Bestandsmanagement Wie Alnatura aktuelle Logistikprobleme bewältigt

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 4 min Lesedauer

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Hohe Energie- und Treibstoffpreise, Rohstoffknappheit und unsichere Lieferketten: Die Lage in der Lebensmittellogistik bleibt angespannt. Das spürt auch der deutsche Bio-Lebensmittelhändler Alnatura, der seit vielen Jahren auf die Bestandsmanagement-Software von Remira setzt.

(Bild:  Alnatura/Mathias Fuchs)
(Bild: Alnatura/Mathias Fuchs)

Angefeuert durch die Corona-Pandemie und den anhaltenden Krieg in der Ukraine steht die Lebensmittelbranche weiterhin unter Druck. Das Konsumverhalten der Kundinnen und Kunden bleibt teilweise schwer vorhersehbar. Zudem sind viele Dienstleistungen und Rohstoffe knapper und damit teurer geworden. Liefertermine werden häufiger nicht eingehalten als vor Beginn der Krisen. Die steigenden Kosten führen außerdem zu einem enormen Spannungsfeld zwischen Qualität und Warenverfügbarkeit. Diese Herausforderungen erschweren Unternehmen wie Alnatura die Planung der täglichen Produktions- und Lieferlogistik. Der deutsche Bio-Lebensmittelhändler stellt sich daher die Frage, wie die Prozesse noch effizienter gestaltet werden können, um die Kunden am Point-of-Sale zufrieden zu stellen. 

Nachhaltig auch unter schwierigen Bedingungen

Auch unter den veränderten Bedingungen sollen die Kundinnen und Kunden jederzeit die gewünschten Produkte kaufen können. Fabian Meyer, Leiter für Logistik & Supply Chain Management bei Alnatura, erklärt: „Idee und Bestreben von Alnatura ist es, beste Bio-Qualität zu günstigen Preisen anzubieten. Dass wir uns damit täglich in einem Spannungsfeld bewegen, kommt uns in dieser schwierigen Situation zugute. Wir sind geübt darin, mit Herausforderungen umzugehen und kreative Lösungen zu finden.“

Einen Vorteil bei diesem Drahtseilakt verschafft sich Alnatura mit der Bestandsmanagement-Software Logomate von Remira , die bereits seit vielen Jahren im Unternehmen zum Einsatz kommt. Sie wird unter anderem für die Belieferung der über 150 Filialen sowie für die Disposition der Artikel im Verteilzentrum eingesetzt und ist gerade in Krisenzeiten eine wertvolle Unterstützung bei der Bestandsoptimierung und Bedarfsplanung. 

Bedarfsgerechtes Bestandsmanagement

Neben den geringeren Abschreibungen ist deshalb auch die optimale Auslastung der Lieferfahrzeuge ein positiver Effekt. Die Software errechnet anhand der Bestellvorlaufzeiten der Hersteller, welche Lieferungen zu welchem Termin gemeinsam abgeholt werden können. Zudem bietet sie präzise und realistische Absatzprognosen und berücksichtigt grundsätzlich auch Angebote und Aktionen, saisonale Schwankungen, Feiertage und besondere Verkaufstage sowie Mindesthaltbarkeitsdaten, was bei Alnatura für bedarfsgerechte Bestände und eine hohe Zeitersparnis in der Disposition sorgt. 

Wichtig für den Bio-Händler ist auch der Ansatz des Sales & Operations Planning. Alnatura hat diesen Prozess deutlich intensiviert und auf zusätzliche Sortimente ausgeweitet. Er wird heute verstärkt auch für das Saisongeschäft wie Weihnachten und Ostern eingesetzt. Der S&OP-Prozess für das Saisongeschäft zeichnet sich dadurch aus, dass Alnatura täglich Prognosen erstellt und diese frühzeitig mit den Partnern teilt. „Die beste Prognose ist nutzlos, wenn sich die Beteiligten nicht auch darüber austauschen. Für uns ist eine gemeinsame und partnerschaftliche Planung daher mindestens genauso wichtig wie die Prognose selbst. Wenn die Planung mit allen Partnern gemeinsam erfolgt, können wir wesentlich besser auf mögliche Veränderungen reagieren und den Fokus auf die Lösungssuche legen. Unter anderem aus diesem Grund haben wir unseren S&OP-Prozess deutlich intensiviert“, erklärt Fabian Meyer.

Bestandsmanagement: Kapazitäten vorausschauend planen

Da die Bedarfe auch nach der Pandemie schwer zu prognostizieren sind, liegen die Sicherheitsbestände und Reichweiten immer noch auf einem höheren Niveau als vor Corona. Bei Lebensmitteln können die Vorräte jedoch nicht einfach pauschal über alle Warengruppen erhöht werden. Vielmehr wird gezielt und situativ immer wieder neu bewertet, bei welchen Artikeln eine Erhöhung sinnvoll ist.  

Fabian Meyer erklärt: „Die eigene Logistik beziehungsweise die eigenen Lager sind begrenzt und gerade deshalb ist eine enge Abstimmung und ein Austausch mit den Herstellerpartnern über mögliche Bestände notwendig. Nur so können Kapazitäten vorausschauend geplant, Rohstoffe entsprechend beschafft und Prozesse aufeinander abgestimmt werden. Entlang der Supply Chain sollten Partner, Prozesse und Bestände so gut verzahnt sein, dass eine größtmögliche Sicherheit im Umgang mit Herausforderungen oder unerwarteten Ereignissen erreicht wird.“

Bestandsmanagement
Der Bio-Lebensmittelhändler Alnatura setzt auf die Bestandsmanagement-Software von Remira.
(Bild: Alnatura/Jonas Werner Hohensee )

Lieferanten sind ein wichtiger Faktor in der Supply Chain. Ein eingespielter Prozess minimiert Risiken und erhöht die Wettbewerbsfähigkeit – trotz hohem Preis- und Kostendruck. Kontinuität und eine langfristige Zusammenarbeit mit den Partnern sind dabei wichtige Erfolgsfaktoren, ist Fabian Meyer überzeugt. Alnatura arbeitet deshalb seit vielen Jahren mit denselben Herstellerpartnern und Lieferanten zusammen. Dabei geht es auch um eine gemeinsame Weiterentwicklung mit dem Ziel, die Warenverfügbarkeit zu sichern und damit die Wünsche der Kundinnen und Kunden zu erfüllen. Fabian Meyer ergänzt: „Es ist wichtig, einen gemeinsamen Plan zu erstellen und sich daran auszurichten. Bei Änderungen im Marktgeschehen muss dann situativ bewertet werden, welche Vorgehensweise gerade die beste ist.“

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Unsichere Zukunft für die Ernährungsindustrie

Mit welchen neuen Herausforderungen die Ernährungsindustrie künftig konfrontiert wird, ist unmöglich vorherzusehen. Auch Fabian Meyer wagt dazu keine Prognose: „Wir sollten die Dinge nehmen, wie sie kommen, uns hauptsächlich auf heute und morgen konzentrieren und offen sein für kreative oder ungewöhnliche Lösungen.“ 

Gemeinsam und lösungsorientiert handeln, flexibel und agil bleiben – das ist der Ansatz von Alnatura. Dabei gilt es, weiter eng mit den Partnern zusammen zu arbeiten und gleichzeitig den Einsatz spezieller Software voranzutreiben und zu optimieren. Das gesamte Unternehmen muss durch die richtigen Strukturen und Softwaretools so resilient aufgestellt sein, dass es schnell auf neue Gegebenheiten reagieren kann. Mit der Unterstützung von Logomate gelingt dies Alnatura auch in schwierigen Zeiten.