Im Omnichannel-Zeitalter reicht es nicht mehr aus, auf allen Kanälen präsent zu sein. Vielmehr kommt es darauf an, Kunden so passgenau wie möglich anzusprechen und auf veränderte Anforderungen zu reagieren. Wichtig für den Erfolg ist es dabei, gezielt vorzugehen. Fünf Gründe, wie das mit Headless Commerce gelingen kann.
(Quelle: WrightStudio - Adobe Stock)
Beim Headless Commerce – einer Software-Architektur, die Frontend und Backend voneinander trennt – stehen alle verkaufsrelevanten Daten wie Preise oder Produktinformationen via Programmierschnittstelle (API) im Backend zur Verfügung. Das Frontend beinhaltet keine Daten, es ist „kopflos“. Dies scheint vielen E-Commerce-Unternehmen noch zu komplex. Dabei ist es gerade die Entkopplung, die Einfachheit gewährleistet. Während sich die Frontend-Gestaltung ganz auf die User Experience (UX) fokussieren kann, lassen sich die Prozesse und Datenflüsse im Backend losgelöst davon realisieren und optimieren.
Hier kann ein modernes Order-Management-System (OMS) als Drehscheibe zwischen allen relevanten Systemen (ERP, Payment, Logistik, Point-of-Sale, Webshop etc.) im Unternehmen fungieren und somit auch die Architektur des Headless Commerce optimal bedienen. Denn vertreiben Handelsunternehmen nicht nur über den eigenen Onlineshop, sondern im Omnichannel, hat das „kopflose“ System klar die Nase vorn. Fünf Argumente, die ausnahmslos dafür sprechen.
Bestellvorgänge vereinfachen und beschleunigen
Das Wesen von Headless Commerce besteht darin, dass Backend und Frontend voneinander getrennt sind. Doch ähnlich wie die rechte und linke Gehirnhälfte des Menschen existieren sie zwar separat, kommunizieren aber miteinander. Im Fall von Headless Commerce liegen alle verkaufsrelevanten Informationen wie Preise, Promotions, Bestellungen, persönliche Daten und Vorlieben eines Kunden im Backend vor und werden dort gepflegt.
Die Frontends mit ihren Funktionalitäten, wie etwa „Zum Warenkorb hinzufügen“-Buttons, greifen via API auf diese Informationen zu. In dem Fall löst ein Klick auf den Button den Befehl aus, den Preis für das bestellte Produkt zu berechnen. So erfolgt der Bestellvorgang in Sekundenschnelle und unabhängig davon, auf welchem Kanal der Kunde ihn auslöst. Während das Backend-Team alle Daten aktuell hält, kann das UX-Team losgelöst davon neue Frontends entwickeln oder bestehende überarbeiten.
Exzellente User Experience realisieren
Besonders im Omnichannel liegt der Schlüssel zu mehr Geschäftserfolg in einer exzellenten und konsistenten User Experience (UX) über alle Kanäle. Und gerade hierbei punktet Headless Commerce ganz klar gegenüber einer klassischen Software-Architektur. Dabei ist es ganz egal, wo sich der Kunde gerade auf seiner Reise befindet – Onlineshop, Smartphone-App oder Social-Media-Plattform.
Dank der Daten aus dem Backend, die via API kanalspezifisch und dennoch immer genau auf ihn persönlich zugeschnitten ausspielbar sind, hat er ein gleichbleibend positives Nutzererlebnis. So lassen sich auch kundenspezifische Frontends, beispielsweise mit individuellen Produktempfehlungen oder Rabatten, dank API-Anbindung mit vergleichsweise geringem Aufwand umsetzen. Zudem steigert eine über alle Kanäle hinweg gleichbleibend positive Erfahrung die Markenbindung der Kunden.
Filialen mit Headless Commerce optimal einbinden
Die positive Kundenerfahrung lässt sich bis in den stationären Shop erweitern: Dank Echtzeit-Übertragung von Bestandsinformationen an das Shop-Frontend mittels entsprechenden Microservices sieht ein Kunde beispielsweise, ob in seiner bevorzugten Filiale das gewünschte Kleidungsstück verfügbar ist. Wenn ja, kann er dieses per Click & Reserve oder Click & Collect direkt online ordern, bequem vor Ort anprobieren und gleich mitnehmen oder im Geschäft zurückgeben. Eine InStore-App unterstützt das Personal in der Filiale dabei, die mit der Bestellabwicklung anfallenden Prozesse, wie etwa Pakete zu scannen und diese an den Kunden zu übergeben, so effizient wie möglich abzuwickeln.
