Logistik Nachhaltiger Versand lässt die Kasse klingeln

Ein Gastbeitrag von Nicó Köhler 4 min Lesedauer

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Nachhaltiger Versand als Booster? Verpackungen bieten eine Vielzahl von Optionen, um den Versand eines E-Commerce-Shop zu optimieren. Mit geeigneter Logistik und dem richtigen Füllmaterial können Unternehmen die Effizienz und Einnahmen steigern, die Produkte sicher versenden und die Umwelt schonen.

(Bild:  beogue – stock.adobe.com)
(Bild: beogue – stock.adobe.com)

Egal ob Elektronikartikel, Bekleidung oder Dekoration – nahe­zu jedes Produkt ist im Internet verfügbar. Der Versand spielt im E-Commerce eine entscheidende Rolle. Jedoch damit die Ware optimal zum Kunden gelangt, braucht sie die passende Verpackung. Mit recyclebarem Versandmaterial und individuellen Kartons schonen Online-Händler die Umwelt, stärken den Wiedererkennungswert ihrer Marke und erhöhen den Gewinn. Doch, welches Versandmaterial sollte genutzt werden?

Nachhaltiger Versand: Passend verpackt

Ob sich ein Karton für den Versand eines Produktes eignet, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Am offensichtlichsten gestaltet sich dabei die Frage nach der passenden Größe: Denn hat der Karton zu viel Platz, sodass die Ware sich in­nerhalb des Paketes hin und her bewegen kann, führt das im schlimmsten Fall zur Beschädigung des Produktes. Um einen sicheren Transport zu gewährleisten, muss der Inhalt ungefähr zwei Fingerbreit von der Außenwand des Kartons entfernt sein – so bleibt genug Platz für Polstermaterial, das Stöße von außen abfängt und dadurch vor allem zerbrechliche Ware schützt. Stehen die Maße fest, lohnt es sich für E-Commerce-Unternehmen, besonderes Augenmerk auf die materielle Beschaffenheit des Kartons zu legen.

Kosten senken

Spezielle Ausführungen mit doppellagiger Wellpappe bieten zwar mehr Schutz, sind jedoch auch kostenintensiver als einfache Ausführungen. Für Händler, die Produkte wie Schuhe oder Kleidung vertreiben, reicht es meist aus, auf einlagige Pappkartons zurückzugreifen – abhängig von zuvor verwendeten Modellen lassen sich dadurch sowohl der Materialverbrauch als auch die Kosten für Versandkartons erheblich reduzieren. Dabei gilt es zu beachten: Papier ist nicht gleich Papier. Denn sowohl Kartons für spezielle Anwendungen als auch solche in Standardgrößen bieten viele Händler mittlerweile mit einem Anteil an Grasfaser an. Durch die Kombination aus Gras- und Recyclingpapier benötigen Hersteller bei der Produktion weniger Wasser und verbrauchen weniger Energie als beim Anfertigen von herkömmlichen Kartons aus Holzzellstoff. Für einen nachhaltigen Versand lohnt es sich daher, auf die alternativen Ausführungen zurückzugreifen.

Umweltfreundliche Alternativen

Zur Optimierung von Versandverpackungen gehört aber mehr als die Wahl eines passenden Transportkartons. Damit das verschickte Produkt sicher beim Kunden ankommt, braucht es zudem das passende Füll- und Verschlussmaterial. Wer nach einer „grünen“ Alternative zu herkömmlichen Folienar­tikeln sucht, ist mit Füllmaterialen aus Recyclingpapier gut beraten. In puncto Umweltfreundlichkeit bieten sie verschiedene Vorteile. Zum einen braucht es für ihre Herstellung weniger Ressourcen, zum anderen können Papierprodukte nach ihrer Nutzung problemlos wieder in die Kreislaufwirtschaft zurückführen. Nachhaltige Füllmaterialien wie zum Beispiel recyceltes Polsterpapier überzeugen dabei durch ihre stabile Form sowie die einfache Verarbeitung und eignen sich für den Versand zahlreicher Produkte.

Um ein Paket zu verschließen ist Papierklebeband die umweltfreundlichere Option. Durch den silikonfreien Kleber aus Naturkautschuk verschließt das Papierklebeband verlässlich und zusammen mit dem richtigen Karton und Füllmaterial entstehen nachhaltige und einfach recyclebare Einstofflösungen. Anschließend können Unternehmen die Versandverpackung unkompliziert und ohne Materialtrennung entsorgen. Mehr Nachhaltigkeit und weniger Versandkosten sind jedoch nicht die einzigen Gründe, warum E-Commerce-Händler ihren Verpackungen mehr Aufmerksamkeit schenken sollten.

Nachhaltiger Versand hat eine starke Außenwirkung

Der erste Eindruck zählt – das gilt auch im Online-Handel. Denn bevor der Kunde die Bestellung in den Händen hält, gilt seine Aufmerksamkeit der Verpackung. Um die Pakete und den Inhalt optisch aufzuwerten, empfiehlt es sich Füllmaterialien wie Seidenpapier zu nutzen. Kunden haben dadurch, vor allem bei Schmuck und Kosmetikprodukten, ein besseres Auspacker­lebnis. Doch die Außenseite bietet Spielraum für eine einzigartige Gestaltung und personalisiertes Branding. Mithilfe von individuell bedruckten Verpackungen lässt sich ein Wiedererkennungswert schaffen und damit die Corporate Identity stärken. Einen Karton zu bedrucken, kostet deutlich weniger als noch vor wenigen Jahren. Online-Händler können, dank effizienter Druckverfahren, Sonderanfertigungen für einen Aufpreis von wenigen Cent erstellen. Lediglich für den anfänglichen Entwurf eines Druckmotives, auch Klischee genannt, fallen Kosten in Höhe von mehreren 100 Euro an.

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Hohe Geldbußen

Neben den zahlreichen Möglichkeiten, die das Thema Verpackungen bietet, ist es wichtig, sich auch mit den bestehenden Regularien auseinanderzusetzen. So stehen E-Commerce-­Unternehmen laut des 2019 in Kraft getretenen Verpackungsgesetzes in der Pflicht, sich an der Verwertung von Verpackungsmaterial finanziell zu beteiligen. Da sie in der Regel als Erstin­verkehrbringer gelten, besteht die Pflicht zur Zusammenarbeit mit einem Lizensierungsunternehmen.

Die sogenannten dualen Systeme übernehmen die Verwertung der verschickten Verpackungsmaterialen. Bei Missachtung der Regeln drohen Geldbußen in Höhe von bis zu 200.000 Euro, weshalb vor allem kleinere Unternehmen penibel auf die Umsetzung achten sollten. Hier gilt: Die Zusammenarbeit mit einem Verpackungsdienstleister hilft dabei, Unklarheiten aus dem Weg zu räumen und den Versand des eigenen E-Commerce-Unternehmens regelkonform zu gestalten.

Nachhaltiger VersandNicó Köhler
Key-Accountant-Manager bei der BB-Verpackungen GmbH

Bildquelle: BB-Verpackungen GmbH