In der Welt des E-Commerce dreht sich alles um Geschwindigkeit: die richtige Ware zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Damit das funktioniert, müssen im Lagerverwaltungssystem alle Hintergrundprozesse reibungslos ineinandergreifen. Ein modernes Warehouse Management System (WMS) spielt dabei eine zentrale Rolle.
(Bild: peshkova – stock.adobe.com)
„Heute bestellt, morgen da” – so einfach und selbstverständlich es mittlerweile klingt, so herausfordernd ist die Einhaltung dieses Versprechens. Laut einer Konsumentenstudie der Descartes Systems Group in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut SAPIO Research berichten zwei Drittel der Befragten, in den vorangegangenen drei Monaten Probleme mit einer Online-Lieferung gehabt zu haben. Die Umfrage über die Kundenzufriedenheit bei Lieferabläufen, wurde das zweite Jahr in Folge bei je 8.000 Teilnehmern aus Europa und Nordamerika durchgeführt. Trotz Fokus auf Geschwindigkeit geht es Unternehmen nicht nur darum, Bestellungen möglichst am nächsten Tag zu liefern, sondern darum, die Wünsche und Erwartungen der Kunden zu erfüllen.
Hohe Kundenanforderungen
Schnell, transparent, einfach und flexibel: Viele E-Commerce-Kunden fordern einen Standard, den Händler nur mit genügend Personal und einer funktionierenden Systemlandschaft halten können. Denn egal, ob der Fehler beim Zustelldienst, in der Kommissionierung oder im Shopsystem liegt – die Konsequenz reicht von einer negativen Onlinebewertung bis hin zum Kundenverlust oder zu einer hohen Retourenquote und zu sinkenden Bestelleingängen. Gleichzeitig verzeichnet der E-Commerce genau wie viele andere Branchen einen erheblichen Fachkräftemangel – besonders in der Lagerlogistik. Dadurch erhöht sich der Druck, möglichst effizient und fehlerfrei zu arbeiten.
Lagerverwaltungssystem: Personalentlastung im Lager
Der Endkunde hat keinen Kontakt zum Lagermitarbeiter. Er bestellt über die Shop-Oberfläche und erhält sein Paket direkt vom Zusteller. Wie genau der Prozess dazwischen abläuft, ist egal, solange es schnell geht. Dabei bedient der Logistiker die entscheidenden Hebel im E-Commerce. Lagermitarbeiter sind und bleiben dabei die wertvollsten Ressourcen für ein funktionierendes Online-Geschäft. Deshalb ist es so wichtig, ihnen die Arbeit so einfach wie möglich zu gestalten.
Ein Lagerverwaltungssystem ist dazu da, tägliche Prozesse im Warenein- und Ausgang, der Planung und Kommissionierung zu automatisieren: Es ermittelt optimale Laufwege für die Abarbeitung der Picklisten, passende Lagerplätze für Produkte unterschiedlicher Art und Bestellfrequenz, identifiziert Fehler und erstellt Prognosen und Berichte, die bei der weiteren Optimierung helfen. Somit erspart das WMS dem Personal – auch durch den Einsatz von barcodebasierten Prozessen – viel manuelle Arbeit, Papierkram und verhindert mögliche Fehler, bevor sie passieren können.
Effizienzsteigerung durch Automatisierung
Eine moderne Lagerlogistik-Lösung kommuniziert durch Schnittstellen im Echtzeit-Datenaustausch mit der Warenwirtschaft, dem Online-Shop, der Versandlösung, dem Kundenservice und allen weitern Stakeholdern. Aber nur wenn alle Systeme ineinandergreifen, können die Abläufe im Lager optimiert werden. Online-Händler mit eigenem Lager und auch E-Commerce Fulfillment-Dienstleister, die Aufträge ohne eigenes Warenlager abwickeln, sind jederzeit über den aktuellen Status einer Bestellung informiert. Diese Informationen werden – bestenfalls vollautomatisch – über bidirektionale Schnittstellen an das Shop-System, Versanddienstleister oder auch an den Endkunden weitergegeben.
Automatisierung und Transparenz entlang der gesamten Lieferkette sichern ein nahtloses Einkaufserlebnis für die Kunden.
Geschwindigkeit spielt nicht nur für die Konsumenten eine Rolle. Deren unterschiedliche Gewohnheiten und Anforderungen verändern sich stetig – gestern möglichst günstig, heute nachhaltig, morgen markenorientiert und übermorgen fair. Auch Trends entwickeln sich in Rekordzeit: Damit sich Händler und Fulfiller an wechselnde Bedingungen, spontane Peaks und Flauten, Lieferengpässe und Personalmangel anpassen können, muss eine flexible Warehouse Management Software her. Durch eine leichte Skalierbarkeit, verlässliche und korrekte Lagerbestände sowie automatisierte Prozesse in der Auftragsabwicklung bietet ein WMS die Möglichkeit, kurzfristig auf geänderte Anforderungen zu reagieren.
Lagerverwaltungssystem: Self-Service und Transparenz
Apropos Flexibilität: Dazu gehört auch, dass Endkunden sich spontan entscheiden, eine Adressänderung vorzunehmen, den Termin für die Zustellung zu verschieben oder nach Erhalt der Bestellung eine Retoure anzumelden. In jedem Fall haben sie gern den Überblick, in welchem Status sich ihr Auftrag aktuell befindet. Das gibt Ihnen Sicherheit und das Gefühl, handlungsfähig zu sein. Hier geht der Trend in eine bestimmte Richtung: Self-Service.
Self-Service und WMS: Maximale Kundenzufriedenheit durch intuitive Prozesse
Je mehr die Endkunden unkompliziert und ohne Hürden selbst erledigen können – das heißt, ohne dafür extra den Online-Händler oder den Fulfiller konsultieren zu müssen – umso zufriedener sind sie. Sie wollen ihr Einkaufserlebnis selbst maßgeblich mitgestalten. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Bedienung der Self-Service Plattform intuitiv und einfach ist. Indem das WMS mit einem Operating System verknüpft wird, steht dem Shop-Betreiber oder dem Endkunden eine übersichtliche Nutzeroberfläche zur Verfügung. Über diese kann er selbständig Änderungen vornehmen, die direkt an das Lager übermittelt werden, auch während des laufenden Prozesses. Das wiederum entlastet auch die Mitarbeiter im Lager und dem Kundenservice, da für kleinere Änderungen kein Anruf oder eine E-Mail abgesetzt wird und weniger Fehler durch manuelle Handgriffe entstehen. Maximale Transparenz für alle Beteiligten entlang der Lieferkette hält alle Systeme, Mitarbeiter des Händlers und des Fulfillment-Dienstleisters sowie die Endkunden jederzeit informiert.
Stand: 16.12.2025
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Ein modernes WMS trägt durch effiziente Lagerlogistik-Prozesse dazu bei, dass der Endkunde ein optimales Einkaufserlebnis hat. Das ist sogar mit dem im stationären Handel vergleichbar: Der Kunde steuert sein Online-Shopping-Erlebnis und kann sich seine Wünsche mit wenigen Klicks selbstbestimmt, schnell und einfach erfüllen.