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Open Banking: Wie die Technologie die Finanzwelt umkrempelt

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Alternative zu Lastschriftverfahren und Kartenzahlungen

VRPs stellen aus mehreren Gründen eine zuverlässige oder sogar bessere Alternative zu Lastschriftverfahren oder Kartenzahlungen dar. Sie bieten ein hohes Maß an Sicherheit, da Transaktionen über sichere APIs authentifiziert werden, ohne dass vertrauliche Informationen weitergegeben werden. Sie erfolgen in Echtzeit und sind unwiderruflich, was das Risiko für Händler verringert. Zudem minimieren sie Fehlbuchungen oder Betrug, da für jede Transaktion die Zustimmung des Kunden erforderlich ist.

Werden VRPs das Lastschriftverfahren ersetzen? Das Potenzial dazu haben sie auf jeden Fall. Schließlich handelt es sich bei vielen unserer täglichen Zahlungen um wiederkehrende Zahlungen, beispielsweise für Streaming-Dienste, Fitnessstudio-Mitgliedschaften und die Bezahlung von Rechnungen. Die große Chance für VRPs besteht darin, all dies durch eine zuverlässigere und flexiblere Lösung zu ersetzen, die Zeit und Geld spart und gleichzeitig den Verbrauchern mehr Kontrolle gibt.

Allerdings gehört zur Wahrheit auch: Noch sind variable wiederkehrende Zahlungen in der Europäischen Union nicht verfügbar. Daher ist davon auszugehen, dass ihre Einführung einer langsamen Wachstumskurve folgen wird, die davon abhängt, dass sowohl Verbraucher als auch Händler über die Vorteile und wettbewerbsfähigen Preisstrategien aufgeklärt werden.

Kann Open Banking Dienste wie Sofortüberweisung oder Giropay ersetzen?

Nach dem Aus von Giropay und Sofortüberweisung als eigenständiger Zahlmethode (ist nun Bestandteil der Klarna-App) suchen Kunden und Händler hierzulande nach Alternativen. Sowohl Giropay als auch Sofortüberweisung ermöglichten es Nutzern, Zahlungen direkt von ihrem Bankkonto zu tätigen.

Mit Open Banking stehen nun neue Möglichkeiten für sichere und direkte Online-Zahlungen offen. Denn mit dieser Technologie können autorisierte Dritte über standardisierte APIs auf Bankkonten zugreifen, ohne dass Kunden ihre Zugangsdaten weitergeben müssen. Dies bietet die gleiche Funktionalität wie Sofortüberweisung oder Giropay, jedoch mit verbesserter Sicherheit und Kundenkontrolle.

Vor allem in Kombinantion mit der Instant Payment Regulierung dürfte Open Banking in diesem Zuge Auftrieb erfahren. Diese im April 2024 verabschiedete Verordnung verpflichtet Banken dazu, innerhalb der kommenden 18 Monate alle notwendigen Voraussetzungen für Echtzeitzahlungen im Euroraum zu schaffen. Gemeinsam gedacht könnten Echtzeitüberweisungen und Open Banking zu einem neuen Standard in der EU werden und sich fest etablieren. Der Ansatz eignet sich also als Alternative für Sofortüberweisung oder Giropay.

Open Banking: Mehr als nur ein Modewort

Open Banking ist weit mehr als nur ein Schlagwort. Stattdessen legt es den Grundstein für eine völlig neue Finanzinfrastruktur. Während viele heutige Fintech-Innovationen darauf beruhen, benutzerfreundlichere Apps auf Basis bestehender Banksysteme zu bauen, verändert diese Technologie grundlegend, wie wir auf Finanzdaten zugreifen und sie nutzen.

Diese Infrastruktur hat das Potenzial, den Zugang zu Finanzdaten zu demokratisieren, neue Geschäftsmodelle zu ermöglichen, den Wettbewerb zu fördern und letztlich bessere Finanzdienstleistungen für alle zu schaffen. Damit ist Open Banking in der Lage, den Finanzsektor auf eine Weise zu verändern, die wir erst zu verstehen beginnen.  

Open BankingPanagiotis Kriaris
ist Zahlungsexperte und als Commercial Director Business Development bei Unzer tätig. Unzer bietet Zahlungs- und Handelslösungen für über 85.000 Händler und Organisationen in Europa. Das Unternehmen unterhält acht Niederlassungen in Deutschland, Österreich, Dänemark und Luxemburg. 

Bildquelle: Unzer

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