Zum Jahresende 2020 kündigte Google das Roll-out eines Core-Updates an. Dadurch mussten Webseiten-Betreiber und SEO-Verantwortliche mit einer neuen Indexierung und Bewertung ihrer Webseiten in Hinblick auf die Sichtbarkeit innerhalb der Suchmaschine rechnen.
(Quelle: eamesBot/shutterstock)
Nach Verarbeitung der Daten gab es je nach dem Algorithmus-Fit in jeder Branche Gewinner und Verlierer. Was sich mit dem Google Core Update von Dezember 2020 geändert hat, wer davon profitiert und wer mit einem Rückgang der Seitenaufrufe zu rechnen hat, erklärt Gastautor Arne Chananewitz von Löwenstark Online-Marketing.
Content, Seitenstruktur und User Experience noch relevanter
Direkt nach der Black Friday- und Cyber Monday-Shopping-Saison, aber noch vor den Feiertagen begann Google mit dem Roll-out des Updates – knapp zwei Wochen lang führte dies zu großen Schwankungen in Rankings undSichtbarkeitswerten verschiedener Branchen. Nun lassen sich erste Auswirkungen und Ranking-Faktoren sowie Gewinner und Verlierer des Updates erahnen.
Auffällig: Google bestrafte deutlich seltener komplette Domains, vielmehr sind einzelne Seiten im Verzeichnis betroffen. Wie bereits zuvor profitieren hier Webseiten mit qualitativ hochwertigem Content, also originalen Informationen, Reports, Studien und Analysen – Verlierer sind Domains mit „Thin Content“, also Inhalten mit geringer Qualität, die wenig bis gar keinen Mehrwert für den Leser bieten.
Clickbaiting vermeiden nach dem Google Core Update Dezember 2020
Neben der Struktur des Inhalts sowie schlüssigen und vollständigen Beschreibungen des Themas werden auch Überschriften im Zuge des Updates immer wichtiger: Reines Clickbaiting wird direkt abgestraft. Negativ vom Core Update betroffen sind außerdem Zeitschriften und Magazine, die mit Rankings fernab des eigenen inhaltlichen Schwerpunkts Reichweite erzielen wollten. Neben thematisch passendem Content wird auch die Einzigartigkeit immer relevanter: Informationen, die nicht unique sind, sondern von anderen Seiten übernommen werden, verlieren weiter im Ranking.
Auch das Thema User Experience steht mehr denn je im Fokus des Algorithmus. So ließ der Suchmaschinengigant bereits im Oktober in seinen Guidelines verkünden, dass Lexika und Wörterbücher wie Linguee, Wiktionary und Urbandictionary aufgrund mangelnder Passgenauigkeit in Hinblick auf die Erfüllung von Nutzerintentionen an Relevanz und somit Sichtbarkeit verlieren. Diese Entwicklung zeichnete sich bereits in den frühen Phasen des Google Core Update im Dezember ab.
Gesundheitliche Themen profitieren, Branchen-intern wird neu sortiert
Der Großteil der Top-Ten-Webseiten, die sich als „Gewinner“ des Google Core Upate identifizieren lassen, weisen einen Bezug zu medizinischen oder alternativmedizinischen Themen auf – so unter anderem die Arztsuche von Focus oder der Versandapotheke Aponeo. Die Online-Apotheke eurapon ist laut Sistrix mit fast 130 Prozent Steigerung im Sichtbarkeitsindex sogar auf Platz 2 der „Gewinnerliste“. Platz 1 nimmt der Empfehlungsdienst Foursquare für sich in Anspruch.
Auffällig ist insgesamt betrachtet, dass keine gesamten Branchen oder thematischen Bereiche gewinnen oder verlieren. So gibt es in Hinblick auf die Job-Netzwerke wohl kein treffenderes Beispiel als Xing und Linkedin: Während ersteres deutlich an Sichtbarkeit verliert, konnte letzteres im Zuge des Updates einen deutlichen Anstieg verzeichnen. Auch hier gilt: Häufig werden keine gesamten Domains, sondern nur einzelne Verzeichnisse abgestraft. Bei Xing verlieren beispielsweise nur die Firmennamen, die Profile konnten hingegen an Sichtbarkeit gewinnen.
