Die Logistikbranche steht aktuell vor einschneidenden Herausforderungen: Störungen durch die rasante Verbreitung der Omikron-Variante, Arbeitskräftemangel, hohe Frachtkosten und Rohstoff-Engpässe belasten die Unternehmen.
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Mit dem steigenden Umsatz im E-Commerce wächst der Druck auf die Versanddienstleister, ihre Prozesse zu optimieren, um das erhöhte Paketvolumen zu verarbeiten und eine schnelle und zuverlässige Lieferung zu gewährleisten. Wie können die Firmen mit diesen Schwierigkeiten umgehen? Und welche Trends prägen die Logistik der Zukunft?
1. Fachkräftemangel fördert Automatisierung
Zurzeit werden die meisten Prozesse in der Logistik von Menschen durchgeführt. Doch es wird immer schwieriger, qualifiziertes Personal in der Branche zu finden. Schlechte Bezahlung und ungünstige Arbeitsbedingungen sorgen dafür, dass viele Stellen nicht besetzt werden können. Laut dem Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung fehlen in Deutschland 60.000 bis 80.000 Berufskraftfahrer*innen. Die Pandemie hat die Lage nur verschärft. Es werden dringend Fahrer*innen sowie Sortier- und Abfertigungspersonal gesucht. Falls sich die Situation nicht ändert, droht auch in Deutschland ein Versorgungskollaps.
Es ist also unabdingbar, Abläufe in der Logistik zu automatisieren, um Kosten zu senken, Produktivität zu steigern und das Personal zu entlasten. Selbstfahrende Fahrzeuge, automatisierte Lager, Frachtflugzeuge und Fahrradlieferung können die Prozesse beschleunigen und menschliche Fehler reduzieren. Viele Unternehmen, darunter z.B. auch Amazon, experimentieren bereits mit autonomen Lieferfahrzeugen. Auch China treibt die Entwicklung autonomer „mobiler Postfächer“ voran. Der Trend lässt sich nicht aufhalten: Bald werden sich die ersten umbenannten Lieferfahrzeuge auf europäischen Straßen blicken lassen.
2. Logistik der Zukunft: Digitalisierung ermöglicht Kooperation mit mehreren Dienstleistern
Momentan zeigen die meisten Firmen in der Logistik wenig Interesse an einer unternehmensübergreifenden Kooperation, die sichtbare Vorteile für den Absender oder Empfänger bietet – auch wenn Unteraufträge in großem Umfang vergeben werden. Onlinehändler sind von einem Transportdienstleister abhängig und nutzen lokale Lagerverwaltungssysteme, die keine einfachen Verlinkungen zu mehreren externen Partnern erlauben. Dies begrenzt die Möglichkeiten, die den Unternehmen und den Kunden zur Verfügung stehen.
Kleine Firmen sind oft nicht in der Lage, in eigene Lieferflotten zu investieren oder eine hochmoderne Transportmanagementsoftware (TMS) zu entwickeln. Gleichzeitig können sie sich keine Verspätungen in der Lieferung leisten, wenn sie ihre Kundschaft behalten wollen. Aus diesem Grund müssen sie auf eine erweiterte Kooperation mit anderen Dienstleistern setzen. Eine Zusammenarbeit mit mehreren Spediteuren liefert klare Vorteile, sorgt für einen besseren Informationsaustausch, lässt Abläufe besser planen und Leerfahrten, Verspätungen sowie Lieferengpässe vermeiden. Eine cloud-basierte Transportmanagementsoftware macht es bereits möglich, die Supply-Chain-Kollaboration mit Lieferanten und Spediteuren zu verbessern – ohne Kostensteigerung und mit geringerem Arbeitsaufwand.
3. See-, Straßen- und Luftfrachtkosten bleiben hoch: Lokale Lieferungen nehmen zu
Die Ausweitung der globalen Lieferketten führte in den letzten Jahren zum starken Zuwachs des See-, Straßen- und und Luftfrachtaufkommens. Doch die pandemiebedingte hohe Nachfrage nach Waren hat viel Druck auf die weltweiten Transportketten ausgeübt. Viele Schiffe standen unter Quarantäne und konnten die Häfen monatelang lange nicht verlassen. Weltweit fehlte es an Containern. Weil der Passagierverkehr in der Luftfahrt eingebrochen war, wurde die Transportkapazität in der Luftfracht deutlich reduziert. Dies führte zu logistischen Schwierigkeiten, Verspätungen und Preiserhöhungen. Nur die großen Einzelhändler werden in der Lage sein, sich Transportkapazitäten durch den Kauf von Transportunternehmen zu sichern. In den USA sind bereits große Übernahmen zu beobachten.
Es lässt sich momentan nicht sagen, wann der pandemiebedingte Rückstand beseitigt werden. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass sich die Luft-, Straßen- und Seefrachtkosten auf dem hohen Niveau stabilisieren. Das bringt viele Händler zum Umdenken: Sie sind bereit, auf nachhaltige, lokale Lieferungen umzusteigen. Geeignete Software kann dabei helfen, lokale Optionen im Auge zu behalten, Liefertermine abzustimmen, Sammellieferungen zu koordinieren und Abholoptionen (Click-and-Collect) zur Verfügung zu stellen.
4. Kund*innen erwarten mehr Flexibilität für die Logistik der Zukunft
Die Pandemie hat die Gewohnheiten der Endverbraucher verändert. Die meisten wollen selbst entscheiden, wann und wie ihre Pakete zugestellt werden, so dass sie keine Lieferungen mehr verpassen. Auch die Nachfrage nach Lieferungen am selben Tag steigt rasant. Große Player wie Amazon und Zalando sind bereits in der Lage, flexible Zeitfenster und Lieferoptionen anzubieten und erhöhen auf diese Weise die Erwartungen der Käufer.
Stand: 16.12.2025
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Damit auch mittlere sowie kleinere Händler attraktiv bleiben, müssen sie die Konkurrenz im Blick behalten und auf flexible IT-Lösungen setzen. In naher Zukunft werden kleinere Betriebe mehr Freiheit und Flexibilität in der Lieferung bieten, um den wachsenden Anforderungen von Kund*innen gerecht zu werden. Hier lohnt es sich, die meisten Abläufe zu digitalisieren.
Der Autor Jeroen Gehlen ist Mitgründer von Wuunder und kann auf über 20 Jahre Erfahrung im Bereich Versand und Logistik zurückblicken. Zuvor war er bei TNT/FedEx als Global Director Pick-up & Delivery Optimization and Innovation und entwickelte ein Framework für eine vollständig digitalisierte Plattform für die Echtzeitkommunikation.