Kundenspezifische Programmierungen, monatelange Wartezeiten, nervende Anpassungen: Solche IT-Projekte sind im Lieferkettenmanagement Schnee von gestern. Heute können günstige Tools fürs Supply Chain Management binnen Wochen implementiert werden. Das zeigt das Beispiel des Haushaltswarenanbieters Wenko.
(Bild: Teppi – stock.adobe.com)
Verbraucher sind es von ihrem Handy gewohnt: Die Implementierung neuer Tools, das Herunterladen neuer Apps, funktioniert binnen Minuten. Die Nutzung kann direkt starten. Was im Consumer-Bereich gilt, ist für den B2B-Sektor nicht denkbar. Denn die Implementierung von komplexen IT-Systemen zur Steuerung von Hunderten von Partnern in der globalen Lieferkette ist keine Sache von Stunden oder Tagen. Doch Projekte, die sich über Monate oder gar Jahre hinziehen, sind inzwischen passé. Denn Kunden fordern: Die Digitalisierung der Lieferkette muss einfach und schnell gehen. Und Nutzung muss selbsterklärend sein.
Experten von Setlog gelingt es inzwischen, die aktuelle Version der SCM-Software OSCA DC (Digital Core) mit Tempo bei Kunden einzuführen. Je nach Anforderung sind neben der Installationsphase für Schnittstellen und weltweite Partneranbindungen nur sieben bis elf Wochen nötig. Von den zügigen Inbetriebnahmen profitierten zuletzt Unternehmen wie beispielsweise Simplicity, Fynch Hatton, Luqom und Wenko.
Firmen sparen zeit- und kostenintensive, kundenspezifische Anpassungen
Bemerkenswert: Bei der Implementierung wurden in der Regel das Gros der Lieferanten, Prüflabore, Spediteure und Partner miteinbezogen. Möglich sind die kurzen Zeiten zwischen Vertragsunterzeichnung und Inbetriebnahme nur, weil Prozesse der Unternehmen an Best-Practice-Beispiele von OSCA angepasst wurden – und nicht umgekehrt. So sparen sich die Firmen zeit- und kostenintensive, kundenspezifische Anpassungen.
OSCA, kurz für „Online Supply Chain Accelerator”, hat fünf Hauptfunktionalitäten: Purchase Order Management, Global Logistics, Quality Control, Supplier Relationship Management (SRM) sowie Corporate Social Responsibility (CSR). Der Vorteil: Nutzer lösen mit den Modulen Medienbrüche und Silos auf. Durch standardisierte API-Schnittstellen können Daten zwischen ERP, TMS, LVS und anderen Systemen der verschiedenen Partner mithilfe von OSCA ohne Redundanzen und doppelte Pflege sicher ausgetauscht werden. Die Software bring beispielsweise beim Thema CSR inzwischen Visibilität bis zu Tier-8 und tiefer.
Kunden von Setlog profitieren zudem von einer Kooperation der SCM-Spezialisten mit den Transportverfolgungsexperten von Shippeo aus Paris. Sie können das Modul „Real Time Transportation Visibility“ nutzen und in Echtzeit ihre Transporte verfolgen. Außerdem erhalten sie exakte Informationen zu geschätzter und tatsächlicher Ankunftszeit ihrer Sendungen (Estimated Time of Arrival, ETA, und Actual Time of Arrival, ATA). Die Nutzer bekommen bei einer Lieferverzögerung aufgrund einer Lieferkettenunterbrechung eine Warnung. Sie können dann auf die Störung reagieren und die Transportprozesse anpassen.
Lieferkettenmanagement braucht mehr Transparenz
Ein Unternehmen, das von der zügigen und kostengünstigen Einführung von OSCA profitierte, ist der Haushaltwarenspezialist Wenko. Um im harten Preiskampf mithalten zu können, werden die Waren des Händlers in verschiedenen Ländern hergestellt, in Osteuropa, Spanien, Frankreich, Deutschland und Asien. Mehr als 200 Lieferanten sind im Unternehmen gelistet. Fünf Spediteure liefern die 4.000 Sendungen nach Nordrhein-Westfalen, ins Zentrallager in Hückelhoven.
Den Überblick über alle Bestellungen und die rund 4.000 Sendungen pro Jahr zu behalten, ist nicht einfach. Vor der Coronapandemie dienten vor allem Excel-Listen und E-Mails als Kommunikationshilfen mit den Partnern. Doch Covid-19 wirbelte die Supply Chains kräftig durcheinander. Lieferanten konnten nicht liefern, Schiffe ihre Häfen nicht verlassen. Wie bei vielen Firmen flossen die Waren oft zögerlich, die E-Mails aber hektisch. „Die Covid-19-Pandemie führte zur Erkenntnis, dass wir uns im Lieferkettenmanagement verändern müssen. Produktions- und Lieferverzögerungen waren manuell kaum mehr handhabbar“, berichtet Wenko-Geschäftsführer Niklas Köllner. „Um Herstellung und Transport steuern zu können, wollten wir mithilfe eines zentralen Tools Transparenz in die Lieferkette bringen. Dadurch sollten dann alle Partner gleichzeitig über Veränderungen informiert werden.“
Deko und Badartikel von Wenko: Um Transparenz in die Supply Chain zu bekommen, implementierte das Unternehmen die SCM-Software OSCA von Setlog.
(Bild: Wenko)
Lieferkettenmanagement: Zentrales Kommunikations- und Steuerungstool
Gesagt, getan. Köllner und das SCM-Team sahen sich nach Tools um. „Ausschlaggebend für den Anbieter war, dass die bei anderen Unternehmen erprobte Best Practice-Version einfach zu bedienen ist und eine optimale Steuerung der logistischen Abläufe ermöglicht“, erläutert Köllner. Das erste Gespräch fand Ende Februar 2022 statt, die Inbetriebnahme des Systems wenige Monate später. Seither übermittelt Wenko Bestellungen für die mehr als 5.000 Artikel im Sortiment aus dem ERP-System an seine Lieferanten über OSCA. 145 von insgesamt 200 Partnern sind ans System angeschlossen, das entspricht 85 Prozent des Gesamtvolumens aus. Die Software fungiert als zentrales Kommunikations- und Steuerungstool – von der Bestätigung der Bestellung über die Lieferplanung bis hin zu Buchungen von Verschiffungen. Außer den Kosten können auch Volumina, Durchlauf- und Transportlaufzeiten, Nachlaufsteuerung, Kartonpacklisten samt Labelerstellung und Liefertermine kontrolliert werden.
Stand: 16.12.2025
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Steuert Wenko: Geschäftsführer Niklas Köllner.
(Bild: Wenko)
In der Wenko-Zentrale visualisiert ein Dashboard die wichtigsten Kennzahlen für die neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die an das cloudbasierte System angeschlossen sind. Wenn sich Produktions- oder Lieferdaten ändern, werden alle Partner der Supply Chain gleichzeitig in Kenntnis gesetzt. „Das Monitoring hat sich stark verbessert. Rückstände bei den Produktionen lassen sich beispielsweise unkompliziert im Dashboard abrufen“, betont Köllner. „Es gibt keine Medienbrüche mehr – und Veränderungen bei den Bestellungen und Transporten sind sofort für alle sichtbar“, sagt Köllner. Das ist letztendlich auch nachhaltiger. Gelernt hat er aus dem Projekt einiges. Zum einen sollte eine angestellte Person für das Projekt verantwortlich sein und gut mit der Software vertraut sein. Zum anderen sollten von Anfang an darauf geachtet werden, dass Fehlerquellen ausgeschlossen werden und es nicht zu einer falschen Anwendung kommt. „Auf den ersten Blick schaut das System nicht einfach aus. Doch nach wenigen Tagen der Nutzung kann man sich die Arbeit ohne die Lösung kaum noch vorstellen, schon nach kurzer Zeit spart man Zeit und Geld. Und man bringt Transparenz in das Lieferkettenmanagement, die man nicht mehr missen will“, so Köllner.
Die Software fungiert als zentrales Kommunikations- und Steuerungstool – von der Bestätigung der Bestellung über die Lieferplanung bis hin zu Buchungen von Verschiffungen.
Ralf Düster ist Vorstandsmitglied bei Setlog und Vize-Präsident des LOG-IT Club e.V..