Performance-Peaks bei Aktionen meistern
Wenn die Schnäppchenjagd am Black Friday oder in der Cyber Week auf Hochtouren läuft, dann ist die traditionelle Systemarchitektur durch ständige Performance-Peaks schnell überlastet. Lange Ladezeiten können zu Frustration beim Kunden und somit zu Umsatzeinbußen führen. Hier schafft die „kopflose“ Technologie Abhilfe: Unabhängig davon, wie viele Bestellungen gerade auf einem bestimmten Kanal eingehen, bleibt das Frontend doch immer für den Kunden erreichbar und Bestände werden zuverlässig in Echtzeit übermittelt. Denn die Entkopplung von Front- und Backend sorgt dafür, dass auch nur diejenigen Informationen aus dem Backend bereitgestellt werden, die im Frontend gerade erforderlich sind – nicht mehr und nicht weniger.
Headless Commerce macht flexibel und spart Zeit
In punkto Flexibilität und Schnelligkeit ist „kopflos“ Trumpf. Denn mit nur wenigen Mausklicks lassen sich bedarfsgerecht immer neue, kundenspezifische Frontends erschaffen, die alle auf dieselben Features im Backend zugreifen. So ist es denkbar einfach, neue Bonusprogramme einzuführen, Rabattaktionen abzuwickeln oder passende Produktempfehlungen einzublenden. All das lässt sich im Frontend umsetzen und greift dann gezielt auf die nötigen Informationen im Backend zu. Umgekehrt verursachen Änderungen im Pricing oder im Produktportfolio keine zusätzlichen Anpassungsaufwände im Frontend. Hier aktualisieren sich die Daten automatisch. Das sorgt nicht nur für ein effizienteres Arbeiten im Unternehmen und ein treffsicheres Marketing, sondern spart auch Kosten. Die Flexibilität der Headless-Architektur zeigt sich auch in ihrer Skalierbarkeit – so sind Front- und Backend unabhängig voneinander anpass- und erweiterbar.
Stand: 16.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die WIN-Verlag GmbH & Co. KG, Chiemgaustraße 148, 81549 München einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://kontakt.vogel.de/de/win abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Wettbewerbsvorteil durch Headless Commerce
Auch wenn unternehmerische Kopflosigkeit im Wettbewerb eher von Nachteil ist, bringt der Headless-Ansatz im E-Commerce zahlreiche Vorteile mit sich. Denn gerade wenn es darum geht, im Omnichannel bis in die Filiale vor Ort präsent zu sein, eröffnet Headless Commerce gegenüber der klassischen Software-Architektur mehr Flexibilität, Schnelligkeit, Skalierbarkeit und eine bessere User Experience (UX) durch personalisierte, konsistente und kanalübergreifende Inhalte. So haben Unternehmen, die in punkto Software den Kopf bewusst verlieren, heute im Wettbewerb ganz schnell einen Vorteil. Wie Sie die ersten Schritte in Richtung Headless Commerce gehen, erfahren Sie in dem kostenfreien Whitepaper „Headless Commerce: Der Schlüssel zur Omnichannel Experience“.
Dr. Angela Bischoff ist Vice President bei Arvato Systems.
(Arvato Systems)
Über die Autorin: Dr. Angela Bischoff ist Vice President bei Arvato Systems und verantwortet das Projektgeschäft und die Produktentwicklung im Digital-Commerce-Umfeld. Sie hat mehr als 15 Jahre Erfahrung in der Beratung internationaler Kunden zu den Themen Commerce-Plattformen, Omnichannel, Finanz- und Logistikprozesse. Ein Schwerpunkt liegt im Consulting zu E-Commerce-Lösungen und -Prozessen für Händler und Hersteller. Des Weiteren leitet sie Expertenteams bei Arvato Systems. (sg)