In einer Werbewelt, die nun sehr bald keinen Zugriff mehr auf Cookies haben wird, müssen Audiences grundsätzlich neu gedacht werden. Advertiser, Publisher und Marken müssen in Zukunft neue Wege finden, diese zu erreichen - dabei gelten First-Party-Daten als die Lösung. Doch Vorsicht: First-Party-Daten sind nicht gleich First-Party-Daten!
(Bild: salarko – stock.adobe.com)
First-Party-Daten: Der Schlüssel zur erfolgreichen Suche nach dem Heiligen Gral
Der Run um die besten Daten ist in vollem Gang – und erinnert unfreiwillig an die Suche nach dem Heiligen Gral. In der Legende taucht Parzival auf, der für Heldenmut und Reinheit steht, dem aber der Sinn für die Wirklichkeit fehlt. Ähnlich muten die meisten First-Party-Lösungen an, die scharfe Schwerter versprechen und tollkühne Pläne, die aber an der Tafelrunde von König Artus als strahlende Vision verkümmern. Daher muss mehr Zauber in die Cookie-Lösungen, so wie der Magier Merlin als eigentlicher Initiator für die Suche nach dem Heiligen Gral gilt.
Denn um was geht es konkret bei den Cookies? Was ist es, was Werbungtreibende dringend benötigen? Sie wollen ihre potenziellen Käufer, ihre Zielgruppen oder Personas punktgenau erreichen. Wurden bislang Streuverluste als Streugewinne angesehen, so ist gegenwärtig ein zielgerichteteres Targeting notwendig.
Die Zukunft der digitalen Werbung
Die zukünftige Landschaft der digitalen Werbung steht somit vor einer bedeutenden Transformation, weg von Third-Party-Daten hin zu einem Ökosystem, das stärker auf First-Party-Daten und datenschutzfreundliche Ansätze angewiesen ist. Diese Veränderung wird durch zunehmend strenge Datenschutzvorschriften, ein wachsendes Bewusstsein für die Privatsphäre der Nutzer und Entwicklungen in der Branche, wie die Ankündigung von Google, Third-Party-Cookies in Chrome zu blockieren, vorangetrieben.
Das Erreichen von Audiences ohne Third-Party-Daten
Ohne den Zugang zu Third-Party-Daten und den darauf basierenden Nutzerprofilen müssen Unternehmen neue Wege finden, ihre Zielgruppen zu definieren und zu erreichen. Ein Schlüssel dazu sind First-Party-Daten, die direkt von den potenziellen Kunden gesammelt werden. Diese Daten bieten Einblicke in das Verhalten, die Vorlieben und Interessen der Menschen, basierend auf ihrer Interaktion mit der eigenen Website, App oder dem Service des Unternehmens. Durch die Analyse dieser Daten können Unternehmen präzise eigene Kundenprofile erstellen und personalisierte Marketingstrategien entwickeln.
First-Party-Daten stehen deshalb im Zentrum der neuen digitalen Werbelandschaft. Durch die direkte Interaktion mit den Zielgruppen können Unternehmen eine stärkere Beziehung aufbauen und personalisierte Erfahrungen bieten, die die Kundenzufriedenheit und -bindung erhöhen. Die effektive Nutzung von First-Party-Daten erfordert jedoch eine starke Dateninfrastruktur und fortschrittliche Analytikfähigkeiten. Unternehmen müssen also in Technologien und Fähigkeiten investieren, um diese Daten zu sammeln, zu verwalten, zu analysieren und bei der Kundenansprache zu aktivieren. Unternehmen gewinnen wertvolle Einblicke und können ihre Marketingstrategien darauf ausrichten.
Dies umfasst die Personalisierung der Kommunikation, Angebote und Empfehlungen basierend auf den individuellen Präferenzen und dem bisherigen Verhalten der Nutzer.
First-Party-Daten: Herausforderungen bei der Skalierung und Nutzung im digitalen Marketing
Es liegt in der Natur der so gesammelten First-Party-Informationen, dass diese sich auf den eigenen Datenraum beschränken. Das beste auf dieser Datenbasis gebildete Nutzerprofil verliert seinen Wert in dem Moment, in dem es in einer Kampagne aktiviert werden soll, sich der Nutzer aber nicht wiederfindet. Bisherige Lösungen über einen Abgleich mit E-Mail-Adressen als einziger Verbindung mangelt es an der nötigen Skalierung. Zum einen sind für die Mehrheit der Werbeplätze keine Login-Informationen und somit E-Mail-Adressen verfügbar und auch der eigene potenzielle Kunde hat vielleicht die eigene Webseite besucht, aber nicht seine Daten hinterlassen. Es fehlt die skalierbare Verbindung über Webseiten hinweg.
Hier kommen nun sogenannte ID-Lösungen ins Spiel, die jene Verbindung über Webseiten ermöglichen. In einer Welt ohne Cookies sind sie der potenzielle Heilige Gral im Onlinemarketing. Sie ermöglichen, bestehende und potenzielle Kunden auch außerhalb der eigenen First-Party-Datenumgebung gezielt anzusprechen.
Mensch und Privatsphäre stehen im Vordergrund
Advertiser, Publisher und Unternehmen müssen den Fokus insgesamt stärker auf den Nutzer legen und ihre vorhandenen, bekannten Audiences nutzen, um Potenzial-Zielgruppen abzuleiten und über ID-Lösungen anzusprechen. Nur wenn neue Personen angesprochen und deren Bedarf geweckt werden kann, entsteht langfristiges Wachstum. Außerdem muss die Privatsphäre der Nutzer in den Mittelpunkt gerückt werden. Trotz der Herausforderungen durch richtigerweise immer strengere Datenschutzgesetze müssen Unternehmen ihre Datensammlung und -nutzung jederzeit transparent gestalten – das schafft nachhaltiges Vertrauen und erhöht die Bereitschaft, Daten zu teilen. Es sind neue Konzepte von Nöten, die es Advertisern ermöglichen, Daten zu sammeln und gleichzeitig die Privatsphäre der Nutzer zu gewährleisten.
Stand: 16.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die WIN-Verlag GmbH & Co. KG, Chiemgaustraße 148, 81549 München einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://kontakt.vogel.de/de/win abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
First-Party-Daten: Ausblick
Das bevorstehende Ende der Cookie-Ära im digitalen Marketing ist nicht das Ende der effektiven Zielgruppenansprache, sondern vielmehr ein Wendepunkt hin zu innovativeren und respektvolleren Methoden der Datennutzung. Indem Marken, Advertiser und Publisher sich von veralteten Ansätzen lösen und neue Wege beschreiten, können sie nicht nur die Herausforderungen der Post-Cookie-Welt meistern, sondern auch eine inklusivere und effektivere Marketingstrategie entwickeln. Die Hinwendung zu First-Party-Daten, datenschutzzentrierten ID-Lösungen und der Schaffung tieferer, wertbasierter Beziehungen zu den Nutzern bietet die Gelegenheit, das Marketing neu zu gestalten. Anstatt sich auf invasive Techniken durch die Sammlung der Daten bei Dritten zu verlassen, müssen Marken Verantwortung übernehmen und Excalibur selbst führen.
Norman Wagner ist Managing Director Germany bei Utiq.