ChatGPT hat einen Hype um das Thema künstliche Intelligenz (KI) ausgelöst. Innerhalb der nächsten 24 Monate wird es eine Flut neuer Innovationen geben, die alle Bereiche des Alltags umfassen. Auch den E-Commerce wird die Entwicklung deutlich verändern. Allzu große Sorgen sollte das Thema insbesondere kleineren und mittelständischen Onlinehändlern jedoch nicht bereiten, denn am Ende werden sie davon profitieren.
(Quelle: uladzimirzuyeu – stock.adobe.com)
Es war Ende vergangenen Jahres, als eine Anwendung mit dem kryptischen Titel ChatGPT erstmals durch das Internet geisterte. Das GPT steht dabei für „Generative Pre-trained Transformer“ und bedeutet nichts anderes, als dass ein Algorithmus selbständig und durch Zugriff auf Informationen aus einer Datenbank Texte generieren kann. Und das mit beeindruckender Qualität. Tatsächlich hat KI in bestimmten Bereichen eine Leistungsfähigkeit erreicht, die der menschlichen in nichts nachsteht, oder sogar überlegen ist. Zu nennen sind hier die bereits erwähnte Texterstellung, aber auch KI-Anwendungen für Bild-, Video- und Audiobearbeitung.
Die nächste digitale Revolution: KI-Anwendungen
Doch es geht um weit mehr als die bloße Erstellung von Content. KI hat das Potenzial, die nächste große digitale Revolution einzuleiten und damit am Anfang eines neuen Zeitalters zu stehen: dem Zeitalter der Effizienz, dem über kurz oder lang jedes Digital-Unternehmen unterworfen sein wird.
Es passiert nicht zufällig, dass KI gerade jetzt größere Aufmerksamkeit erlangt. Betrachtet man die Wachstumskurve von Digitalunternehmen während der zurückliegenden Dekade, dann wird deutlich, dass die Jahre von 2010 bis 2022 das Zeitalter des Exzesses markierten. Tech-Firmen haben viel Geld für die besten, neuesten und manchmal unnötigsten Tools ausgegeben und Massen an Personal eingestellt.
Bis eines Tages im Jahr 2022 das böse Erwachen kam. Es folgten Entlassungswellen bei praktisch allen großen Tech-Unternehmen: Alphabet, Amazon, Meta, Microsoft, Salesforce, Tesla und viele weitere haben sich jeweils von einer Mitarbeiteranzahl teilweise im fünfstelligen Bereich getrennt. Diese Situation führt dazu, dass Unternehmen, nicht nur im digitalen Umfeld, ab sofort vermehrt auf schlanke Prozesse und Effizienz setzen werden – eine notwendige Maßnahme, wenn sie in Zukunft weiterhin bestehen möchten.
Neue Rollen werden entstehen
Wie immer in Transformationsprozessen, so wird auch dieser Shift zur Folge haben, dass einige Rollen in Unternehmen verschwinden werden. Das bedeutet aber auch, dass neue Rollen entstehen, und das schon sehr bald. Ein Beispiel aus einem Bereich, den Onlinehändler kennen: Wer in den Neunzigerjahren nach dem Beruf des SEO-Spezialisten gesucht hätte, wäre enttäuscht worden, die Rolle existierte ganz einfach nicht. SEO-Spezialisten und -Agenturen gibt es heutzutage zuhauf.
Aber welche Rollen werden im Umfeld von KI-Anwendungen konkret an Bedeutung gewinnen? Diese Frage ist leicht beantwortet: Strategische Positionen werden in Zukunft immer wichtiger. Jene Rollen der Denker, die Antworten auf Fragen geben, die eine künstliche Intelligenz eben nicht hat: Wie baue ich als Onlinehändler meine Marke auf? Wie positioniere ich mich auf dem Markt? Wie grenze ich mich von den Mitbewerbern ab? Wie kann ich nachhaltige Einkaufserlebnisse schaffen, die menschliche Emotionen schaffen? Wie integriere ich den sozialen Aspekt des Einkaufens in meinen Shop? Verschwinden werden dagegen jene Berufe, deren Arbeit sich verhältnismäßig einfach automatisieren lässt.
