Online-Vertrauen: Corona-Krise macht deutsche Nutzer skeptischer

Verantwortlicher Redakteur:in: Heiner Sieger 2 min Lesedauer

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Wie eine aktuelle Befragung des BVDW ergeben hat, sind 79 Prozent der Verbraucher in Deutschland aufgrund der Corona-Krise vorsichtiger beim Surfen im Internet. Die Internetnutzer achten nun stärker auf Quellen und Absender von Informationen als vor dem Ausbruch der Pandemie.

(Quelle:  Undrey/shutterstock)
(Quelle: Undrey/shutterstock)

Für die zweistufige Befragung „Online-Vertrauens-Kompass“ des Online-Vermarkterkreises (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. hat die Einstellungen von rund 8.000 deutschen Verbrauchern untersucht. „Das grundsätzliche Vertrauen gegenüber dem Internet ist derzeit offenbar nicht das größte. Umso wichtiger ist es, zu verstehen, welchen Medienumfeldern eher Vertrauen entgegengebracht wird und worauf die Nutzer Wert legen“, erklärt Timo Lütten (G+J Electronic Media Sales), Leiter der Unit Umfeldqualität und Werbewirkung des OVK. 91 Prozent der Befragten bestätigen hinsichtlich ihrem Online-Vertrauen, dass ihnen der Schutz ihrer persönlichen Daten im Netz wichtig ist. 81 Prozent wollen online möglichst anonym bleiben und teilen daher zum Beispiel nur wenig in sozialen Netzwerken.

(Der "Online-Vertrauens-Kompass" des Online-Vermarkterkreises (OVK) im BVDW hat die Einstellungen der Online-Nutzer untersucht. (Bild: BVDW e.V.))
(Der "Online-Vertrauens-Kompass" des Online-Vermarkterkreises (OVK) im BVDW hat die Einstellungen der Online-Nutzer untersucht. (Bild: BVDW e.V.))

Online-Vertrauen in digitale Medien untersucht

Die neue Studie „Online-Vertrauens-Kompass“ untersucht quartalsweise das Vertrauen in Werbeträger-Kategorien, wie es sich im Verlauf der Zeit verändert und wodurch Online-Vertrauen in digitale Medien entsteht. In bisher zwei Wellen im April und Juli 2020 wurden jeweils 37 digitale Angebote umfassend analysiert. Im April wurden 5.017 Nutzer und im Juli 2.995 Nutzer befragt. „Allgemein ist das Vertrauen ins Internet derzeit leider gering. Das ist ein Dilemma, denn Vertrauen definiert Beziehungen – nicht nur zwischen Menschen, auch zwischen Menschen und Medien“, berichtet Timo Lütten.

Damit ein digitales Angebot regelmäßig genutzt wird und eine Beziehung zum User entstehen kann, muss es seriös und glaubwürdig sein – vor allem muss es jedoch vertrauenswürdig sein, das sagen 96 Prozent der Nutzer von digitalen Medien in Deutschland. Entscheidend für den Aufbau von Vertrauen sind dabei positive Erfahrungswerte, Hochwertigkeit und Inhalte, die den Kriterien von Qualitätsjournalismus entsprechen und transparent in Bezug auf Quellen und Datenschutz sind. Datenschutz ist im Zuge der Verunsicherung durch die Corona-Krise besonders wichtig, da 79 Prozent der Nutzer gegenüber Informationen aus dem Internet sensibler geworden sind und verstärkt auf Quellen und Absender achten.#

(ie wichtigsten Kriterien für die Nutzung von Online-Angeboten. (Bild: BVDW e.V.))
(ie wichtigsten Kriterien für die Nutzung von Online-Angeboten. (Bild: BVDW e.V.))

Höheres Vertrauen der Nutzer in digitale Angebote der OVK-Vermarkter

Den digitalen Angeboten der OVK-Vermarkter bringen Nutzer im Vergleich zu Social-Media-Umfeldern und zu News-Aggregatoren ein höheres Vertrauen entgegen. „Qualitativ hochwertige Angebote mit objektiver journalistischer Berichterstattung spielen gerade in unruhigen Zeiten eine größere Rolle. In diesen Angeboten finden Nutzer Sicherheit und wenden sich ihnen mehr zu. Dieses entgegengebrachte Vertrauen überträgt sich auch auf Marken und Produkte, die in diesen Angeboten beworben werden“, erklärt Timo Lütten. Auch Serviceangebote wie Mail- und Wetterportale genießen in den Befragungen höchste Vertrauenswerte bei den Nutzern. (sg)

(Timo Lütten, G+J Electronic Media Sales, ist Leiter der Unit Umfeldqualität und Werbewirkung des OVK. (Bild: BVDW))
(Timo Lütten, G+J Electronic Media Sales, ist Leiter der Unit Umfeldqualität und Werbewirkung des OVK. (Bild: BVDW))

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