Produktengpässe und Fachkräftemangel führten zuletzt in ganz Europa zu empfindlichen Engpässen in der Lieferkette. Wie Einzelhändler die Herausforderungen bewältigen können, erläutert David Strauss von e2open.
(Quelle: Blue Planet Studio - Adobe Stock)
Wenn Einzelhandelsunternehmen in der Lage sind, die Störungen in der Lieferkette auch als Chance wahrzunehmen, können sie besser wirksame Veränderungen vornehmen und sich leichter an schnell wechselnde Kundenwünsche anpassen. Die Bereitstellung des optimalen Lagerbestands ist für die Zufriedenheit der Kunden unerlässlich. Insbesondere zu Spitzenverkaufszeiten, wenn die Nachfrage nach bestimmten Artikeln besonders hoch ist, sind eine durchgängige Transparenz und ein effektives Bestandsmanagement besonders wichtig.
Was müssen Verantwortliche für die Lieferkette im Einzelhandel beim nächsten saisonalen Anstieg beachten? Vermehrt auf Technologie zu setzen, ist eine Möglichkeit für Unternehmen, Herausforderungen in der Supply Chain noch in diesem Jahr anzugehen. Entscheidend für die Kundenbindung ist darüber hinaus Sichtbarkeit über alle Vertriebskanäle hinweg zu gewährleisten. Darüber hinaus die Lagerhaltung wirkungsvoll zu planen, mit Lieferanten effektiv zusammenzuarbeiten sowie Bestände, wann immer notwendig, zwischen Lagerplätzen zu verschieben.
Transparenz über alle Vertriebskanäle erlangen
Die Wege der Kunden zum Kauf sind längst nicht mehr linear, sondern umfassen eine Vielzahl von Vertriebskanälen – für Unternehmen ist es deshalb unerlässlich, die eigenen Strategien daran anzupassen. Visibilität ist essenziell in der Vorbereitung auf diese saisonalen Nachfragespitzen. Eine holistische Sicht der Nachfrage im Einzelhandel, im Lagervertrieb oder im Online-Geschäft ist erforderlich, um die sich ständig ändernden Kundenanforderungen zu erfüllen. Integrierte Lieferantendaten in Echtzeit ermöglichen es den Verantwortlichen in der Lieferkette, einen zusammenhängenden Omnichannel-Ansatz zu entwickeln. Indem Ressourcen genau dort eingesetzt werden, wo sie benötigt werden, können Abläufe schlank gehalten werden. Diese umfassende Transparenz über alle Kanäle hinweg ist für Kunden ebenso wichtig wie für Einzelhandelsunternehmen. Denn auf der Grundlage dieser Daten können letztere ihre Bestände effektiver planen und steuern.
Lieferkette: Lagerbestände effektiver planen
Verbraucher neigen dazu, Lieferanten oder Marken zu bevorzugen, zu denen sie eine gute Beziehung aufgebaut haben. Kommt es jedoch zu unerwarteten Produktengpässen, sind alternativen Angebote notwendigerweise begehrt. Unternehmen können sich längst nicht mehr ausschließlich auf Prognosen verlassen. Verantwortliche in der Lieferkette benötigen vielmehr Einblicke in Echtzeit, um die Nachfrage eindeutig einschätzen und daraus fundierte Entscheidungen ableiten zu können. Was sagen zum Beispiel die Daten von Einzelhändlern am Point of Sale aus? Welche Teile oder Produkte werden wo benötigt, um kurzfristige Bestandslücken zu schließen? Oft sind Kapazitäten zwar irgendwo sofort verfügbar – nur eben am falschen Ort. Ein hervorragender Überblick über die Lieferkapazitäten und die Lagerbestände an allen Standorten ist unerlässlich.
Verantwortliche in der Lieferkette können eine Kombination aus historischen Informationen, Echtzeitdaten und Technologien zur Bedarfsermittlung nutzen. Dadurch können sie die benötigten Bestände und den optimalen Lagerort planen. Kurz gesagt ermöglichen diese Technologien effektivere kurzfristige Lagerbewegungen sowie eine genauere Vorhersage der langfristigen Nachfrage, so dass Einzelhändler ihre Kunden besser bedienen und überschüssige Bestände und Lagerbestände reduzieren können.
