Lieferung  Lieferengpässe vermeiden: So gelingt die lückenlose Lieferkette

Ein Gastbeitrag von Pieter Van den Broecke 4 min Lesedauer

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Für viele Einzelhändler sind die Umsätze in der Black Week und dem Weihnachtsgeschäft existenziell. Da darf nichts schief gehen. Mit der passenden IT im Hintergrund können Lieferengpässe in der Logistik zu den Spitzenzeiten rechtzeitig identifiziert werden.

(Bild:  Freepik)
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In der Black Week locken die attraktiven Preise, und zu Weihnachten möchten viele Konsumenten ihren Liebsten eine große Freude machen. Entsprechend hoch ist der Ansturm auf den stationären Handel und die Online-Shops – und die Erwartungen der Kunden sind groß: das Wunschprodukt zum günstigsten Preis, entweder direkt zum Mitnehmen oder online bestellt mit schneller Lieferung am nächsten Tag.

Der Black Friday steht dieses Jahr am 29. November an und läutet die Peak Season für den Handel ein. Darauf sollte sich der Einzelhandel frühzeitig einstellen. Ein exzellenter Kundenservice, kurze Lieferzeiten und eine gute Verfügbarkeit sind ­unabdingbar, um die Kundenzufriedenheit zu gewährleisten. Unternehmen sollten jetzt ihre Lieferketten analysieren und Engpässe identifizieren. Eine frühzeitige Bestandsplanung und ausreichende Lagerbestände ermöglichen es ihnen, die Nachfrage während des Ansturms der Kunden besser zu befriedigen. 

Wichtig ist auch, die digitalen Vertriebskanäle zu optimieren und sicherzustellen, dass die Online-Plattformen für die hohe Kundennachfrage gerüstet sind. Der richtige Einsatz von Omni­channel-Lösungen kann dabei helfen. Die Implementierung einer skalierbaren, einheitlichen IT-Plattform ist der effektivste Weg, aussagekräftige Erkenntnisse über alle Vertriebskanäle zu gewinnen. Mit diesem Ansatz sind Einzelhändler und Brands in der Lage, nicht nur die Customer Experience, sondern auch ihr eigenes Vertriebsnetz vollständig überblicken zu können.

Bestände sicherstellen und Lieferengpässe vermeiden

Wenn Einzelhändler schon jetzt tätig werden, können sie einen reibungslosen Geschäftsablauf gewährleisten und das Potenzial der Hochsaison voll ausschöpfen. Produktbeschreibungen sollten überprüft und gegebenenfalls saisonal angepasst ­werden, Werbeaktionen und Kampagnen werden geplant, vor allem aber muss die Verfügbarkeit der Produkte sichergestellt werden. Die Verbraucher erwarten einen Einkauf, der reibungslos und zu ihrer vollständigen Zufriedenheit abgewickelt wird – und diese Erwartung sollten Händler sowohl online als auch in der Filiale erfüllen. Einige Kunden wünschen beispielsweise eine persönliche Beratung. Andere Kunden hingegen wünschen sich vor allem praktische und flexible Lösungen, bei denen sie fließend zwischen Laden, Online-Shop und Mobil-App wechseln können und ihnen ein breites Spektrum an Lieferoptionen zur Verfügung steht.

Fehlende Ware kann zu erheblichen Umsatzeinbußen führen. Nichts ist schlimmer, als während der Peak Season ausverkauft zu sein. Einzelhändler sollten daher sicherstellen, dass ihre Lagerbestände für die gestiegene Nachfrage ausreichen. Die Fragen „Was ist vorrätig?“, „Was wurde nachbestellt?“ und „Was muss noch nachbestellt werden?“ sollten ohne großen Aufwand beantwortet werden können. Gerade Online-Händler müssen dafür sorgen, dass ihre Kunden Lagerbestände und Lieferzeiten in Echtzeit einsehen können, denn ein Weihnachtsgeschenk, das nicht rechtzeitig ankommt, schadet der Kundenzufriedenheit und sorgt im schlimmsten Fall dafür, dass der Kunde nicht wiederkommt. Denn bereits beim Suchen nach Produkten auf der Website entscheidet sich häufig, ob Verbraucher das Einkaufserlebnis als positiv empfinden – und ob es überhaupt zum Kauf kommt. 

