Zukunft nachhaltig gestalten – das ist mitunter die größte Herausforderung, der unsere Gesellschaft und die Wirtschaft aktuell gegenüberstehen. Was jetzt zu tun ist.
(Quelle: Tasphong – stock.adobe.com)
Nachhaltigkeit im E-Commerce: Die Auswirkungen der Klimakrise werden immer deutlicher. Starkregen und längere Dürreperioden sind nur zwei derer, die wir auch hierzulande im vergangenen Jahr deutlich zu spüren bekommen haben. Hinzu kommt eine wachsende Menge an Abfällen – von Plastik in den Ozeanen bis hin zu überquellenden Mülldeponien – die die Gesundheit unserer natürlichen Ökosysteme weiter bedroht. Angetrieben von der Coronapandemie stieg der Online-Handel in den letzten Jahren sprunghaft an und blieb bis jetzt auf hohem Niveau.
Nachhaltigkeit im E-Commerce wichtiger denn je
Auch wenn viele Studien mittlerweile belegen, dass E-Commerce klimafreundlicher ist als der stationäre Handel, sind wir noch sehr weit vom klimaneutralen Handel entfernt. Ein Beispiel sind die Mode- und Unterhaltungselektronikbranche, die einen großen Prozentsatz am globalen E-Commerce-Volumen haben. Auf sie entfallen sechs Prozent der gesamten CO2-Emissionen. Das ist doppelt so viel wie die gesamte Luftfahrtindustrie. Sie verursachen einen hohen Anteil an Ressourcen-, Land- und Wasserverbrauch sowie des Abfalls. Etwa 20 Prozent der produzierten Kleidungsstücke werden nie getragen, Smartphones oft schon nach zwei bis drei Jahren ausgetauscht.
Die Maßnahmen, die die Akteure dieser Branchen ergreifen können, sind klar und überschaubar. Die potenziellen positiven Auswirkungen sind enorm. In erster Linie müssen die Produktions- und Konsumverhaltensmuster nachhaltiger gestaltet werden, damit die ökologischen Herausforderungen gemeistert werden können. Ein großer Hebel liegt dabei im Konzept der Kreislaufwirtschaft, die für mehr Nachhaltigkeit im E-Commerce verstärkt in den Fokus unseres Wirtschaftens und Handelns rücken muss. Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft beeinflusst nicht nur die Produktionsmengen und -materialien, sondern verlängert Produktnutzungszyklen und fördert neue Nutzungsmodelle. Wir sehen hier großes Potential auf dem Weg in eine kohlenstoffneutrale Zukunft – das nur entfaltet werden kann, wenn alle an einem Strang ziehen.
Die Mission: „Reduce“, „Repair“, „Resell“, „Refurbish“ und „Recycle“
Das Konzept der Kreislaufwirtschaft verspricht, die Umwelt zu schützen und Innovationswachstum zu fördern. Neuartige zirkuläre Geschäftsmodelle verändern und erweitern nicht nur Produkt- und Dienstleistungsportfolien, sondern haben auch eine positive Auswirkung auf das Bewusstsein und die Bereitschaft von Kunden, sich daran zu beteiligen. Es handelt sich um eine Win-win-Situation, bei der Nachhaltigkeit Wachstum und Innovation antreibt. Im Zentrum der Kreislaufwirtschaft stehen dabei die fünf R:
„Reduce“, „Repair“, „Resell“, „Refurbish“ und „Recycle“. Sie beschreiben die entscheidenden Dimensionen der Kreislaufwirtschaft: Die Reduzierung des Einsatzes von Neumaterialien in der Produktion, die Reparatur von Produkten zur Verlängerung ihrer Lebensdauer, die Aufarbeitung alter Produkte, den Wiederverkauf von Produkten an neue Besitzer, und das Recycling von Produkten am Ende ihrer Lebensdauer zu Materialien für die Neuproduktion. Die Produktlebensdauer zu verlängern ist essenziell, denn gerade während der Produktion fallen bis zu 80 Prozent der Emissionen eines durchschnittlichen Mode- oder Unterhaltungselektronikartikels an. Wenn Produkte ein zweites Leben erhalten, können die Emissionen bis 75 Prozent pro Gerät sinken.
Die Transformation: Von der Lieferkette zum Lieferkreislauf
Aus unserer Sicht gibt es drei wichtige Treiber auf dem Weg von der Lieferkette zum Lieferkreislauf. Zuerst müssen Anreize für Verbraucher geschaffen werden, ihr Verhalten zugunsten der Kreislaufwirtschaft zu ändern. Außerdem müssen die Lieferketten neugestaltet und neue Versorgungsmodelle entwickelt werden. Mit der zunehmenden Komplexität einer zirkulären Lieferkette, wird die Gewährleistung von Transparenz und Orchestrierung noch wichtiger. Zum Beispiel müssen die Ströme von alten und neuen Produkten bei der Bestandsverwaltung berücksichtigt werden. Vor allem bei den letzten beiden Punkten kommt unsere Rolle als Logistikexperte ins Spiel. Beispielsweise beim Bereitstellen der logistischen Infrastruktur für das Sammeln von Gegenständen und dem Transport zu Reparaturzentren. Versandlösungen können den Wiederverkauf von gebrauchten Waren über Peer-to-Peer-Plattformen fördern.
Aber auch bei der Reduktion von Verpackungsmaterial kann die Logistik eine Rolle spielen, wie durch die Einrichtung einer branchenweiten Sammelstelle für leere wiederverwendbare Verpackungen oder einfach den Einsatz wiederverwendbarer Verpackungen. Denn Verpackungen sind für 30 Prozent der gesamten mit dem Online-Handel verbundenen Emissionen verantwortlich. Außerdem können aktuelle Versandströme genutzt werden, um alte Produkte aus den Verbraucherhaushalten zu holen und dem Recyclingprozess zuzuführen. Insbesondere die Unterhaltungselektronik bringt modernste Technologien zur Aufbereitung von Elektroschrott auf den Weg, sodass wiedergewonnene Materialien für neue Produkte verwendet werden können.
Stand: 16.12.2025
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Nachhaltigkeit im E-Commerce: Kollektives Handeln aller Stakeholder ist nötig
Mit dem Konzept der Kreislaufwirtschaft lassen sich einfach schnelle Erfolge bei Emissionseinsparungen und der Nachhaltigkeit im E-Commerce erzielen. Erreicht man eine Umstellung auf 50 Prozent Kreislaufwirtschaft werden so viele Treibhausgasemissionen eingespart, wie wenn Streaming-Nutzer weltweit fünf Jahre lang keine Videos anschauen. Jeder Akteur in der Konsumgüterlandschaft – von Herstellern, Verbrauchern, Regulierungsbehörden und Versendern - hat ein Interesse an der Kreislaufwirtschaft und jeder spielt eine tragende Rolle bei ihrer Umsetzung. Die Marktführer der Logistikindustrie sind maßgebliche Mitgestalter des Übergangs von einer traditionellen, linearen Lieferkette zu einem regenerativen Kreis. Sie schaffen Lösungen und halten Antworten für Maßnahmen zum Wiederverkauf, Reparatur, Aufarbeitung und Recycling bereit.
(Bild: Deutsche Post DHL Group)
Der Autor Carsten Lützenkirchen verantwortet als SVP Commercial Operations mehrere globale kaufmännische Funktionen, darunter beispielsweise die Leitung des kommerziellen Projektteams zur Entwicklung der konzernweiten Nachhaltigkeits-Roadmap von der Deutschen Post DHL Group.