KI implementieren als Booster: Am Einsatz intelligenter KI-Lösungen kommt kein Unternehmen mehr vorbei. Doch was passt und was nicht? Wir haben Experten gefragt: Welche leicht zu implementierenden KI-Anwendungen sollten Unternehmen einsetzen, um effizienter, kundenfreundlicher und nachhaltiger zu werden?
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Matthias Herkommer ist Director Presales DACH-CEE bei Qlik.
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KI implementieren: Hier gilt Sorgfalt vor Schnelligkeit
Künstliche Intelligenz ist spätestens seit dem vergangenen Jahr unbestritten der dominierende Technologietrend. Gerade der immense Hype sorgt aber jedoch dafür, dass Unternehmen Gefahr laufen, überhastet Initiativen anzustoßen, die nicht zielführend sind und mit Bedacht durchgeführt werden. Es gilt der Grundsatz: Sorgfalt vor Schnelligkeit.
Es darf nicht vergessen werden, dass die Qualität der Ergebnisse von KI-Tools maßgeblich von der vorhandenen Datengrundlage abhängt. Das betrifft nicht nur die Integrität der Daten an sich – sie dürfen sich nicht in Datensilos befinden, sondern müssen von einer „Single Source of Truth“ stammen – und wie bei jedem anderen Projekt auch muss zuerst feststehen, welchem Ziel sie eigentlich dienen sollen. So ist auch eine bestmögliche Integration in die bestehende IT-Landschaft gewährleistet. Anwendungen, die diesen Grundsätzen nicht entsprechen, werden sonst für mehr Probleme sorgen als sie lösen.
Der Mensch im Fokus
Der rechtliche Rahmen, den etwa der neu verabschiedete EU AI Act absteckt, ist dabei auch kein reiner Selbstzweck nur um einer rechtlichen Grundlage willen – und sollte es für Unternehmen auch nicht sein. KI-Einsatz muss den Menschen mit gutem Grund im Fokus haben. Das gilt nicht nur dahingehend, dass KI selbstverständlich auch Unternehmenskunden bestmöglich von Nutzen sein muss – es darf nicht vergessen werden, dass sie menschliche Arbeitskraft ergänzen, aber nicht ersetzen soll. Und angesichts aller bereits bekannt gewordenen Fehlschläge kommt KI noch eine zusätzliche Rolle zu: Eine gute künstliche Intelligenz baut Vertrauen zum Unternehmen auf. Gerade deshalb ist es so wichtig, dass Unternehmen in die KI-Kompetenz ihrer Mitarbeiter investieren, damit keine Qualifikationslücke entsteht, die im schlechtesten Fall den Unternehmensruf oder sogar den geschäftlichen Erfolg gefährdet.
Nino Bergfeld ist EMEA Retail Advisor bei Salesforce.
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KI implementieren: Der digitale Concierge empfiehlt das Outfit
Einer der größten Erfolgsfaktoren beim KI-Einsatz ist die Integration und Nutzung der vorhandenen Daten. Denn die relevanten Daten sind zumeist in den berühmt-berüchtigten Silos eingeschlossen und liegen oft in unstrukturierter Form vor (E-Mails, Chats, PDFs, etc.).
Voraussetzung für eine erfolgreiche KI-Nutzung ist daher, zunächst alle relevanten Unternehmens- und Produktdaten auf einer einheitlichen Plattform zu konsolidieren. Hinzu kommt die Zusammenführung aller Informationen über spezifische Kunden in einem umfassenden und eindeutigen Kundenprofil. Nur dann können KI-Lösungen ihr Leistungsversprechen erfüllen. Denn das Wissen über den Kunden ermöglicht erst die personalisierte Ansprache über deren präferierten Kanal. Zur Skalierung dieses Ansatzes sind Automatisierung und KI-gestützte Lösungen unverzichtbar.
Automatisierung als Startpunkt für Personalisierung
Die Automatisierung manueller Routineaufgaben bietet einen enormen Produktivitätshebel. Im Marketing gehören automatisierte Journeys und intelligente Segmentierungen sowie Prognosen zum idealen Timing und Kanal der Ansprache dazu. Mit KI-gestützten Page Designern können sogar Laien auf die Bedürfnisse der Zielgruppe zugeschnittene Webseiten im Handumdrehen erstellen und das Aufsetzen von Kampagnen erheblich beschleunigen.
Im E-Commerce verschafft die Automatisierung des Bestands- und Bestellmanagements viel Luft und sorgt für bessere Kundenerfahrungen. Mitarbeiter können Zeit sparen, indem sie sich von der generativen KI Produkttexte erstellen lassen. Auch das Erlebnis bei Produktsuche und Kauf lässt sich durch KI-Lösungen verbessern: Dank generativer KI entwickeln sich Chatbots immer mehr zu digitalen Concierges, die in natürlicher Sprache gezielt bei der Suche nach beispielsweise einem speziellen Outfit unterstützen.
