Einige Handelsunternehmen schließen Filialen, andere wachsen stationär stetig weiter. In der Branche steht die Zukunft des Ladengeschäfts auf dem Prüfstand. Fest steht: Die Funktion der Filialen und des Point-of-Sale haben sich, befeuert durch die Pandemie, verändert – wie die gesamte Handelsbranche.
(Quelle: Getty Images)
Mit der Rolle des Ladengeschäfts hat sich auch die Technologie verändert, die es unterstützt. Dies sollte nicht allzu sehr überraschen, denn die Geschichte der Handelsbranche war schon immer von Veränderungen, Evolution und Fortschritt geprägt – der derzeitige Umbruch, der durch die Pandemie beschleunigt wurde, gehört dazu. Während die Geschäftsmodelle und Technologien am Point-of-Sale im Einzelhandel früher den Luxus hatten, sich über Jahre und manchmal Jahrzehnte hinweg zu entwickeln, waren die Einzelhändler in den vergangenen zwei Jahren gezwungen, ihren Betrieb umzugestalten, ihre Geschäftsmodelle zu ändern und auf neue, ungewohnte Arbeitsweisen umzustellen.
Zu den Veränderungen gehört zum einen die Diversifizierung des physischen Geschäfts, um die Zunahme des elektronischen Handels zu unterstützen. Zum anderen die Bereitstellung völlig neuer Angebote wie verschiedene Liefer- und Abholoptionen sowie die Neuausrichtung von Arbeitsabläufen und Prozessen am Point-of-Sale, die die Rentabilität des gesamten Netzwerks unterstützen – und nicht nur eines einzelnen Standorts.
Einzelhandel: Vom Spezialisten zum Alleskönner
„Der Schwerpunkt liegt immer mehr auf der Notwendigkeit, E-Commerce und E-Fulfillment anzubieten, auszuführen und zu optimieren“, erklärt Pieter Van den Broecke, Managing Director Benelux and Germany des Software-Anbieters Manhattan Associates. „Deshalb spielt das physische Geschäft – unterstützt von modernen Point-of-Sale-Systemen – immer noch eine bedeutende (wenn auch veränderte) Rolle, wenn es darum geht, selbstbewusst Handel zu treiben.“
Manche Angehörige der Handelsbranche mag die Meldung, Amazon wolle eigene Buchläden und weitere stationäre Konzept-Stores in den USA und Großbritannien wieder schließen, auf ihrem gerade eingeschlagenen Weg verunsichern. Dabei ist ohnehin davon auszugehen, dass das E-Commerce-Wachstum zukünftig das Wachstum der physischen Läden übersteigen wird. Aber es wäre ein großer Fehler, die entscheidende Rolle der Läden aus den Augen zu verlieren, die über die reine Umsatzrentabilität hinausgeht – und zwar auch in Bezug auf die weicheren Messgrößen der Markengesundheit, nicht zuletzt die Loyalität und die gesamte Kundenerfahrung.
(Pieter Van den Broecke ist Managing Director Benelux and Germany bei Manhattan Associates. (Bild: Manhattan Associates))
Point-of-Sale – der Schlüssel zum einheitlichen Handel
Während der Laden von gestern so gut wie tot ist, erlebt der Laden von heute einen ungeahnten Aufschwung. Der Point-of-Sale (POS) hat sich von der eher oberflächlichen Funktion früherer Generationen weit entfernt. Dieser ist nicht mehr nur ein Werkzeug zur Abwicklung von Transaktionen (Verkäufe oder Retouren) und der damit verbundenen Dokumentation. Der moderne Point-of-Sale ist heute der Schlüssel zu einem einheitlichen Handel, der Aktivitäten wie Endless Aisle, Click & Collect, die Abwicklung von Online-Bestellungen im Geschäft, Kundenbindung und Loyalität ermöglicht.„Im Falle von Amazon lohnt es sich, sehr genau hinzuschauen, von welchen stationären Konzepten sich der Online-Riese verabschiedet und welche er weiterverfolgt – zum Beispiel in den Bereichen Lebensmittel und Fashion“, berichtet Pieter Van den Broecke.
Point-of-Sale: Am Omnichannel führt kein Weg mehr vorbei
Es geht nicht mehr um die Frage, ob ein Geschäft digital oder physisch ist, sondern vielmehr darum, wie eine Marke alle ihr zur Verfügung stehenden Bestände und Kanäle nutzen kann, um ein wirklich beeindruckendes Kundenerlebnis zu schaffen. Der Schlüssel dazu liegt darin, sich nicht von der Frage ablenken zu lassen, über welchen Kanal ein Kauf getätigt wird, sondern sich darauf zu konzentrieren, von wo aus der Kunde die Ware letztendlich erhält. So berichtete der US-amerikanische Discounter Target bereits im Mai 2021, 75 Prozent der Online-Bestellungen über seine Filialen abzuwickeln. Das heißt online kaufen, im Laden abholen (BOPIS). Oder Abholung am Straßenrand, Lieferung im Laden, Lieferung aus dem Ladenbestand nach Hause oder sogar online kaufen, im Laden zurückgeben (BORIS).
Für immer mehr Einzelhändler wird die agile, innovationsbasierte Verschmelzung von Online- und physischer Nachfrage immer alltäglicher, was die Rolle moderner, dynamischer Point-of-Sale-Technologie in den Mittelpunkt einer neu definierten Connected-Commerce-Ära rückt. Auch wenn das Geschäft nicht mehr die Sonne ist, um die alle Einzelhandelsangebote kreisen, könnte eine überzeugende Präsenz im Ladengeschäft, die mit einem einheitlichen, intelligenteren digitalen Angebot harmoniert, die Antwort auf die Frage sein, die sich viele Führungskräfte im Einzelhandel derzeit stellen: „Wie schaffen wir einen überzeugenden Wettbewerbsvorteil in einer so stark veränderten Branchenlandschaft?“ Und die Antwort darauf liegt zu weiten Teilen in einer entsprechenden IT-Lösung, die die genannten Innovationen optimal unterstützt und darüber hinaus allzeit bereit für neue, noch ungeahnte Entwicklungsschritte ist.
Stand: 16.12.2025
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