(Stefan Hamann, Bild: Shopware)
Vorteile für Mittelständler durch KI-Anwendungen
Es ist ein naheliegender Gedanke, dass nur große Unternehmen von KI-Anwendungen profitieren, aber das stimmt nicht. Eigentlich haben kleine Unternehmen und Onlinehändler entscheidende Vorteile gegenüber den Großen.
Zunächst einmal verwenden viele große Unternehmen den Begriff KI, ohne zu wissen, was er überhaupt bedeutet. Er wird sozusagen zweckentfremdet, wodurch die Situation entsteht, dass die Führungsetagen glauben, sie nutzten ja bereits solche Anwendungen und müssten dadurch keine zusätzlichen Investitionen betreiben. Zum anderen haben kleinere Unternehmen kürzere Entscheidungswege und können dadurch schneller die richtigen Weichen stellen. Denn in einem rauer werdenden makroökonomischen Umfeld kommt es auf Geschwindigkeit an. Und natürlich die Kosten, die der Einsatz einer KI um den Faktor zehn bis 20 senken kann. Um eine KI in die täglichen Prozesse zu integrieren, muss natürlich ein gewisses Maß an Vorarbeit geleistet bzw. erster Kontakt zum Thema geschlossen werden. Und hier kommt eine gute Nachricht: Die meisten von uns haben dies bereits getan. Etwa indem sie schon einmal KI-Anwendungen wie ChatGPT ausprobiert, einen Text mit Google oder DeepL übersetzt oder in einem beliebigen Textverarbeitungsprogramm die Autosuggest-Funktion genutzt haben (ja, auch das ist eine Form von KI).
Beispiele für den Einsatz im E-Commerce
Wie aber werden KI-Anwendungen Onlinehändler in Zukunft unterstützen?
KI wird Händlern dabei helfen, das Texten effizienter zu gestalten. Das gilt etwa für die automatische Erstellung und Optimierung von Produktbeschreibungen und anderen Shopinhalten, die Übersetzung von Texten in andere Sprachen und das Zusammenfassen von Beschreibungen für eine perfekte Suchmaschinenoptimierung.
Stand: 16.12.2025
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Auch die Generierung von Landingpages ist ein Anwendungsfall. In Zukunft reichen ein paar Schlüsselwörter rund um bestimmte Produkte im Shop und das System erstellt automatisiert eine komplette Landingpage mit optimierten Produktbildern und ansprechenden Texten. Dies ermöglicht es Händlern, aus der Masse herauszustechen und ihre Produkte sowie Kernwerte auf überzeugende Weise zu präsentieren.
Auch der Bereich der Kundenbetreuung wird von KI serviceorientiert gestaltet. Dabei geht es um die Auto-Vervollständigung von Antwort-Texten, die den Hintergrund der gesamten in der Datenbank hinterlegten Support-Historie berücksichtigt und die Kommunikation effizienter macht.
Der letztgenannte Punkt ist ebenfalls auf die Sales-Unterstützung anwendbar. Mitarbeiter im Vertrieb können durch eine KI auf mehr und genauere Daten zurückgreifen, um im Kundenkontakt detailliertere, passgenaue Antworten und Argumente zu nutzen.
Und KI kann es Unternehmen ermöglichen, visuelle Inhalte wie dreidimensional dargestellte Produkte oder 3D-Modelle zu kreieren und damit völlig neue Möglichkeiten zur Differenzierung für eine Marke schaffen.
Natürlich werden sehr bald weitere Anwendungsbereiche hinzukommen, die wir uns heute manchmal noch nicht vorstellen können. Und die Zukunft vorauszusagen, schafft selbst eine KI noch nicht.
Der Autor Stefan Hamann ist Gründer und Co-CEO des Shopsystemherstellers Shopware.