Digital Marketing & Tech Event KI-Chatbots gewinnen Marktanteile von Suchmaschinen

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 3 min Lesedauer

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Wie eine neue Umfrage der DMEXCO zeigt, übernehmen KI-Chatbots Marktanteile von klassischen Suchmaschinen. Als wichtigster Vorteil gegenüber Suchmaschinen gilt bei Marketingexperten die Aufbereitung der Antworten.

(Bild: khunkornStudio/Adobe Stock)
(Bild: khunkornStudio/Adobe Stock)

Immer mehr Deutsche nutzen KI-Chatbots für die Recherche im Internet. Damit ergänzen oder ersetzen sie klassische Suchmaschinen. Besonders ausgeprägt ist die Nutzung der KI-basierten Such-Tools unter Fachkräften in Marketing und Kommunikation. Gleichzeitig intensivieren Marketer ihre Maßnahmen, um ihre Marken auf ChatGPT & Co. besser auffindbar zu machen. Das zeigen die Ergebnisse einer neuen Umfrage, die vom Marktforschungsunternehmen Civey im Auftrag der DMEXCO durchgeführt wurde.

KI-Chatbots als Recherche-Tool genauso vertraut wie Suchmaschinen

Berufliche Nutzung von Suchmaschinen und KI-Chatbots bei Marketingexperten.(Bild:  DMEXCO)
Berufliche Nutzung von Suchmaschinen und KI-Chatbots bei Marketingexperten.
(Bild: DMEXCO)

Klassische Suchmaschinen haben zwar nach wie vor eine dominante Stellung am Markt – immerhin nutzen 69 Prozent sie in erster Linie für die Web-Recherche. Aber für jede fünfte Fachkraft (21,4 Prozent) in Marketing und Kommunikation sind KI-Chatbots bereits genauso vertraute Recherche-Tools wie Suchmaschinen. „Die Umfrageergebnisse machen deutlich, dass die Vormachtstellung der Suchmaschinen nicht in Stein gemeißelt ist. Zwar stehen wir noch am Anfang der Entwicklungen, aber gerade die Marketeers zeigen hier die zukunftsweisende Tendenz klar auf”, erklärt Verena Gründel, Brand & Communications Director bei der DMEXCO.

KI-Chatbots geben aufbereitete Antworten

Berufliche Nutzung von Suchmaschinen und KI-Chatbots durch Erwebstätige.(Bild:  DMEXCO)
Berufliche Nutzung von Suchmaschinen und KI-Chatbots durch Erwebstätige.
(Bild: DMEXCO)

Im Gegensatz dazu stehen unter Erwerbstätigen quer über alle Branchen klassische Suchmaschinen noch deutlich höher im Kurs. Unter ihnen suchen nur knapp neun Prozent gleichermaßen mit klassischen Suchmaschinen und KI-Chatbots. Der Anteil derer, die Suchmaschinen bevorzugen, ist dort wiederum mit 72 Prozent etwas höher.

Vorteile von KI-Chatbots im Vergleich zu Suchmaschinen.(Bild:  DMEXCO)
Vorteile von KI-Chatbots im Vergleich zu Suchmaschinen.
(Bild: DMEXCO)

Befragt nach den Vorteilen, die KI-Chatbots gegenüber Suchmaschinen wie Google haben, nennen die Marketingexperten vor allem die Art der Antworten. 36 Prozent sehen in der Aufbereitung und der Zusammenfassung große Vorteile, 34 Prozent verweisen auf die Zeitersparnis und 17 Prozent die Möglichkeit zum Dialog. In detaillierten Erklärungen und personalisierten Antworten sehen 14 bzw. 11 Prozent ein Plus gegenüber den klassischen Suchmaschinen.

Marketing will eigene Produkte in ChatGPT positionieren

Verena Gründel ist Brand & Communications Director bei der DMEXCO.(Bild:  DMEXCO)
Verena Gründel ist Brand & Communications Director bei der DMEXCO.
(Bild: DMEXCO)

Zu dem Bild passt, dass sich die Marketingbranche intensiv darum bemüht, ihre Dienstleistungen und Produkte in den Antworten von ChatGPT & Co. zu positionieren. Obwohl diese Disziplin noch recht neu ist und die Mechanismen und Algorithmen, denen sie unterliegt, nicht transparent sind, geben bereits knapp 24 Prozent an, hier aktiv zu sein. Sie optimieren dafür Stichworte (21 Prozent), verbessern die Präsenz in sozialen Medien (17 Prozent) und arbeiten an einer besseren Struktur der Inhalte und der Darstellung aktueller Themen (beide 15 Prozent). 

„Man kann davon ausgehen, dass GAIO – Generative AI Optimization – bald so selbstverständlich sein wird wie SEI, Jede Marketingabteilung sollte sich mittelfristig mit dem Thema auseinandersetzen. Vermutlich werden wir schon in Kürze auf GAIO spezialisierte Agenturen am Markt sehen“, kommentiert sagt Verena Gründel.

Julian Simons ist Vizepräsident des Bundesverband Digitale Wirtschaft e.V.(Bild:  BVDW e.V.)
Julian Simons ist Vizepräsident des Bundesverband Digitale Wirtschaft e.V.
(Bild: BVDW e.V.)

„In der bisherigen Logik der Suchmaschinen haben sich mit SEO und SEA zwei Disziplinen etabliert, bei denen die Spielregeln zumindest halbwegs transparent sind. Bei den KI-Systemen ist für Werbungtreibende und Marken nicht nachzuvollziehen, warum sie oder warum sie nicht bei den wenigen Empfehlungen zum Zug kommen. Deshalb ist Eile und Transparenz geboten, insbesondere da die Systeme bereits Antworten ausgeben“, betont Julian Simons, Vizepräsident des Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V.

Zur Methodik der Umfrage

Das Marktforschungsunternehmen Civey hat im Auftrag der DMEXCO zwischen dem 18. Juli und dem 15. August 2024 insgesamt 2.500 Erwerbstätige und 500 Fachkräfte in Marketing und Werbung online befragt. Die DMEXCO bringt als Digital Marketing & Tech Event Entscheidungsträger aus digitaler Wirtschaft, Marketing und Innovation zusammen. Das Event bietet ein Ökosystem aus Vorträgen internationaler Speaker, Ausstellungen von Top-Brands und praxisorientierten Masterclasses – alle mit Blick auf digitale Trends und zukünftige Business-Potenziale. Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. ist – unter Mitwirkung des Online-Vermarkterkreis (OVK) – ideeller und fachlicher Träger der DMEXCO. Veranstalter der DMEXCO ist die Koelnmesse.

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