Im E-Commerce gehört Mode zu den erfolgreichsten Kategorien. Doch auch diese steht vor großen Herausforderungen. So sehen sich Händler etwa mit dem Wunsch der Kunden nach flexiblen Lieferoptionen konfrontiert – auch das Retourenmanagement wird immer aufwändiger.
(Quelle: Kaspars Grinvalds – stock.adobe.com)
Fashion-Startup: Apps und Onlineshops machen den Einkauf von Mode und Accessoires so einfach wie nie zuvor und diverse Umfragen ergeben, dass gerade die Pandemie ein Treiber für den Boom der Branche war. So zeigen Zahlen von Statista aus 2021, dass in Deutschland fast ein Viertel des gesamten Online-Umsatzes (23,1 Prozent) in der Fashion-Branche erwirtschaftet wurde.
Schwerer Start für ein Fashion-Startup
Doch diverse Krisen und die Inflation machen weder vor dem E-Commerce noch vor dem Fashion-Bereich Halt. So zeigen neueste Zahlen aus dem Shopping-Index von Salesforce, dass es im E-Commerce in Deutschland im zweiten Quartal 2022 ein Negativwachstum von 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gab. Um als Fashion-Startup oder -KMU dennoch Erfolg zu haben, müssen die Firmen jetzt vor allem die Lagerverwaltung sowie das Versand- und Retourenmanagement im Griff haben.
Lagerverwaltung und Versandmanagement leicht gemacht
Den Überblick über das Lager und den aktuellen Bestand an Waren, deren Größen, Farben, etc. zu behalten, ist für jedes Fashion-Commerce Startup das A und O. Denn potenzielle Kunden wollen bei Interesse sofort über die Verfügbarkeit eines Artikels informiert werden. Das schafft Vertrauen, motiviert den Kunden zu bestellen und trägt langfristig zum Erfolg bei. Doch viele kleinere Fashion-Unternehmen oder -Startups verwalten ihre Lager noch immer per Hand bzw. mit Excellisten und Co. Hier besteht dringender Handlungsbedarf zur Einführung einer individualisierbaren und skalierbaren Business Operations bzw. ERP-Lösung.
Besonders nützlich ist es etwa, wenn die Software direkt mit dem Händler bzw. Mitarbeiter kommunizieren kann und durch Push-Benachrichtigung Bescheid gibt, sobald die Bestände im Lager eine definierte Mindestmenge unterschreiten. Damit lässt sich gewährleisten, dass es im Onlineshop nicht zu einem „out-of-stock“ der gängigen Kleider- oder Schuhgrößen kommt. Die Software-Lösung sollte darüber hinaus nicht nur verschiedene Plattformen und Marktplätze integrieren können, sondern zum Beispiel bei einer Integration von Amazon auch Bestandsprognosen für Fulfillment by Amazon (FBA) machen können. Diese informiert ihre Nutzer, welche Mindestmengen ihrer Produkte sie benötigen, um Engpässe im Lager zu vermeiden und die künftige FBA-Nachfrage decken zu können.
(Bild: Kaspars Grinvalds – stock.adobe.com)
Fashion-Startup: Checkoutprozess im Griff
Eine Business Software bildet zudem die notwendige Basis für einen reibungslosen Checkoutprozess – vom Warenkorb über die Versandoption bis hin zur Bezahlung. Laut einer aktuellen Studie von sendcloud legen 59 Prozent der Konsumenten großen Wert auf flexible Versandoptionen. Als Fashion-Commerce-Unternehmen neben dem Standardversand keine Expresslieferung anzubieten oder sich nur auf einen Dienstleister zu verlassen wäre also riskant. Ein Multi-Carrier-Versand, wie ihn z.B. der Online-Versandhändler Zalando anbietet, ist eine sinnvolle Lösung – auch für Startups oder KMU. Eine ERP-Lösung sollte ein solches Angebot unterstützen. Außerdem sollte sie mit den Dienstleistern kommunizieren, um die Erstellung und den Druck von Versandetiketten zu automatisieren und so die Zeit bis zum Versand zu verkürzen. Ebenso wichtig ist, dass sie automatisierte E-Mails zur Sendungsverfolgung verschickt, um die Käufer über den Bestellstatus informiert zu halten.
Und wenn die neue Hose nicht passt?
Die Gründe für Retouren sind vielfältig: Es wurde das falsche Kleidungsstück oder die falsche Größe geliefert, es entspricht nicht der Beschreibung, ist beschädigt oder fehlerhaft, oder es gab Verzögerungen oder Probleme beim Versand. Um den Kunden dennoch eine gute Shoppingexperience zu bieten und selbst den Überblick zu behalten ist es wichtig, auch das Retournieren von Produkten zu automatisieren. Moderne Retouren-Portale sind ein Lösungsansatz, der es Onlineshop-Betreibern und Kunden leicht macht, Rücksendungen zu managen.
Optimalerweise merken die Konsumenten überhaupt nicht, dass sie die Seite des Onlineshops verlassen und auf ein Retouren-Portal weitergeleitet werden.
Das Berliner Startup 8returns bietet z.B. eine Lösung, die sich genauestens an das Design des Onlineshops anpassen lässt. Dort können Kunden mit wenigen Klicks ihre Rücksendung selbst anmelden und Retourenlabels erstellen. Integriert in eine ERP-Software spart diese Lösung dem Händler wertvolle Ressourcen im Kundenservice. Darüber versendet das System automatisierte Updates zum aktuellen Status der Rücksendung. Durch ein ERP-System lässt sich die aktuelle E-Commerce Krise für den Bereich Fashion zwar nicht abwenden, doch es unterstützt dabei, den Fokus auf die wirklich wichtigen Dinge zu legen. Gerade in der Krise sind treue und zufriedene Kunden das A und O und diese bekommen Unternehmen durch unkompliziertes Bestellen, Versenden und Retournieren der Produkte. Kombiniert mit der nötigen Effizienz bei internen Prozessen sowie einem soliden Überblick über Cashflow, Liquidität und Finanzen durch das Management-Board des ERP-Systems sind Fashion Startups und KMU für die aktuellen Herausforderungen gewappnet.
Stand: 16.12.2025
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(Bild: Xentral)
Der Autor Benedikt Sauter ist Co-Gründer und CEO von Xentral.