Der Payment-Markt verändert sich gerade grundlegend, Instant Payment ist das neue Schlagwort. Händler stehen vor der Aufgabe, darauf zu reagieren und den für sie richtigen Zahlungsmix zusammenzustellen. Bei der Auswahl der Open Banking-Ansätze sollten Händler auf einige Aspekte achten.
Am Payment-Markt herrscht gerade eine große Dynamik. Die Institutionen der Europäischen Union (EU) haben sich im sogenannten Trilog auf die Eckpunkte der Instant Payment-Regulierung geeinigt. Damit wird Instant Payment EU-weit verbindlich und gebührenfrei. Bislang waren genau diese Gebühren ein Grund, dass nur wenige Echtzeitzahlungen stattfanden. Daher dürfte ihr Anteil künftig deutlich steigen. Gleichzeitig verändern die PSD3 und PSR (Verordnung über Zahlungsdienste) die Rahmenbedingungen noch weiter. Sie werden die europäische Zahlungsverkehrslandschaft verbessern, denn sie stärken den Verbraucherschutz – vor allem durch verbesserte Betrugs- und Sicherheitsbestimmungen – und das Open Banking. Händler erhalten so mehr Optionen – sehen sich aber auch vor der Aufgabe, ihren Zahlungsmix auf die neue Situation anzupassen.
Instant Payment: Standardisierte Schnittstellen – Basis für neue Angebote
Zahlungsdienstleister reagieren bereits: Klarna unter anderem harmonisiert seine Schnittstelle und wird Sofortüberweisung voraussichtlich bis Ende 2024 nicht mehr wie bisher zur Verfügung stellen. Online-Händler sind daher gefordert, zu prüfen, wie sich die Lösungen und Konditionen ihrer Partner ändern. Einige dieser Änderungen sind mit höheren Transaktionskosten verbunden, was sich auf die Margen der Händler negativ auswirkt. Immer bedeutender werden standardisierte Schnittstellen Richtung Bank und Payment Rails sowie eine Infrastruktur mit garantierter Zahlungsgarantie. Damit stellen Banken Kontoinformationen und den Zugriff auf Kontofunktionen zur Verfügung. Nach der Autorisierung durch den Kontoinhaber können Drittanbieter über eine Banking API auf die freigegebenen Daten und Funktionen zugreifen sowie Mehrwertservices entwickeln. Das erhöht die Vielfalt: So tummeln sich immer mehr Open Banking-Plattformen wie Tink, Ivy oder True Layer am Markt. Aufgrund dieser Dynamik haben Händler in punkto Paymentmix einiges zu beachten.
Effiziente, kostengünstige und sichere Zahlungsabwicklung im Vordergrund
Open Banking und Instant Payment – im Europäischen Raum als SEPA Instant Payments (SCT Inst) bekannt – eröffnen Händlern effektive Möglichkeiten, ihren Kunden eine effizientere, kostengünstigere und sichere Zahlungsabwicklung bereitzustellen. Zahlungsprozesse lassen sich dadurch optimieren. Dies stützt gleichzeitig eine einfache und unkomplizierte Customer Journey. So verbessert sich die Kundenzufriedenheit, was sich in der Regel in einem höheren Umsatz widerspiegelt. Denn Open Banking stellt mit Account-2-Account-Zahlungen das Kundenkonto in den Mittelpunkt und macht andere Formfaktoren, wie Karten, überflüssig.
Händler setzen zunehmend auf Open Banking und Instant Payment
Instant Payment garantiert eine sofortige Zahlungsabwicklung, die Gutschrift beim Empfänger erfolgt innerhalb weniger Sekunden. Laut einer Studie von CPG Finanz System sind Stand Oktober 2023 jedoch erst 28 Prozent der europäischen Banken, die am SEPA-Verfahren teilnehmen, über SEPA Instant Payment erreichbar. Da sich aber das Risiko von Zahlungsausfällen mit SCT Inst minimieren und die Liquidität von Händlern verbessern lässt, ist sie gerade für kleine und mittlere Händler relevant. Daher sollten sie bei der Auswahl ihres Zahlungsmixes auf die Implementierung und effektive Nutzung dieser beiden Schlüsseltechnologien achten.
Eine aktuelle Studie des European Payments Council belegt, dass 78 Prozent der befragten Händler planen, Open Banking noch 2024 zu implementieren. 72 Prozent haben bereits Instant Payment Methoden integriert oder planen dies. Das zeigt, dass diese Technologien für Händler und ihre Zahlungsstrategien eine immer wichtigere Rolle spielen.
Gesunder Paymentmix
Geschwindigkeit ist aber nicht alles. Händler sind gefragt, ihren Zahlungsmix so anzulegen, dass ihre Kunden möglichst die Bezahllösungen finden, die sie bevorzugen. Denn Studien belegen, dass Online-Shopper den Kaufvorgang sonst abbrechen. Ein breit gefächerter Payment-Mix wirkt dem entgegen – mit Kreditkarte, Wallets, Rechnung, Vorkasse und einem Online Banking-Angebot, das jedem Käufer die passenden Möglichkeiten bietet. Gleichzeitig sollten Händler die Unterschiede in der durchschnittlichen Conversion je Zahlungsmittel im Auge behalten. Denn dies beeinflusst ihr Geschäftsergebnis unmittelbar. Händler müssen also in ihrer Entscheidung die Kundenzufriedenheit mit ihren Geschäftsanforderungen ins Gleichgewicht bringen.
Stand: 16.12.2025
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Einfache Integration und geringe Gesamtkosten
Dabei sollten sie ihr Augenmerk nicht nur auf Interoperabilität und Integrationsgrad in bestehende Systemstrukturen legen, sondern auch auf möglichst geringe Gesamtkosten des Payments, denn diese belasten die Marge stärker als oftmals erwartet wird. Neben den Gebühren und sonstigen Prozesskosten sind zum Beispiel auch Fraudkosten zu beachten. Hier gibt es zwischen den einzelnen Bezahlverfahren große Unterschiede.
Darüber hinaus sollten Sicherheit und auch der Schutz der Kundendaten im Vordergrund stehen. Auf Zahlungen mit Open Banking hat der europäische Datenschutz ein Auge. Da beim klassischen Bezahlen per Überweisung, Lastschrift oder Kreditkarte vom Kunden Daten eingegeben werden müssen, können Datenlecks entstehen. Ein Problem für Kunden und Händler. Denn nicht selten nutzen Kriminelle abgegriffene Kundendaten, um online einzukaufen. Insgesamt sollten Händler bei der Auswahl stets berücksichtigen, wie seriös ein Anbieter ist und wer konkret dahintersteckt.
Instant Payment: Passende Antwort auf dynamischen Payment-Markt
Der Payment-Markt besitzt aktuell eine große Dynamik. Händler setzen vermehrt auf Open Banking und Instant Payment, um effiziente, kostengünstige und sichere Zahlungslösungen anzubieten. Ein ausgewogener Zahlungsmix, der die Kundenpräferenzen berücksichtigt, ist entscheidend für die Conversion. Dabei ist es empfehlenswert, auf geringe direkte und indirekte Kosten des Payments sowie auf die Sicherheit der Transaktionen zu achten.