Laut einer neuen Studie von Horváth rechnen 80 Prozent der Bundesbürger mit einem Lockdown noch vor Weihnachten. Zur Pandemiebekämpfung wären 70 Prozent bereit, personenbezogene Daten freizugeben.
(Quelle: Phunkod/shutterstock)
Neue Studie von Horváth: 80 Prozent der Bundesbürger rechnen mit Lockdown noch vor Weihnachten und 70 Prozent mit Schulschließungen.
Zur besseren Pandemiebekämpfung würden insgesamt 70 Prozent umfangreiche personenbezogene Daten zur Verfügung zu stellen.
Wie die neue Studie „Datenschutz in Pandemien und Krisen“ von Horváth zeigt, geht eine große Mehrheit der Bevölkerung davon aus, dass es noch vor den Weihnachtsfeiertagen zu einem weitgehenden Lockdown und Schulschließungen kommt. Jeweils 80 beziehungsweise 70 Prozent der insgesamt 1.000 Befragten gehen von diesen Folgen der dynamischen Pandemie-Entwicklung aus. Zur besseren Bekämpfung der Corona-Pandemie wären 71 Prozent bereit, dem Staat umfangreiche personenbezogene Daten zur Verfügung zu stellen wie Gesundheitsinformationen inklusive Vorerkrankungen. Ein Viertel würde auch Bewegungsprofile via Handyortung zur Verfügung stellen.
Personenbezogene Daten: Direkter Kontakt der Regierung mit Bürgern
„Mit diesen Daten wäre die Bundesregierung in der Lage, Aktionen und Aufklärungskampagnen kurzfristig und zielgerichtet umzusetzen“, erklärt Simon Manner Partner und Public-Experte bei der Managementberatung Horváth. „Denkbar ist beispielsweise auch, dass die Regierung, ähnlich wie bei Naturkatastrophen, über SMS direkt mit der Bevölkerung in Kontakt tritt.“ Dem Experten zufolge liegen dem Staat zwar detaillierte Daten beispielsweise zum Impfstatus in der Bevölkerung vor – jedoch nicht ansatzweise flächendeckend, tagesaktuell oder in der notwendigen Qualität, um sichere Prognosen zur weiteren Entwicklung errechnen zu können oder Rückschlüsse auf Ursachen regional unterschiedlicher Entwicklungen zu ziehen.
Stationäre Händler müssen mit Umsatzeinbußen rechnen
Wie die Umfrage außerdem zeigt, wollen nur noch 19 Prozent für Weihnachtseinkäufe noch in die Innenstädte kommen. „Die Händler sollten umgehend reagieren und prüfen, wie sie ihre Kosten gesenkt bekommen – oder alternative Angebote schaffen. Das können Onlineshopping-Angebote sein, Click- & Collect- oder Delivery-Services, aber auch corona-konforme Einkaufserlebnisse vor Ort, zum Beispiel ins Freie verlagert“, erläutert Michael Buttkus, Partner und Retail-Experte bei der Managementberatung Horváth überzeugt. Die Ergebnisse bedeuten dem Experten zufolge aber nicht, dass die Umsätze, die dem stationären Handel in diesem Jahr entgehen, vollständig dem Online-Handel zugutekommen. 23 Prozent der Befragten geben an, dass sie aufgrund der Pandemie in diesem Jahr insgesamt weniger für Weihnachtseinkäufe ausgeben werden als im letzten Jahr.
Von den Befragten, die grundsätzlich bereit sind, der Bundesregierung zur besseren Steuerung von Bekämpfungsmaßnahmen personenbezogene Daten freizugeben, würden zwei Drittel umfangreiche Gesundheitsinformationen zum aktuellen Impfstatus sowie individuellen Vorerkrankungen zur Verfügung stellen. In der Gesamtbevölkerung sind es knapp die Hälfte (48 Prozent). Etwa ein Drittel der Befürworter würde auf Anfrage aktuelle Informationen zu Alter, Beruf oder Religionszugehörigkeit preisgeben.
Ebenso viele wären bereit, Bewegungsdaten per Mobilfunkortung auslesen zu lassen. In der Gesamtbevölkerung wäre dazu jeweils ein Viertel bereit. „Ein Datenausschnitt von einem Viertel der Bevölkerung wäre schon eine solide Basis, um wichtige Schlussfolgerungen zu ziehen und vor allem, möglichst genaue Prognosen zur weiteren Ausbreitung zu erstellen“, so Horváth-Experte und Studienleiter Simon Manner.
Lieber Lockerung der Datennutzung statt Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen
Als Grund für die Bereitschaft zur umfangreichen Datenfreigabe geben die meisten Befragten an, dass sie pandemiebedingte Einschränkungen wie Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen als stärkeren Eingriff in ihre persönliche Freiheit empfinden als eine systematische Nutzung ihrer personenbezogenen Daten durch die Bundesregierung. 63 Prozent der Gesamtbevölkerung vertreten dieser Ansicht. Des Weiteren geben 59 Prozent an, dass der Datenschutz im Fall von Pandemien oder Naturkatastrophen gelockert werden sollte, um ein besseres Krisenmanagement und zielgerichtete Maßnahmen von Bund und Ländern zu unterstützen.
Stand: 16.12.2025
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Zur Methodik der Studie
Für die Umfrage „Datenschutz in Pandemien und Krisen“ befragte das IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung im Auftrag der Managementberatung Horváth vom 23. Bis 25. November 2021 insgesamt 1.000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürgern ab 18 Jahren. Die Stichprobe ist repräsentativ nach Geschlecht, Alter und Region. Horváth ist eine international tätige und unabhängige Managementberatung mit mehr als 1.000 Mitarbeitern an Standorten in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Ungarn, Rumänien, den USA, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die fachliche Expertise deckt sämtliche Unternehmensfunktionen ab – mit Fokus auf Performance-Management und Transformation. (sg)