Immer mehr Webshop-Betreiber nutzen bestehende Stellschrauben, um ihr Geschäft nachhaltiger betreiben zu können. Doch gerade im Versandprozess lässt sich noch erheblich mehr tun.
(Quelle: troyanphoto-Adobe Stock)
Eine der Gretchenfragen, die sich im Handel immer wieder stellt, ist: Wer ist nachhaltiger – der stationäre oder der Online-Handel? Wer die überquellenden Altpapiertonnen und die vielen Lieferwagen sieht, die die Innenstädte verstopfen, bekommt beim Klick auf den Kaufen-Button im Webshop fast unweigerlich ein schlechtes Gewissen. Dabei zeigte die Unternehmensberatung Oliver Wyman zusammen mit dem Spin-Off Logistics Advisory Experts der Universität St. Gallen im Frühjahr vergangenen Jahres, dass der stationäre Handel mit Blick auf die gesamte Lieferkette pro verkauftem Produkt 2,3 mal mehr CO2 ausstößt als der E-Commerce. Die Forscher erklären das Phänomen unter anderem mit der Bündelung vieler Waren auf der letzten Meile sowie weniger physischen Flächen, die beleuchtet und beheizt werden müssen.
Auch wenn viele große Online-Händler in den vergangenen Jahren Maßnahmen ergriffen haben, um ihre Klimabilanz zu verbessern und zu mehr Nachhaltigkeit im Online-Handel beizutragen – bis zum wirklich klimaneutralen Handel ist es noch ein weiter Weg. Und auf dem macht jeder noch so kleine Schritt einen großen Unterschied. Zu den Minimalmaßnahmen zählt es, Kunden über den CO2-Fußabdruck ihrer Bestellung aufzuklären und ihnen die Möglichkeit zu bieten, diesen Fußabdruck durch eine Spende für ein Umweltprojekt oder ähnliches auszugleichen. Als kleine Motivation können Rabatte oder Extrapunkte im Treueprogramm dienen.
Auch bei den Verpackungsgrößen können Händler aktiv werden. Wenn kleine Artikel in viel zu großen Paketen verschickt werden, die im schlechtesten Fall auch noch mit Plastikfolie ausgestopft sind, bedeutet das nicht nur unnötigen Verpackungsmüll, sondern auch eine schlechte Ausnutzung vorhandener Kapazitäten im Lieferwagen.
Gebrandete Kartons: Gut fürs Marketing, schlecht für die Umwelt
Die Verpackung an sich hat ebenfalls Auswirkungen auf die Umwelt. Eine ganz einfache Maßnahme, den CO2-Ausstoß zu reduzieren, ist es, auf Branding auf der Verpackung zu verzichten. Hinterfragt werden könnte auch, ob es wirklich nötig ist, jede Jeans, Bluse oder Jacke im Karton noch einmal in Plastik zu hüllen. Würde es dem Kunden nicht ein schöneres Auspackerlebnis bieten, wenn Webshop-Betreiber sich an den Unverpackt-Läden im stationären Handel orientieren und Plastikverpackungen innerhalb der Sendungen vermeiden würden?
Selbst der Verzicht, dem Paket kein ausgedrucktes Retouren-Label mehr beizulegen, hat positive Auswirkungen auf die Umwelt. Die eingesparten Ressourcen wie Papier und Tinte für den Drucker sind dabei der geringste Impact. Doch können Händler Retouren, die Kunden über den Webshop anmelden müssen, in Echtzeit auch genau dahin routen, wo die Produkte aktuell am meisten nützen – und auf diese Weise unnötige Wege in der Intralogistik sparen.
Auch Paketbeileger anderer Unternehmen, welche die meisten Konsumenten achtlos in den Papiermüll werfen, könnten die Händler einfach in die E-Mail-Versandkommunikation integrieren. Mit Öffnungsraten von bis zu 80 Prozent ist den Werbepartnern eine hohe Aufmerksamkeit garantiert. Und die Kommunikation kann erheblich zielgerichteter an die Konsumenten angepasst werden als im Paket. Positive Aufmerksamkeit für das Thema Nachhaltigkeit im Online-Handel können die Händler aber auch generieren, indem sie in ihrer Versandkommunikation Kunden über Nachhaltigkeit und Recycling informieren. Darüber hinaus können sie ihnen Tipps geben, wie sie Verpackungen als Spielzeug oder Bastelmaterial nutzen können.
Mehr Nachhaltigkeit im Online-Handel: Lasst den Paketboten nur einmal klingeln
Den größten Impact erzielen die Händler allerdings, wenn ihr Paket schon beim ersten Anlauf zugestellt werden kann. Eine eigene Track-and-Trace-Seite, über die die Kunden auf den Versandprozess einwirken können, sowie eine nahtlose Versandkommunikation in Echtzeit helfen dabei, dass der Paketbote nicht umsonst an der Haustür klingelt.
Stand: 16.12.2025
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Dass diese kleinen Schritte in vielen Unternehmen allerdings noch Zukunftsmusik sind, zeigt unsere aktuelle Studie zum Operations Experience Management. Dazu führten wir zum Jahreswechsel 2021/22 Testbestellungen bei 100 der größten Online-Shops in Deutschland (Quelle EHI) durch und analysierten die Sendungen unter anderem unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten. Das Ergebnis: Nur jeder zehnte Versandhändler bietet seinen Kunden die Möglichkeit, CO2-neutralen Versand zu wählen. 17 Prozent der Händler verpacken ihre Produkte in Versandmaterial aus Plastik. Und jeder dritte Händler verschickt in zu großen Verpackungen Luft quer durch die Bundesrepublik. Wenn der Online-Handel hier noch ein wenig achtsamer agiert, kann der CO2-Vorteil gegenüber dem stationären Handel noch viel signifikanter ausfallen.Und mithilfe von Operations Experience Management können Unternehmen ihre umweltfreundlichen Ansätze an den Touchpoints mit den Kunden klar kommunizieren und für eine Stärkung der Kundenbindung nutzen.
(Anton Eder ist Mitgründer und COO von parcelLab. (Bild: parcellab))
Über den Autor: Anton Eder ist Mitgründer und COO von parcelLab. parcelLab ist Anbieter einer Plattform für Operations Experience Management. Die Plattform verwandelt Daten, die an unterschiedlichen Stellen im Versandprozess anfallen, automatisiert in personalisierte, gebrandete Nachrichten und macht so den Paketversand zum echten Kundenerlebnis.