Kommunikation auf Augenhöhe Inkasso & Forderungsmanagement: Mit Technologie Schuldner effektiv erreichen

Ein Gastbeitrag von Dr. Nicole Wechsung 2 min Lesedauer

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Jede Gruppe von Schuldnern hat ihre eigenen Herausforderungen, doch klar ist: Jeder Schuldner ist einzigartig. Ziel ist ein Forderungsmanagement, das nicht nur zielgruppengerecht kommuniziert, sondern dies auch zum richtigen Zeitpunkt mit einem passenden Angebot tut.

(Bild: adam121 – stock.adobe.com)
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In unserer schnelllebigen Zeit, geprägt durch technologische Fortschritte und zunehmende Digitalisierung, ist die Art und Weise, wie wir kommunizieren, entscheidender denn je. Dies trifft besonders auf das Inkasso Förderungsmanagement zu, einem Bereich, der oft mit Missverständnissen und Vorurteilen zu kämpfen hat. Wir sind davon überzeugt, dass Technologie unser größter Verbündeter ist, um die individuellen Bedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt zu rücken.

Inkasso Forderungsmanagement: Motive für offene Forderungen besser verstehen

Um die unterschiedlichen Motive für offene Forderungen besser zu verstehen, segmentierten wir historische Aktenbestände und führten Interviews mit Schuldnerinnen und Schuldnern sowie mit unseren Mitarbeitern. So identifizierten wir vier Hauptgruppen: die Vergesslichen, die Nicht-Erreichbaren, die Rückfälligen und die Überschuldeten. Jede Gruppe hat ihre eigenen Herausforderungen, doch klar ist: Jeder Schuldner ist einzigartig. Was wir anstreben, ist ein Forderungsmanagement, das nicht nur zielgruppengerecht kommuniziert, sondern dies auch zum richtigen Zeitpunkt mit einem passenden Angebot tut.

Unsere Zusammenarbeit mit der Beratungsfirma Simply Rational, einer Max-Planck-Ausgründung, führte zu tiefgreifenden Erkenntnissen. Durch die Analyse unserer Aktenhistorie und zahlreiche Gespräche mit Schuldnern identifizierten wir Kommunikationsprobleme als Hauptgrund dafür, dass Menschen ihre Schulden nicht begleichen. Probleme wie Missverständnisse bezüglich der Zahlungs­methoden, fehlende Transparenz oder einfach häufige Wohnungswechsel erschweren eine erfolgreiche Kommunika­tion.

Gemeinsam mit Simply Rational entwickelten wir für verschiedene Kundengruppen maßgeschneiderte Kommunikationswege und Prozesse. Im Mittelpunkt steht nicht eine einzelne Maßnahme, sondern eine intelligente Verkettung richtiger Angebote. Eine einfache SMS mit einem Zahlungslink kann für jemanden, der nur vergessen hat zu zahlen, wesentlich effektiver sein als eine herkömmliche Mahnung per Brief. Andere bevorzugen vielleicht ­eine detaillierte E-Mail, die genau erklärt, wie sich die Forderung zusammensetzt. Für Menschen in finanziellen Nöten kann das Angebot einer Ratenzahlung eine große Hilfe sein.

Die Mehrheit ist zahlungswillig

Die Ergebnisse unserer Studie sind klar: Die überwiegende Mehrheit der Menschen ist durchaus zahlungswillig. Trotzdem herrscht in der Öffentlichkeit oft ein negatives Bild zum Thema Schulden. Interessant ist, dass Schulden in Deutschland weit verbreitet sind. Jedes Jahr bearbeiten Inkassounternehmen rund 30 Millionen neue Forderungen, von denen 60 Prozent weniger als 100 Euro und 25 Prozent zwischen 100 und 500 Euro betragen. Ein wesentliches Ziel ist es daher, das Thema Schulden zu entstigmatisieren. Schulden zu haben, sollte kein Tabu­thema sein – wir bieten Lösungen an, keine Vorwürfe. Es ist klar, dass wir in ­einer Welt leben, in der Kommunikation auf Augenhöhe nicht nur wünschenswert, sondern notwendig ist. Durch das Verständnis der individuellen Situationen und Bedürfnisse jedes Einzelnen können wir Brücken bauen, Vorurteile abbauen und letztendlich effektiver arbeiten. Wir setzen auf Technologie, Empathie und offene Kommunikation, um diesen Wandel voranzutreiben. Denn am Ende des Tages sind es die menschlichen Verbindungen, die den Unterschied machen.

Dr. Nicole Wechsung
ist Geschäftsführerin beim Inkasso-Dienstleister UNIVERSUM, einem Tochterunternehmen der Unzer-Gruppe.

Bildquelle: Dr. Nicole Wechsung

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