Mario Raatz ist Chief Sales & Marketing Officer bei Remira.
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Risiken nicht außer Acht lassen
Das Potenzial von KI-Anwendungen ist enorm und erstreckt sich über eine Vielzahl von Bereichen. Angefangen bei der Prozessautomatisierung und Datenanalyse über das Supply Chain Management und Forecasting bis hin zur Kundeninteraktion. So schaffen in letztgenanntem Szenario KI-gestützte Chatbots und virtuelle Assistenten sowohl für Unternehmen als auch für Kunden einen erheblichen Mehrwert.ie ermöglichen nicht nur einen 24/7-Service und die automatische Beantwortung eingehender Anfragen, sondern entlasten durch das Clustern, Klassifizieren und Aufbereiten der Kundendaten auch die Mitarbeitenden von Routineaufgaben. Darüber hinaus kann auf dieser Basis sowohl die Kommunikation mit den Kunden – sei es an der Hotline, bei Produkt- oder Terminanfragen – als auch die Dokumentation im Unternehmen deutlich verbessert werden.
Stand: 16.12.2025
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Verlässliche Absatzprognosen dank KI
Auch im Supply Chain Management definiert KI ein wichtiges Werkzeug und kann insbesondere bei der Bestands- und Absatzplanung Unterstützung leisten. Denn Tools, die KI – wie unsere Software – optimal mit statistischen Methoden und ausgefeilten Algorithmen verknüpfen, ermöglichen es, den Absatz und Verbrauch unter Berücksichtigung aller relevanten Parameter genau zu prognostizieren. Das ist gerade bei saisonalen Modekollektionen oder verderblichen Produkten das A und O: Nicht nur, um Überbestände zu vermeiden, sondern auch, um Ressourcenverschwendung sowie hohen Abfallmengen entgegenzuwirken und damit das Nachhaltigkeitskonto zu schonen. Dennoch ist zu bedenken, dass der Einsatz von KI gewisse Gefahren, wie etwa Halluzinationen, mit sich bringt und besondere Aufmerksamkeit im Bereich des Datenschutzes erfordert. Es empfiehlt sich daher, die Anwendungen schrittweise einzuführen, und dabei stets die Chancen und Risiken abzuwägen. Gerade an der Schnittstelle zu den Kunden ist dabei äußerste Sorgfalt geboten, um die Beziehung nicht durch unüberlegte Maßnahmen zu gefährden.
Jonathan Taylor ist Chief Technology Officer bei Zoovu.
Bildquelle: Zoovu
GenKI und hochwertige Datenverwaltung
Generative KI führt speziell im E-Commerce zu einer tiefgreifenden Transformation, indem sie Betriebsabläufe optimiert und das Einkaufserlebnis verbessert. Ein zentraler Bereich ist die personalisierte Produktsuche. Der Einsatz Von GenKI-Tools ermöglicht, dass Kunden dank eines besseren Verständnisses ihrer Präferenzen und Kontextes schnell genau das finden, was sie suchen. Eine zentrale Anwendung, die an Bedeutung gewinnt, sind generative KI-Assistenten. Diese sind im Vergleich zu traditionellen Chatbots deutlich weiterenwickelter. Kunden können in Echtzeit mit diesen Assistenten kommunizieren, spezifische Fragen zu Produkten stellen und erhalten maßgeschneiderte Antworten, die auf ihre Bedürfnisse, Vorlieben und Kaufhistorie zugeschnitten sind.
KI implementieren: Sicherstellung der Datenqualität
Für den erfolgreichen Einsatz dieser Technologie ist jedoch die Qualität der eingesetzten Informationen entscheidend. Anwendungen wie ChatGPT, die auf großen allgemeinen Datensätzen trainiert wurden, können zu ungenauen Informationen und Verzerrungen führen, die das Vertrauen der Kunden beeinträchtigen. Da große Sprachmodelle (LLM) unstrukturierte und inkonsistente Produktdaten aus PIM-Systemen oder anderen Quellen nicht eigenständig korrigieren oder verarbeiten können, sollte der Einsatz generativer KI-Lösungen als Teil einer umfassenderen Technologie-Lösung erfolgen.
Diese sollte den Produktdatensatz des Unternehmens vor dem Einsatz in der KI-Anwendung automatisch in saubere, konsistente, strukturierte und semantisch angereicherte Daten umwandeln können. Investitionen in KI-Anwendungen, die auf hochwertigen und angereicherten Produktdaten aufbauen, gewährleisten, dass Kunden zuverlässige und genaue Informationen erhalten. Durch die Kombination von generativer KI und hochwertiger Datenverwaltung können E-Commerce-Unternehmen signifikante Vorteile erzielen, die sowohl die Effizienz der internen Prozesse als auch die Kundenzufriedenheit steigern.