Wer den Transport seiner Produkte nicht lückenlos verfolgt – sei es auf dem Weg zum Lager oder zum Laden – kann seinen Kunden die gewünschten Echtzeit-Informationen nicht bieten. Nur wenn die notwendigen Daten lückenlos im System erfasst werden, lassen sich die Verfügbarkeiten umfassend darstellen und konkrete Lieferzeiten nennen, die wiederum die Chance auf einen Kauf deutlich erhöhen. Dafür müssen Unternehmen jeden Aspekt ihres Geschäfts überblicken: vom Back-End bis zur Kundenbetreuung.

Lieferengpässe vermeiden: So gelingt es

Eine frühzeitige und gute Planung der Lagerbestände ist äußerst wichtig. Dabei gilt es, die richtige Balance zu finden, denn ein zu früher Aufbau von zu hohen Lagerbeständen verursacht unnötige Lagerkosten. Die letzten Monate und Jahre haben allerdings gezeigt, wie volatil Lieferketten sein können: Überfüllte Häfen, der Unfall der Ever Given im Suez-Kanal, die Einschränkungen im Panama-Kanal und geopolitische Konflikte haben erhebliche Lieferengpässe verursacht, die bei vielen Einzelhändlern zu Umsatzeinbußen geführt haben. Daher muss jeder Händler sorgfältig prüfen und planen, wie und zu welchem Zeitpunkt er seine Lager füllt. 

Ein hoher Digitalisierungsgrad kann bei der Vorbereitung auf die Black Week und das Weihnachtsgeschäft wertvolle Unterstützung leisten. Durch Echtzeitverfolgung und -berichterstattung behalten die Unternehmen den Überblick über ihre Lageraktivitäten. Die Nutzung des Lagerplatzes kann optimiert, die Auftragsabwicklung beschleunigt werden. Dies ermöglicht eine bessere Rückverfolgbarkeit und Qualitätskontrolle und hilft, die steigende Nachfrage während der Peak Season ­effizient zu bewältigen.

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POS – das richtige Personal, richtig ausgestattet

Ein gut ausgebildetes Verkaufsteam, das mit dem richtigen Equipment ausgestattet ist, trägt erheblich zu positiven Kundenerfahrungen bei. Die passende Software erlaubt es ihnen, schnell Auskunft über Lagerbestände, Lieferzeiten, Rückgaberichtlinien und vieles mehr zu geben. Dieses nahtlose Einkaufserlebnis trägt zur Kundenzufriedenheit bei und erhöht die Chancen auf wiederkehrende Kunden. Zudem ermöglicht es den Mitarbeitern, flexible Lösungen für Kundenwünsche anzubieten.

Supply Chain Software wie Warehouse Management Systeme, Transport Management Systeme, Order Management Systeme und Point-of-Sale-Lösungen können Händlern dabei helfen, die Herausforderungen der Lieferkette zu meistern, den Lagerbetrieb zu optimieren und die Mitarbeiter einzubeziehen – ob im Distributionszentrum, in der Filiale oder online. Im besten Fall werden Änderungen des Ladenbestands sofort in den Verkaufskanälen und der Beschaffung berücksichtigt. Idealerweise bietet ein solches System nicht nur präzise Bestandsverwaltung, sondern auch effiziente Optionen für den Versand ab Lager, die Lieferung am selben Tag oder die Abholung im Geschäft. Die Flexibilität dieser Optionen trägt dazu bei, das Kundenerlebnis zu verbessern und den Einkaufsprozess insgesamt reibungsloser zu gestalten – auch über die Peak Season hinaus.

Lieferengpässe vermeidenPieter Van den Broecke
ist Managing Director Benelux, Germany, Denmark and Eastern Europe bei Manhattan Associates.

Bildquelle: Manhattan Associates