Es wird deutlich, dass Google im Laufe der Zeit immer konkretere Core Updates vornimmt und nicht pauschal gesamte Webseiten zu „Verlierern“ macht. Auch in anderen Bereichen wurde die Sichtbarkeit innerhalb der Branche neu verteilt: Unter den Immobilienanbietern steigt die Visibility von Von-Poll, Immobilienscout24 entwickelt sich hingegen negativ.
Zukunftsausblick: Diese Updates kommen 2021
Auch für das gerade begonnene Jahr hat Google bereits neue Anpassungen im Algorithmus angekündigt: Zu den Neuerungen im ersten Halbjahr gehören etwa das Page Experience Update und das Passage Indexing sowie die Mobile-Only-Indexierung im März 2021. Das Thema „Mobile first“ begleitet SEOs und Webmaster schon seit Jahren – nun wird daraus „Mobile only“.
Ab März 2021 werden mobil indexierte Seiten nicht nur bevorzugt, sondern gelten als Grundlage für die ausgespielten Suchergebnisse. Alle Inhalte, Bilder, Videos und Seitenelemente, die nicht mobil aufrufbar sind, werden nicht mehr indexiert. Seitenbetreiber sollten also unbedingt sicherstellen, vollständig übereinstimmende Desktop- und Mobile-Versionen zu haben – Responsive Designs eignen sich hierfür am besten.
Stand: 16.12.2025
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Auch die folgenden Updates stehen im Fokus der Nutzerfreundlichkeit: Im Mai 2021 plant Google das Roll-out des Page Experience Updates, bei dem anhand drei neuer Kennzahlen (Largest Contentful Paint, First Input Delay und Cumulative Layout Shift) die User Experience einer Seite zum Ranking-Faktor in den Suchergebnissen wird. Erste Informationen zu diesen sogenannten „Core Web Vitals“ liefert Google unter anderem in der Search Console oder den PageSpeed Insights.
Google Core Update im Dezember ist erst der Anfang
Außerdem angekündigt ist das Passage Based Indexing: Durch die Passagen-Indexierung kann Google einzelne Themen und Abschnitte auf weniger strukturierten, umfangreichen Webseiten besser „verstehen“ und gezielt indexieren. Auch diese Neuerung wird ein zukünftiger Rankingfaktor werden, nicht jedoch das Aussehen der Suchergebnisse beeinflussen. Laut Angaben der Suchmaschine wird die Passagen-Indexierung circa sieben Prozent der weltweiten Suchanfragen betreffen – einen genauen Termin gibt es noch nicht.
Neben diesen, vor allem die Rankingfaktoren betreffenden Anpassungen, ist im ersten Halbjahr 2021 zusätzlich mit einem weiteren Google Core Update zu rechnen. Experten stellen sich außerdem auf Aktualisierungen von Google Maps, Fortschritte beim Sprachverständnis mit Künstlicher Intelligenz und einer Ausweitung von Augmented Reality-Funktionen, die im Zuge der Corona-Pandemie an Relevanz gewonnen haben, ein.
Über den Autor: Arne Chananewitz ist Head of SEO der Löwenstark Online-Marketing GmbH und seit 2012 Teil des Unternehmens. Die Full-Service-Agentur hat in 18 Jahren bereits über 2.500 Kundenprojekte erfolgreich realisiert. An inzwischen 10 Standorten im gesamten D-A-CH-Gebiet werden sowohl SEO-, SEA-, Affiliate-Marketing-, E-Mail-Marketing- als auch Social Media-Strategien für Kunden aller Branchen von der Löwenstark Online-Marketing GmbH entwickelt und betreut.