufen, nicht maschineller. Bei Shopify nennen wir das den „Co-Piloten“-Ansatz: KI übernimmt Routinen wie Content-Erstellung, Inventarprognosen oder Produktbeschreibungen, damit Händler sich auf Beziehungen konzentrieren können. Unser KI-Assistent Sidekick generiert beispielsweise Texte oder Banner in Sekunden. Das schafft Freiraum für Storytelling, Service und Loyalität – die eigentlichen Erfolgsfaktoren im E-Commerce.

Versteckte Kosten oder Zwangsaccounts sind zum Beispiel echte Conversion-Killer. Im Checkout gilt: Weniger Klicks bedeuten mehr Abschlüsse. Ein One-Click-Check-out sollte heute Standard sein, weil er die Conversion-Rate deutlich erhöht.

Linda Hoffmann, Head of Partnerships DACH & Eastern Europe bei Shopify

Der Check-out ist nach wie vor ein Schmerzpunkt, den du vorhin schon angesprochen hast: Jeder zweite Kunde bricht den Kaufprozess ab. Warum ist das so, und was lässt sich dagegen tun?

Linda Hoffmann: Versteckte Kosten oder Zwangsaccounts sind zum Beispiel echte Conversion-Killer. Im Check-out gilt: Weniger Klicks bedeuten mehr Abschlüsse. Ein One-Click-Check-out sollte heute Standard sein, weil er die Conversion-Rate deutlich erhöht. Tools wie Shop Pay verkürzen den Prozess und steigern die Abschlussquote um ein Vielfaches. Händler sollten außerdem mobile Optimierung, Express-Wallets und lokale Zahlungsmethoden berücksichtigen – zum Beispiel Klarna, Apple Pay oder Twint. Ebenso wichtig: Transparenz. Versandkosten, Steuern oder Lieferzeiten müssen früh im Prozess klar kommuniziert werden. 

Sprechen wir noch über einen aktuellen Trend im E-Commerce: Unified Commerce. Was macht aus deiner Sicht ein gelungenes Unified-Commerce-Erlebnis aus – vor allem mit Blick auf die aktuelle Black-Friday-Phase?

Linda Hoffmann: Unified Commerce bedeutet nicht einfach, mehrere Kanäle zu bespielen, sondern sie intelligent miteinander zu verknüpfen. Es geht um ein zentrales System, das alle Touchpoints auf demselben Datenmodell steuert – online, stationär, Social Media oder Marktplätze. Bei Shopify können Händler ihre Produkte direkt auf YouTube, Meta oder Google platzieren, künftig in den USA sogar über ChatGPT. So werden Kundinnen dort erreicht, wo sie sich gerade aufhalten. Der Vorteil: einheitliches Markenerlebnis und bessere Datenbasis für Planung und Personalisierung.

GLOSSAR

BFCM: Black Friday & Cyber Monday — das zentrale Verkaufswochenende im Handel.

Unified Commerce: Orchestrierung aller Kanäle auf einem einheitlichen Datenmodell.

Purpose Driven Shopping: Einkaufen, das von Werten, Nachhaltigkeit und Haltung beeinflusst wird.

Shop Pay: Beschleunigter Check-out von Shopify, der Zahlungen vereinfacht und Conversion-Rates erhöht.

Ein weiterer Trend, den ihr betont, ist Purpose Driven Shopping. Welche Rolle spielt der Aspekt „Haltung“ im Weihnachtsgeschäft?

Linda Hoffmann: Eine immer größere. Kundinnen und Kunden kaufen zunehmend mit Sinn. Sie achten darauf, wo und wie ihr Geld eingesetzt wird. Besonders die Gen Z und Millennials wechseln Marken, wenn Werte nicht glaubwürdig sind. Purpose Driven Shopping ist also kein Nischentrend, sondern ein richtiger Loyalitätstreiber. Und wichtiger als wiederholte Rabattschlachten. Marken wie Finisterre oder Armed Angels zeigen, wie man Haltung authentisch inszeniert: Finisterre schloss am „Blue Friday“ seine Stores und sammelte an dem Tag Müll an der Küste – Umsatzverzicht als Vertrauenssignal. Armed Angels startete den „No-Sale-Friday“ mit Aufklärungskampagne über faire Preise. Das wirkt nachhaltiger als jeder Rabatt.

Wenn du Händlerinnen und Händlern für die diesjährige Gift Season abschließend nur einen einzigen Rat geben dürftest – welcher wäre das?

Linda Hoffmann: Nutzt KI strategisch – aber vergesst nicht den Menschen. Die erfolgreichsten Händler sind diejenigen, die Effizienz und Empathie verbinden. Setzt KI ein, um Kampagnen schneller, Daten präziser und Prozesse einfacher zu machen. Aber behaltet die Kundennähe im Fokus: ehrliche Kommunikation, echter Service, transparente Haltung. Diese Kombination aus Automatisierung und Authentizität wird am Black Friday 2025 den Unterschied machen.

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