Enge Zusammenarbeit mit lokalen und überregionalen Lieferanten
Die Beziehungen zu den Lieferanten sind genauso wichtig wie die Beziehungen zu den Kunden. Um den Bedarf der Kunden optimal zu erfüllen, haben die meisten Einzelhändler mit mehr als einer Lieferantenebene zu tun. Dabei umfasst der Prozess der Produktlieferung eine komplexe Struktur aus verschiedenen Beteiligten, wobei die Herstellung und der Vertrieb aufeinander abgestimmt sein und alle über ihre eigenen Datensätze verfügen sollten. Je größer das Datennetzwerk ist, desto effektiver können sich Unternehmen auf saisonale Nachfrageschübe vorbereiten und verfügen so über relevante Informationen für eine bessere Entscheidungsfindung.
Supply-Chain-Lösungen ermöglichen mittels des Austauschs von Echtzeitinformationen eine bessere Zusammenarbeit mit den Lieferanten. Letztendlich hilft das den Unternehmen dabei, die Kosten besser zu verwalten und den eigenen Vorteil gegenüber der Konkurrenz auszubauen. Dank verbesserter Kommunikationsmöglichkeiten können die Verantwortlichen in der Lieferkette im Einzelhandel unter anderem Bestandsprognosen in Echtzeit mit Lieferanten austauschen, um Verschwendung zu minimieren und den Gewinn zu maximieren.
Stand: 16.12.2025
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Darüber hinaus begünstigt der effektive Einsatz von Supply-Chain-Anwendungen einen verstärkten, schnelleren und grenzüberschreitenden Handel. Die Verantwortlichen in der Lieferkette können automatisch verschiedene Variablen einplanen, darunter die lokalen Logistikanforderungen für Frischwaren oder temperatur- und zeitsensible Produkte sowie die erforderlichen Papiere für einen reibungslosen grenzüberschreitenden Warenverkehr. Nur mit hoher Transparenz und effektiver Kommunikation können sich Einzelhändler an die vielfältigen Komponenten in ihrem Liefernetzwerk anpassen. Und können schnell erkennen, welche Elemente sie sofort aktualisieren müssen.
Lieferkette: Anpassungsfähigkeit entscheidend im Jahr 2023
In einer sich ständig wandelnden Welt, können Unternehmen es sich nicht mehr leisten, gesondert mit isolierten Prozessen, Funktionen und Kanälen zu agieren. Die Abstimmung aller Lieferantensysteme untereinander versetzt Einzelhändler zunehmend in die Lage, datengestützte Entscheidungen zu treffen. Damit optimieren sie das Kundenerlebnis auf allen Wegen zum Markt und maximieren gleichzeitig die Gesamtmarge.
Um den sich ständig ändernden Kundenanforderungen gerecht zu werden, ist eine durchgängige Transparenz in der Lieferkette unerlässlich. Denn nur so bleiben Unternehmen anpassungsfähig und widerstandsfähig. Unabhängig davon, ob sich die Waren in Distributionszentren, in den Geschäftsregalen, in verschiedenen regionalen Lagern oder noch in der Produktion befinden. Ein angemessenes Maß an Transparenz ermöglicht es allen Beteiligten, die Nachfrage in Echtzeit zu überwachen und sich entsprechend anzupassen. Transparenz ist die Voraussetzung dafür, um Störungen zu bewältigen und saisonale Spitzen bis 2023 effektiv einzuplanen.
(David Strauss ist VP Strategic Partner & Enterprise Solutions bei e2open. (Bild: LinkedIn))
Über den Autor: David Strauss ist Vice President für Strategic Partner & Enterprise Solutions bei e2open. E2open bietet eine vernetzte Supply-Chain-Softwareplattform. Mit der Cloud-nativen Plattform für moderne Lieferketten verbindet e2open mehr als 400.000 Produktions-, Logistik-, Vertriebs- und Distributionspartner als ein übergreifendes Netzwerk. Über dieses werden jährlich über zwölf Milliarden Transaktionen abgewickelt.