Palettiersystem automatisieren: Schneller ein- und auslagern

Verantwortlicher Redakteur:in: Heiner Sieger 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Der manuelle Palettierungsprozess ist oft noch Standard. Um Herausforderungen wie Fachkräftemangel, Konkurrenzdruck und verzögerte Lieferungen zu bewältigen, ist eine Digitalisierung unumgänglich. Allein durch Automatisierung können bis zu 1.000 Einheiten je Palettierungszelle pro Stunde filialgerecht verarbeitet werden – mehr als ein Mensch manuell je leisten könnte.

(Quelle:  Petinovs - Adobe Stock)
(Quelle: Petinovs - Adobe Stock)

Nach einer Beruhigung der Lage im Einzelhandel verschärft sich die Situation erneut. Die anhaltende Inflation sowie Lieferengpässe machen sich bemerkbar und der Mangel an Fachkräften sowie die Konkurrenz durch den Online-Handel werden zu kritischen Faktoren. Die Öffnung des stationären Handels in Richtung online scheint eine gute Lösung, die bereits viele Unternehmen umsetzen. Kunden bestellen im Internet ihre Waren, die schnellstmöglich in der Filiale bereitgestellt werden. Um in dieser Phase weiter Kosten und Ressourcen zu sparen sowie Geschwindigkeit und Qualität zu erhöhen, macht es Sinn, das Palettiersystem zu optimieren.

Automatisierung und Digitalisierung als Lösung für das Palettiersystem

Eines der großen Ziele dabei ist die optimale Ausnutzung des vorhandenen Raums. Momentan werden viele Prozesse im Lager noch manuell ausgeführt. Gerade im Handel, in denen große Warenmengen oft schnell ein- und ausgelagert werden müssen, ist dieser Prozess sehr komplex. Der Fachkräftemangel verschärft die Situation. Zeiten mit Bedarfsspitzen wie Weihnachten führen Unternehmen regelmäßig über die Belastungsgrenzen, was Auswirkungen auf die Kundenzufriedenheit hat. Diese wünschen sich eine schnelle und reibungslose Lieferung. In einem effizienten, digitalisierten und vollautomatisierten Prozess wird die Warenauslastung im Lager digital errechnet und optimiert, menschliche Ressourcen geschont und jede Palette stabil, korrekt und platzsparend zusammengestellt. Im besten Fall sind Lager dabei modular organisiert, damit Unternehmen im Rahmen einer Expansion oder bei Bedarfsspitzen schnell und flexibel auf die Nachfrage reagieren und ihre Durchsatzkapazitäten erhöhen können. Aber wie genau sieht ein automatisierter Palettierungsprozess aus?

(Bild: Swisslog)
(Bild: Swisslog)

Ein Blick hinter die Kulissen: Das automatisierte Lager

Für die Einlagerung werden die homogenen Paletten im ersten Schritt automatisch im Lager deponiert oder von einem Roboter Lage für Lage depalettiert. Die Behälter werden dann auf ein Förderband gelegt, voneinander getrennt und optional automatisch in Kisten, sogenannte Tablare, geladen. Im nächsten Schritt lagert ein High-Speed-Shuttle-System die Behälter auf den entsprechenden Ebenen ein. Eine Software berechnet dabei die optimale Auslastung. Nun erfolgt der entscheidende Schritt für das optimale Palettiersystem: Nach der Auftragszuweisung werden die Waren automatisch aus ihren Fächern ausgelagert, korrekt getrennt und falls nötig aus den Tablaren entladen. Die Software hat dabei bereits das optimale Palettiermuster berechnet. Das Förderband zwischen dem Tablarentlader und dem Palettierer bildet entsprechend dem Palettiermuster eine Reihe mit Behältern, in das die Waren durch einen Roboter einsortiert werden.

Eine Roboterlösung mit einem Reihengreifer mit Fingern, die speziell für die Mischpalettierung konzipiert ist, kann bis zu vier Behälter in einer einzigen Bewegung entsprechend dem Reihe-für-Reihe-Prinzip palettieren. Das steigert den Durchsatz auf bis zu 1.000 Kolli je Stunde und verbessert die Kommissionierqualität der Paletten. In Lagern können so bis zu 500.000 Behälter pro Tag palettiert werden. Die Waren auf den Paletten werden zuletzt mithilfe eines Folienumwicklers in der Roboterstation gesichert, etikettiert und in den Versandbereich transportiert – alles vollautomatisch.

(Bild: Swisslog)
(Bild: Swisslog)

Der Autor Gabriel Meier verantwortet Global Public Relations / Marketing DACH bei Swisslog, einer weltweit führenden Firmen für Logistikautomatisierung.

Lesen Sie auch: Retourenmanagement: Wie Händler Rücksendungen vermeiden

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung