Markenverband und Handelsverband (HDE) 8 Milliarden Euro Schaden: Allianz fordert sofortige Maßnahmen gegen illegale Waren

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

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Illegale Waren überschwemmen Europas Märkte. Der Markenverband und der Handelsverband Deutschland fordern von der Politik nun wirksame Gegenmaßnahmen wie die Abschaffung der Zollfreigrenze.

(Bild:  © studio v-zwoelf/stock.adobe.com)
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Onlineshops und Marktplätze aus Fernost machen dem deutschen E-Commerce zunehmend das Leben schwer. Sie liefern nicht nur zu Preisen, mit denen europäische Plattformen nicht mithalten können, in vielen Fällen handelt es sich auch um illegale Waren, etwa um Fälschungen, unsichere Produkte oder es wurden Umwelt- und Arbeitsstandards nicht eingehalten. Der Handelsverband Deutschland (HDE) und der Markenverband sehen Verbraucher, Arbeitsplätze und den fairen Wettbewerb gefährdet – und fordern von der Politik wirksame Maßnahmen.

Die Zollfreigrenze muss so schnell wie möglich abgeschafft werden, sie wirkt seit Jahren wie ein Freifahrtschein für Schrott.

Alexander von Preen, Präsident des Handelverbands Deutschland (HDE)

So sollen 5,8 Prozent aller EU-Importe aus gefälschten oder sonst nicht rechtskonformen Waren bestehen, wie der HDE das Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) zitiert. In Deutschland sollen jede Woche 144.000 Pakete mit gefälschter Ware ankommen. Betroffen seien vor allem Kleidung, Kosmetik, Spielwaren und Elektronik. Die Schäden summierten sich auf fast acht Milliarden Euro pro Jahr und rund 64.000 Arbeitsplätze seien bedroht. Der Hauptkanal für die illegalen Produkte seien dabei große Online-Plattformen – 65 Prozent aller Fälschungen gelangten über E-Commerce nach Europa.

„Acht Milliarden Euro Schaden jährlich – das ist ein Alarmsignal. Wir dürfen nicht länger hinnehmen, dass unser Markt mit gefährlichen und gefälschten Produkten überschwemmt wird, die unter Missachtung von Umwelt- und Arbeitsstandards produziert sind“, warnt Franz-Olaf Kallerhoff, Präsident des Markenverbandes. Man brauche endlich wirksame Zollkontrollen, eine klare Haftung der Plattformen und ein konsequentes Durchgreifen bei Markenpiraterie.

Alexander von Preen, Präsident des HDE, ergänzt: „Wer hierzulande Waren verkauft, muss sich an die hiesigen Regeln halten. Ansonsten blutet in diesem unfairen Wettbewerb der heimische Einzelhandel aus.“ Auch er fordert nun rasche Taten seitens der Politik. „Die Zollfreigrenze muss so schnell wie möglich abgeschafft werden, sie wirkt seit Jahren wie ein Freifahrtschein für Schrott.“

Forderungen an die Politik

Mit ihrer Allianz machen der Markenverband und der Handelsverband klar: Nur ein gemeinsames Vorgehen von Politik, Behörden und Wirtschaft kann Verbraucher schützen, Arbeitsplätze sichern und fairen Wettbewerb in Deutschland und der EU gewährleisten. Ihr Forderungen:

  • Zoll und Marktüberwachung stärken: Mehr Personal, bessere Ausstattung und intelligenter Datenaustausch für wirksame Kontrollen.
  • Zollfreigrenze: Schnelle Abschaffung der Zollfreigrenze von 150 Euro und Anmeldepflicht für jedes Paket ungeachtet des Warenwertes
  • Stay-Down-Gebot gesetzlich verankern: Entfernte Fälschungen dürfen nicht wieder online erscheinen.

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